21.03.2018 | 11:41 Uhr

Deutsche Bank: Weltwirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Schwelende Fragen
3/2018
Marcos Arana, Matthew Luzzetti und Michael Hsueh
Deutsche Bank (Website)

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Deutsche Bank: Weltwirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Nach einem turbulenten Februar haben sich die Märkte wieder beruhigt, die Weltwirtschaft befindet sich auf Expansionskurs.

  • Robuste, breit basierte Expansion der Weltwirtschaft. Synchrones Wachstum über Regionen und Länder hinweg, häufig mit einer über dem Trend liegenden Rate. Bei weiterhin günstigen Fundamentaldaten sollte sich das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr auf 3,9% beschleunigen und damit etwas höher liegen als 2017. In den USA und dem Euroraum sollte das Wachstum zwar weiterhin über der Potenzialrate liegen, wir erwarten jedoch keine weitere Beschleunigung. In China rechnen wir mit einer Verlangsamung und sind in Bezug auf die Inflation und auf finanzielle Risiken besorgter als der Konsens.

  • 2018 dürfte der zyklische Aufschwung seinen Höhepunkt erreichen, und ab 2019 ist wieder mit einer Verlangsamung zu rechnen.

  • Wachstumsbeschleunigung auf 2,9% in diesem Jahr (höchste Rate seit 2005), wozu die Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben rund 0,7%-Punkte beitragen sollten.

  • Die konjunkturelle Dynamik bleibt sehr kräftig und stützt unsere über dem Konsens liegenden Wachstumserwartungen für dieses Jahr. Die jüngsten Umfragedaten deuten auf eine äußerst gute Stimmung und lebhafte Aktivität im ersten Quartal hin und die finanziellen Bedingungen stützen das Wachstum ungeachtet der jüngsten Volatilität.

  • Die jüngsten Lohn- und Preisdaten sprechen dafür, dass die Inflation in diesem Jahr wie von uns erwartet überraschend hoch ausfallen sollte. An den Arbeitsmärkten kommt es zu Engpässen, ein schwächerer Dollar treibt die Importpreise nach oben und fundamentale Inflationskennzahlen liegen nahe ihren mehrjährigen Höchstständen.

  • Der Dollar hat sich trotz der weniger akkommodierenden Politik der Fed abgeschwächt. Dies dürfte Inflation und Wachstum in diesem Jahr um einige Zehntelprozentpunkte nach oben treiben. Der Trend sollte anhalten, da sich das Haushalts- und das Leistungsbilanzdefizit der USA weiterhin parallel ausweiten.

  • Im Euroraum ist das Wachstum so kräftig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Unsere Prognose für 2018 liegt mit +2,4% leicht über dem Konsens. Das Vertrauen in die Tragfähigkeit der Erholung hat zugenommen.

  • Die Investitionsausgaben sind breiter basiert und robuster, was ungeachtet des Zinsanstiegs und höherer Finanzierungskosten auf potenzielle Aufwärtsrisiken hindeutet. Allerdings wird der Aufwärtstrend durch den Mangel an Strukturreformen gedämpft. Höhere fiskalische Ausgaben dürften ohne Reformen inflationstreibend wirken.

  • Das Wachstum liegt derzeit deutlich über der Potenzialrate, die wir bei rund 1,0% ansiedeln, und ist daher langfristig nicht tragbar. Die Konjunkturdynamik wird sich ab der zweiten Jahreshälfte verlangsamen, da sich die Potenziallücken schließen; die Finanzmarktbedingungen werden restriktiver, wenn die EZB eine weniger akkommodierende Politik verfolgt; die Unterstützung durch den Außenbeitrag schwindet, wenn sich das Wachstum in Asien abschwächt, und der stärkere Euro dürfte die Konjunktur belasten.

  • Chinas Konjunktur sollte sich 2018 weiter verlangsamen. Wir prognostizieren ein Wachstum von 6,3% (2017: 6,9%), wobei die Abwärtsrisiken überwiegen. Die Fiskalpolitik dürfte zum ersten Mal seit 2012 weniger expansiv ausfallen, und die Geldpolitik wurde ebenfalls gestrafft. Dies dürfte zum Teil durch einen kräftigen Lohnanstieg und höhere Konsumausgaben kompensiert werden.

  • Wenn sich das Wachstum in der ersten Jahreshälfte wie erwartet verlangsamt, wird die PBoC die Geldpolitik in H2 lockern, um das Wachstum zu stützen, dafür muss allerdings die Inflation unter dem Zielwert der PBoC (3%) verharren. Bei einer höheren Inflationsrate wäre der Spielraum für eine Lockerung begrenzt, sodass das Wachstum hinter unseren Erwartungen zurückbleiben dürfte.

  • Die Botschaften des Nationalen Volkskongresses sprechen für unsere Prognose: Die offiziellen Verlautbarungen zum Wachstum fielen moderater aus, zum ersten Mal wurde eine „Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Verschuldung“ als Ziel genannt und ein neuer Zielwert für die Arbeitslosenquote lässt Spielraum für Reformen.

  • Der CNY dürfte in etwa stabil notieren; strikter als erwartete Kapitalverkehrskontrollen haben die Kapitalabflüsse begrenzt.

  • In den Schwellenländern beschleunigen sich Wachstum und Inflation, wenn auch von einem niedrigen Ausgangsniveau aus. Die asiatischen Länder sind im Zyklus weiter fortgeschritten und der Inflationsdruck veranlasst ihre Zentralbanken zu einer Straffung der Geldpolitik. Am anderen Ende der Skala befindet sich Lateinamerika in einer günstigeren zyklischeren Position.

  • Bei einer allmählichen Straffung der Geldpolitik in den Industrieländern könnten die höheren Zinsen die Schwellenländer in Mitleidenschaft ziehen. Unsere konstruktive Einschätzung der Fundamentaldaten sollte jedoch von größerem Gewicht sein. Die Kapitalzuflüsse sind widerstandsfähig.

  • In Südafrika und Russland hat sich die politische Lage günstig entwickelt. Abwärtsrisiken gehen dagegen von den Wahlen in Kolumbien, Peru, Mexiko und Brasilien aus.


Geldpolitik

  • Fed: 4 Zinsschritte im Jahr 2018, d.h. mehr als vom Offenmarktausschuss prognostiziert bzw. vom Markt eingepreist (3).

  • EZB: Fortsetzung des langsamen Ausstiegs. Keine neuen Maßnahmen bis Mitte des Jahres; Ende der QE im Jahr 2018, erster Zinsschritt Mitte 2019.

  • BoJ: Nicht unter Handlungsdruck, keine Änderung des kurzfristigen Zinssatzes oder der Renditekurvenkontrolle zu erwarten.

  • BoE: Kein Kurswechsel im Jahr 2018; Risiko einer früheren Straffung, eine Zins- anhebung im Mai wäre möglich.

  • PBoC: Geldpolitische Straffung zur Verhinderung finanzieller Risiken; danach leichte Lockerung in H2 2018, sofern die Inflation dies zulässt.

  • Schwellenländer: Zinsanhebungen vor allem in Asien; lateinamerikanische Zentral- banken können weiter lockern.

Den vollständigen Weltwirtschaftlichern Ausblick können Sie hier downloaden.


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