30.03.2016 | 14:59

Dämliche Termini im Fondsmanagement: „Wetten“

von Stephan Schrödl, FondsConsult Research AG

Immer wieder liest man in Kommentaren oder Interviews, dass Fondsmanager auf den Sektor X oder das Unternehmen Y „wetten“. Dabei will der Fondsmanager wohl in der Regel nur zum Ausdruck bringen, dass er für einen bestimmten Sektor oder ein bestimmtes Unternehmen positiv gestimmt ist und deshalb dort investiert.

Unternehmen arbeiten in der Regel jeden Tag daran etwas wertvoller zu werden. Auch deshalb können Investoren langfristig eine Risikoprämie an der Börse verdienen. Spekulanten hingegen, die kurzfristig auf ein bestimmtes Ergebnis „wetten“, bleibt diese Risikoprämie verwehrt. Insbesondere in der Langfristigkeit liegt der fundamentale Unterschied zwischen „Investieren“ auf der einen Seite und „Spekulieren“ bzw. „Wetten“ auf der anderen. Wer langfristig im Casino spielt oder Wetten im Wettbüro platziert, der wird mit Sicherheit irgendwann sein gesamtes Geld verlieren. Denn die Wahrscheinlichkeiten sind hier schlichtweg zu Gunsten des Hauses verteilt. Umso dämlicher ist es, auf Termini aus der Glückspielbranche zurückzugreifen: Der Großteil der Manager versteht sich selbstverständlich als „Investor“ und eben gerade nicht als „Spekulant“.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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Stephan Schrödl

Stephan Schrödl

Stephan Schrödl ist Dipl.-Volkswirt und hat an der Universität Regensburg studiert. Bei der FondsConsult Research AG ist er als Senior Analyst für die Selektion von Investmentfonds verantwortlich. Zu seinen Spezialgebieten zählen u.a. Alternative Investments.

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