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Wie passive Strategien ESG-Kriterien integrieren

Immer öfter greifen institutionelle Investoren heute zu Indexfonds. Doch eine nachhaltig ausgerichtete Anlagestrategie, die auch den oft strengen Zielen und Vorgaben der Investoren gerecht wird, lässt sich mit passiven Produkten nur umsetzen, wenn elementare Punkte berücksichtigt werden

27.04.2021 | 07:30 Uhr von «Dustin Neuneyer»

Der zunehmende Einsatz von ESG-Strategien zählt zu den bedeutendsten globalen Trends der Vermögensverwaltungsbranche im zurückliegenden Jahrzehnt – ebenso wie der Durchmarsch passiver Investmentstrategien. Diese machen mittlerweile 45 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des S & P 500 Index aus und 25 Prozent des verwalteten Vermögens der Fonds für globale Unternehmensanleihen.

Beide Trends sind miteinander verbunden und Benchmarks oder Indizes, die ESG-Faktoren enthalten, werden zunehmend zur Konstruktion von Finanzprodukten sowohl für private Anleger als auch für institutionelle Investoren verwendet. Die Ratingagentur Morningstar berichtet, dass sich das verwaltete Vermögen offener passiver ESG-Fonds von circa 20 Milliarden Dollar im Jahr 2008 auf über 100 Milliarden Dollar im Jahr 2018 verfünffacht hat.

Während der Pandemie hat sich das Wachstum nochmals beschleunigt. Morningstar-Zahlen zeigen im ersten Quartal 2021 eine Verdoppelung der Zuflüsse in ESG-Produkte auf das Zehnfache des Volumens im ersten Quartal 2018. Passive Produkte und Exchange Traded Funds (ETFs) dominierten die Zuflüsse in nachhaltige Fonds. Gleichzeitig werden passive Anlage­produkte zunehmend nachhaltiger.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Eigenschaften eines passiven Anlageprodukts seien nicht ohne Weiteres mit einem Ansatz für verantwortungsvolles Investment vereinbar. Die Wahl einer passiven Strategie wird oft getroffen, um Kosten zu reduzieren. Jedoch ist Research, um nachhaltigere Unternehmen zu identifizieren, kosten- und zeitintensiv, ebenso wie das ESG-Engagement der Investoren, also ihre Bemühungen, bei den Unternehmen ESG-konformes Verhalten zu fördern.

Während der Pandemie wurden viele Unternehmen im Bereich der fossilen Energien gemieden und wachstumsstarke Aktien wie globale Technologieunternehmen bevorzugt. Es gibt zunehmend Belege dafür, dass die Berücksichtigung von ESG-Faktoren die Portfolios resilienter macht oder zu besseren risikoadjustierten Renditen führt.

Verschiedene Mechanismen

Auch die Regulierung konzentriert sich stärker auf dieses Thema. Seit 10. März ist die EU-Offenlegungsverordnung in Kraft. Dadurch will die EU mehr Transparenz im ESG-Bereich erreichen und Investoren unterstützen. Die EU ist damit nicht allein – in den meisten wichtigen Märkten entwickeln sich ähnliche Regelungen.

Mehrere Ansätze bieten sich an, wenn ESG-Faktoren in passive Strategien inte­griert werden sollen. Anleger müssen sich zunächst für einen Index beziehungsweise eine Benchmark entscheiden, die ESG-Faktoren berücksichtigt. Dafür gibt es drei grundsätzliche Mechanismen oder Strategien. Viele Indizes kombinieren jedoch mehrere Ansätze.

Ein Weg sind thematische Ansätze: ESG-Themen können beispielsweise demografischer Wandel, Ressourceneffizienz oder Klimaschutz sein. Ein thematischer Ansatz ordnet Unternehmen diesen Themen zu und konstruiert dann einen Index. Ein Beispiel ist das Thema „Wasser“, das der S & P Global Water Index abbildet. Oft sind solche Indizes als ETFs strukturiert.

