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Warum es immer mehr Darlehensvermittler gibt

Die aktuelle DIHK-Statistik für registrierte Vermittler verzeichnet für die meisten Bereichen nur wenige Veränderungen. Mit einer Ausnahme: Die Anzahl der Immobiliendarlehens-Vermittler steigt kräftig. Das hat einen guten Grund.

22.01.2021 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Die quartalsweise erscheinende Statistik der DIHK zur Zahl der Vermittler für verschiedene Finanzprodukte hält selten große Überraschungen bereit. So stagniert beispielsweise die Zahl der Honorarberater in Deutschland seit Jahren bei etwa 200 Anbietern. Das hat sich auch im Laufe des vergangenen Jahres nicht geändert.

Honorarberatung bleibt damit ein Nischenprodukt – gemessen an den aktuell insgesamt 38.106 registrierten Finanzanlagenvermittlern, von denen 37.640 eine Lizenz nach §34f vorweisen können. Auch bei der Entwicklung der Zahl der Finanzanlagenvermittler war in den vergangenen Jahren ein stabiler Trend zu beobachten.

Bemerkenswert ist immerhin, dass trotz Coronakrise im vergangenen Jahr unter dem Strich weniger Marktteilnehmer die Flinte ins Korn geschmissen haben als neue hinzukamen. In den kommenden Quartalen wird sich zeigen, ob dieser Trend sich fortsetzt.

Immer weniger Versicherungsvermittler

Auch an der Assekurenz-Front gibt es nichts Neues zu berichten: Die Vermittlung von Versicherungspolicen tun sich immer weniger Berater an. Die Zahl der Vermittler ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Seit einiger Zeit stagniert die Anzahl bei rund 197.000 Versicherungsvermittlern. Das sind rund 33.000 Vermittler weniger als noch vor drei Jahren.

Boom im Immobilienbereich

Einen Boom erlebt zweifellos die Vermittlung von Immobiliendarlehen. Das hat zum einen wohl mit der starken Entwicklung des Immobilienmarktes in den vergangenen Jahren zu tun: Immer mehr Privatanleger entdecken angesichts niedriger Zinsen und zunehmender Inflationsängste das eigene Heim als Hort der Stabilität. Sie investieren in den Kauf eigener Immobilien oder auch in Mietwohnungen, die als Renditeobjekte dienen sollen. Davon profitieren nicht nur die Kreditinstitute, sondern auch spezialisierte Finanzberater, die ihren Kunden Hypothekendarlehen vermitteln.

Wie die Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt, haben allein in den letzten drei Monaten des Jahres 2020 rund 450 neue Berater ihre Tätigkeit als Vermittler von Hypothekendarlehen aufgenommen. Das ist ein Zuwachs von 0,85 Prozent innerhalb eines Quartals und eine Bestätigung des aktuellen Trends. Zum Vergleich: Ende 2016 gab es gerade einmal rund 11.000 Vermittler in diesem Bereich. Mit anderen Worten: Ihre Anzahl hat sich in weniger als fünf Jahren nahezu vervierfacht.

Lukrative Einkommensperspektiven

Dass ausgerechnet das Segment der Darlehensvermittler so stark wächst, hat zwei nachvollziehbare Gründe: Die Regulierungsauflagen bei der Vermittlung sind geringer als in anderen Segmenten, die Beratung insgesamt ist weniger aufwändig als beispielsweise eine umfassende Anlagenberatung und – last but not least: Die Einkommensperspektiven sind verlockend im Vergleich zu anderen Finanzberatungsdienstleistungen.

Konkret bedeutet dies in Zahlen: Laut Bundesverband Finanzdienstleistung AfW erzielten Versicherungsmakler und unabhängige Finanzdienstleister mit Zulassung nach Paragraf 34 f Gewerbeordnung im Jahr 2020 im Durchschnitt bei einem durchschnittlichen Umsatz von etwa 120.000 Euro einen Gewinn von 59.850 Euro. Mehr als die Hälfte der Vermittler verzeichnen unter dem Strich einen Gewinn von rund 50.000 Euro pro Jahr. Nur 16% der Befragten gaben einen Gewinn von über 100.000 Euro an. Immerhin: Trotz der Corona-Krise konnten 34f-Vermittler im Jahr 2020 ihren Gewinn durchschnittlich um über acht und ihren Umsatz um elf Prozent steigern.

Die Ertragsaussichten für die Vermittler von Immobiliendarlehen klingen da verlockend: In der Regel erhalten selbstständige Finanzierungsvermittler rund ein Prozent der Darlehenssumme von der kreditgebenden Bank als Provision. Je nach Erfahrung und abgewickeltem Finanzierungsvolumen des Beraters kann es auch etwas mehr sein. Bis zu 2,5 Prozent Provision sind möglich. Selbst wer pro Monat nur Kredite mit einem Volumen von nur 500.000 Euro vermittelt, was angesichts der starken Nachfrage am Immobilienmarkt und der gestiegenen Immobilienpreise keine große Hürde ist, kommt am Jahresende auf eine Provision von mindestens 60.000 Euro. Für die Vermittlung von Bausparverträgen, Girokonten und Kreditkarten können die Vermittler darüber hinaus weitere Einnahmen generieren. Wer über die Erlaubnis als Versicherungsfachmann nach § 34d verfügt, hat zudem die Möglichkeit, für den Darlehensnehmer passende Versicherungsprodukte zu vermitteln.

Dass die Zahl der Vermittler von Hypothekendarlehen steigt, kann sicherlich auch daran liegen, dass sich der eine oder andere Finanzberater in den vergangenen Jahren mit der Beantragung einer Lizenz nach § 34i ein zusätzliches Standbein aufgebaut hat. Dafür muss man ein eine Sachkundeprüfung zum Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i vor der IHK ablegen. Für die Prüfung ist keine Ausbildung erforderlich. Das benötigte Wissen kann im Selbststudium erlangt werden. Vorgeschriebene Ausbildungswege gibt es nicht.

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