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Coronavirus: Was sieht die Fed, was wir nicht sehen?

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus diesmal: Die überraschende Notfall-Zinssenkung der US-Notenbank in der vergangenen Woche.

09.03.2020 | 10:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche 

Am Dienstag vergangener Woche hat die US-Notenbank Fed die Zinsen um 50 Basispunkte auf ein neues Zielband von 1,00-1,25 Prozent gesenkt. Außerplanmäßig. Mal eben so, zwei Wochen vor ihrer nächsten regulären Sitzung. Zinssenkungen waren für dieses Jahr zwar erwartet worden. Aber wozu die Eile? Hätte die Fed nicht noch zwei Wochen warten können mit ihrer Maßnahme? Jerome Powell begründete den drastischen Schritt damit, dass die US-Wirtschaft aktuell zwar stark sei, die Ausbreitung des Coronavirus jedoch „neue Herausforderungen und Risiken mit sich gebracht“ hätte. Die Risiken für die Wirtschaft hätten sich sogar „wesentlich“ verändert.

Das erklärt allerdings nicht den Zeitpunkt der Zinssenkung. Die USA befinden sich noch in einem frühen Stadium der Virusverbreitung. Auswirkungen einer Coronavirus-Krise sind in den Daten zur US-Konjunktur noch nicht zu erkennen. Deshalb ist der Zeitpunkt für den Zins-Schritt sogar extrem unklug. Denn für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass das Virus auch in den USA seinen Siegeszug durch die Lungen der dortigen Einwohner antreten wird, wäre es gut, wenn die Fed genau dann reagieren würde. Börse ist Psychologie. Eine Zinssenkung kann keine Leben retten. Die Fed kann nur Zeichen setzen, dass sie handelt. Die Zinssenkung in der vergangenen Woche kam dafür viel zu früh.

Bad Timing!

Vielleicht aber auch nicht. Die Notenbank verkündete ihren Schritt am Super Tuesday, nur wenige Stunden bevor die Demokraten in 14 Bundesstaaten und dem Außengebiet Amerikanisch-Samoa darüber abstimmten, welchen Kandidaten sie ins Rennen gegen Donald Trump schicken wollen. Zufall? Es drängt sich der ungute Verdacht auf, dass die Fed gerade ihre Unabhängigkeit verspielt. Donald Trump hat die Fed im Vorfeld vehement zu Zinssenkungen gedrängt. Er will sich als erfolgreicher Dealmaker und Wirtschaftslenker präsentieren und mit steigenden Aktienkursen im Rücken Wahlkampf machen. Ausgerechnet am Super Tuesday hat Jerome Powell ihm – unfreiwillig oder nicht – den Gefallen getan, ein sehr politisches Signal zu senden: Seht her, der Präsident bekommt immer seinen Willen. Ein Siegertyp… 

…und ein perfider Spalter. Die Demokraten sind in einer prekären Verfassung: Die Anhänger von Bernie Sanders und Joe Biden – den beiden Gewinnern des Super Tuesday – sind nicht besonders kompatibel und nur wenig kompromissbereit. Trump spekuliert darauf, enttäuschte Vorwahlen-Wähler unter den Demokraten auf seine Seite zu ziehen. Der Super Tuesday war dafür aus seiner Sicht ein guter Zeitpunkt. 

War die Zinssenkung also ein politischer Schachzug? Man darf vielleicht sogar hoffen, dass es so ist. Denn was wäre die Alternative? Dass die Fed über die Ausbreitung und die Wirkung des Coronavirus auf die Wirtschaft mehr weiß als wir Alle? 

Bad Thoughts.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag veröffentlicht die Redbook Research Inc. ihren sogenannten Johnson Redbook Index. Der Index ist ein umsatzgewichteter Wachstumsindikator von rund 9.000 Filialen großer US-Einzelhändler. Es sind nicht irgendwelche Einzelhändler. Der Index repräsentiert rund 80 Prozent des offiziellen Einzelhandelsumsatzes, der vom US-Handelsministerium veröffentlicht wird. Deshalb misst der Index wie kaum ein anderer das Verhalten und die Tendenz der US-Verbraucher, wenn es um tägliche Ausgaben geht. Die Veröffentlichung der Monatszahlen wird vor allem mit Blick auf die Daten im kommenden Monat interessant werden. Denn dann wird sich zeigen, ob die US-Amerikaner beginnen, Hamsterkäufe zu tätigen.

Am Mittwoch versteigert das US-Finanzministerium 10-jährige Staatsanleihen. Die Renditen sind seit vergangener Woche auf ihrem Allzeit-Tief. Good News für die US-Regierung: Trump kann – unter anderem auch zur Finanzierung von Wahlgeschenken – preiswert einen hohen Kredit aufnehmen. 

Am Donnerstag verkündet die Europäische Zentralbank ihre aktuelle Zinsentscheidung. Im Gegensatz zur US-Notenbank hat die EZB keinen Spielraum mehr nach unten – es sei denn, sie entscheidet sich für Minuszinsen. Es wäre ein spektakulärer Schritt – und eine Maßnahme, von der andere Staaten wie etwa Schweden nach schlechten Erfahrungen längst Abschied genommen haben.

Am Freitag gibt die Reuters/University of Michigan die Ergebnisse ihrer monatlichen Umfrage zum Verbrauchervertrauen bekannt. Beim Reuters/Michigan Verbraucherstimmungsindex handelt es sich um eine personenbezogene Erhebung des Verbrauchervertrauens in Bezug auf die wirtschaftliche Aktivität. Kurz: Der Index zeigt, ob und wie sehr die US-Verbraucher bereit sind, Geld auszugeben.

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