Sehr häufig wird auch mit Screeningverfahren gearbeitet. Diese können sowohl positiv als auch negativ oder normenbasiert sein. Der häufigste Ansatz ist das negative Screening, bei dem Unternehmen aus einem Index ausgeschlossen werden, weil sie in bestimmte Arten von Aktivitäten involviert sind. Gängige Negativscreenings umfassen Tabak- oder Rüstungsunternehmen.

Der dritte grundsätzliche Ansatz, die Integrierung von ESG-Faktoren in die Kon­struktion von ESG-Indizes oder Benchmarks, beinhaltet schließlich eine Datenanalyse und eine qualitative wie quantitative Integration von ESG-Faktoren, die der Investor für wichtig hält.

Dazu könnten Energieeffizienz, Arbeitnehmerrechte, Diversität, Umweltverschmutzung oder Menschenrechte gehören, aber auch das jeweilige Geschäfts­modell – sowie die Einbeziehung dieser Faktoren in die Bewertung der Titel und die Konstruktion des Indexes, beispielsweise durch Über- oder Untergewichtung einzelner Unternehmen im Portfolio.

Herausforderungen bei der Integration

Investmentmanager, die passive Strategien nachhaltig gestalten wollen, müssen sich mit drei Problemen auseinandersetzen: mit der Datengrundlage, mit unerwarteter Portfoliovolatilität und letztendlich auch mit der Frage, wie sie trotz passiver Strategie ein aktiver Investor sein können.

Zur Datengrundlage: Nachhaltigkeitsdaten sind teilweise relativ jung und wenig standardisiert. Oft sind die Zeitreihen kurz, die Daten sind nicht konsistent und es gibt eine Tendenz, Daten möglichst positiv darzustellen. Damit ist es relativ schwierig, Unternehmen zu vergleichen, was zu unterschiedlichen Bewertungen oder Rankings durch Anbieter von ESG-Daten führt.

Die neue EU-Taxonomie liefert einen detaillierten Referenzrahmen, der es Investoren ermöglicht zu erkennen, was nachhaltig ist. Es wird auch darum gehen, Daten zunehmend zu standardisieren, um für die Konstruktion von ESG-Indizes eine konsistente, zeitnahe und belastbare Datenbasis zu haben.

Zu unerwarteten Portfolioschwankungen: Investoren wählen passive Strategien, um in ein diversifiziertes Anlageuniversum zu investieren und zugleich die Volatilität der Renditen im Vergleich zu einer zugrunde liegenden Benchmark oder einem Index zu minimieren. Anleger müssen sich deshalb im Klaren darüber sein, warum sie eine bestimmte Benchmark gewählt haben und welche Auswirkungen dies haben könnte.

ESG-Benchmarks können bestimmte Sektoren oder Arten von Unternehmen unter- oder übergewichten, was je nach wirtschaftlicher Situation oder den Marktverhältnissen zu einer unterschiedlichen Performance führt. Je größer die Abweichung von Standardbenchmarks ist, desto höher kann die Varianz der Renditen sein.

Investments mit Wirkung

Die Forderungen nach aktiver Anteilseignerschaft nehmen zu, auch mit Blick auf Verantwortung und Risiken. Auch das zweite PRI-Prinzip fordert Investoren dazu auf, aktive Eigentümer zu sein und ESG-Faktoren in die Eigentümerpolitik und -praxis einzubeziehen. Passive Fonds investieren allerdings oft in sehr viele Unternehmen.

Bei einigen dieser Unternehmen kann jedoch der Anreiz, ESG-konforme Geschäftspraktiken zu fördern, gering sein. Umso wichtiger ist auch bei passiven ESG-Strategien das Engagement der Investoren. Die Wahl einer passiven Strategie bedeutet nicht, dass ein Anleger sich nicht aktiv für bessere Umwelt-, Sozial- oder Governance-Praktiken einsetzen soll.

Passive Investmentstrategien, die ESG integrieren, werden in naher Zukunft eine noch wichtigere Position einnehmen. Ohne Standards im schon jetzt großen Angebot ergibt sich ein vielfältiges Nebeneinander verschiedener Ansätze und Methoden. Über kurz oder lang werden sich jedoch einige Ansätze festigen und etablieren.

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