13.08.2013 | 10:30

M&W Privat: Spekulation oder Investition?

von Stephan Schrödl, FondsConsult Research AG

Vermögensverwaltende Fonds investieren größtenteils in eine Vielzahl von Anlageklassen (Vereinnahmung von unterschiedlichen Risikoprämien) und profitieren auch deshalb von einer natürlichen Diversifikation. Begleitend operieren viele Manager mit ständigen und/oder flexiblen Absicherungen. Beim Carmignac Patrimoine sind dies u.a. der US-Dollar, US-Staatsanleihen sowie die aktive Steuerung der Investitionsquote bzw. der Duration.

Ob Anleger in einer Anlageklasse noch adäquat für eingegangene Risiken entschädigt werden, wird durch deren Bewertung determiniert. Das auch die Risikoprämie „EM-Wachstum“ – auf der Aktien- wie auf der Rentenseite – keine Einbahnstraße ist, mussten viele Investoren erst kürzlich erfahren. Generell gilt jedoch, dass die überwiegende Zahl der bekannten Produkte das Portfolio auf eine relativ breite Basis stellt und dieses langfristig von Zahlungen (u.a. Gewinne/Dividenden, Kupons) der zugrunde liegenden (produktiven) Assets profitiert. Diese Fonds erfüllen damit auch die Definition von Warren Buffett für ein Investment.

Wesentlich „riskanter“ ist es dagegen, sein Portfolio nicht über diverse Risikoprämien bzw. laufende Erträge (Aktienmarktrisiko, Zinsrisiko, Credit Risiko, Inflationsrisiko usw.) zu streuen, sondern massive Klumpenrisiken in wenigen bzw. gar nur einer Risikoprämie einzugehen. Beim M&W Privat (ISIN: LU0275832706) liegt mit der massiven Allokation in Edelmetallen und Bundesschatzanweisungen (siehe aktuelles Factsheet) eine hohe Abhängigkeit von dem nicht zu prognostizierenden Ereignis „Panik“ vor. Den möglichen Gewinnen im Schadensfall stehen allerdings kaum laufende Erträge gegenüber. Wer Renditen aber nur auf mögliche Kurssteigerungen beschränkt, ist laut Warren Buffett als Spekulant zu klassifizieren.

Da Prognosen die Zukunft betreffend generell schwierig sind, sollten sich Anleger bei Fonds mit einem binären Auszahlungsprofil in Zurückhaltung üben.
In einem FundResearch-Artikel aus dem Oktober 2012 (siehe Aktien bieten zweistellige Renditen: Skeptiker abseits) warnte die Redaktion bereits vor einer einseitigen Positionierung in Edelmetallen und verwies auf die Muster-Allokationen großer Assetmanager.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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Stephan Schrödl

Stephan Schrödl

Stephan Schrödl ist Dipl.-Volkswirt und hat an der Universität Regensburg studiert. Bei der FondsConsult Research AG ist er als Senior Analyst für die Selektion von Investmentfonds verantwortlich. Zu seinen Spezialgebieten zählen u.a. Alternative Investments.

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