19.01.2018 | 11:31

Blockchain vs. FANG – es kann nur einen geben

von Stephan Schrödl, FondsConsult Research AG

Auch im neuen Jahr bietet sich Investoren wieder das mittlerweile vertraute Bild an den Märkten. Die Outperformance der Quasi-Monopolisten Amazon oder Alphabet setzt sich ungebremst fort. Das Akronym „FANG“ (Facebook, Apple, Netflix, Google) hat scheinbar nichts von seinem Reiz verloren. Die tiefen Burggräben der wenig kapitalintensiven Geschäftsmodelle (v.a. Netzwerkeffekte) ermöglichen es diesen Unternehmen Wachstumsraten und Margen auf einem Niveau zu halten, welches bei diesen Marktkapitalsierungen in der Historie ohne Vergleich sein dürfte. Abseits der gelisteten Unternehmen erklimmen auch die ohnehin schon sportlichen Bewertungen von Geschäftsmodellen der „Sharing Economy“ (Uber, Airbnb) immer neue Höhen.

Zeitgleich gehen aber auch Aktien von Unternehmen sprichwörtlich durch die Decke, wenn deren Geschäftsmodell zukünftig auch nur „irgendetwas mit Blockchain“ zu tun haben könnte. Eine Parallelität die durchaus erstaunt. Denn die Quintessenz der Blockchain ist es doch letztendlich eben jene zentralistischen Plattformen überflüssig zu machen, den Mittelsmann und dessen exorbitant hohe Marge also aus der Gleichung zu streichen.

Die Öffentlichkeit feiert Blockchain ebenso wie der Markt als die kommende Zukunftstechnologie, lässt bei der Bewertung aber technische Aspekte außen vor - man denke vor allem an die auch theoretisch nicht überbrückbaren Geschwindigkeitsnachteile dezentraler Lösungen

Dämmern dürfte den meisten Anlegern dagegen langsam, dass Krypto-Währungen für ein Investment nach der klassischen Definition von Benjamin Graham eher weniger geeignet sind. Zumal keineswegs klar ist, ob Krypto-Währungen für die Blockchain-Technologie (schon heute) zukünftig überhaupt benötigt werden. Davon losgelöst stellt sich die Frage, ob die Blockchain nicht nur ein spannendes Produkt, sondern auch ein profitables Business Modell sein kann. Eine Unterscheidung, die viele Anleger leider oftmals nicht treffen. Bestes Beispiel ist der Monopolist Uber. Schon hier gehen Fachleuten - trotz Ubers enormer Spannweite, den skandalös niedrigen Löhnen und der eigentlich gut funktionierenden App - langsam die Argumente aus, wie daraus jemals ein tragfähiges Geschäftsmodell (Kapitalrendite > Kapitalkosten) werden soll.

Ob sich langfristig die informationellen Monopolisten durchsetzen, oder dezentrale Technologien und Unternehmen ihnen in naher Zukunft die gegenwärtige Vormachtstellung streitig machen können, kann heute absolut niemand seriös beurteilen.

Disclaimer: Die im Blog zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen sind die persönliche Meinung des Autors und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung der FondsConsult Research AG oder der €uro Advisor Services GmbH wider.

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Stephan Schrödl

Stephan Schrödl

Stephan Schrödl ist Dipl.-Volkswirt und hat an der Universität Regensburg studiert. Bei der FondsConsult Research AG ist er als Senior Analyst für die Selektion von Investmentfonds verantwortlich. Zu seinen Spezialgebieten zählen u.a. Alternative Investments.

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