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| 16.07.2010 09:00 |
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Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert verständliche Informationen und eine bessere Aufklärung über die Risiken von Finanzprodukten |
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Gesetzliche Standards, mehr Aufsicht und eine bessere Risikoaufklärung in der Finanzberatung – das fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin: "Die Bundesregierung agiert beim Anlegerschutz zu zaghaft", kritisiert vzbv-Vorstand Gerd Billen. "Nach wie vor klären Banken und Finanzvermittler Verbraucher nicht richtig und wahrhaftig über Risiken von Geldanlagen auf." Folglich können Verbraucher die Gefahren von Anlagen und Finanzprodukten nicht wirklich bewerten.
Nach den Erfahrungen der Verbraucherschützer gibt es mehrere Gründe, warum Anleger die für sie falschen Finanzprodukte wählen. Meistens fehlen die verständlichen Informationen und Erklärungen seitens der Berater; Banken und Finanzvermittler verkaufen zudem eher risikoreiche Anlagen, weil sie daran mehr verdienen. Die Aufklärung über mögliche Risiken kommt dabei zu kurz. Die Hoffnungen der Verbraucherschützer ruhen nun auf dem Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutze, das bis 21. Juli vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll. "Es enthält einige positive Ansätze, verfehlt aber das Ziel, das Ungleichgewicht in der Finanzvermittlung wirksam zugunsten der Verbraucher zu verschieben", monieren die Verbraucherschützer. Sie haben nun einen eigenen Katalog von Forderungen veröffentlicht, wie der Anlegerschutz zu sichern ist.
Die wichtigsten Forderungen sind:
Das einheitliche und verbindliche Informationsblatt:Dieses soll alle Informationen zu einer Anlage bündeln und zugleich über die Risiken aufklären. "Der Gesetzentwurf sieht bisher keinen verbindlichen Standard vor, ein einfacher Vergleich der Produkte ist daher kaum möglich", so der vzbz.
• Standards für Beratungsprotokolle:" Zur Dokumentation von Verkaufsgesprächen sind gesetzliche Standards erforderlich, damit das Protokoll den tatsächlichen Verlauf des Gesprächs widerspiegelt."
• Vorgaben zur Erfassung der Risikobereitschaft eines Anlegers:"Heute teilen die Verkäufer ihre Kunden meist relativ willkürlich in Risikoklassen ein. Verlustmöglichkeiten werden nur unzureichend thematisiert", beobachtet der vzbz.
• Mehr Qualifikation:"Für alle Finanzvermittler (Banken, Versicherungen, Vermögensberater, Strukturvertriebe) müssen gleiche Regeln in punkto Qualifikation, Zulassung, Transparenz und Vermögensabsicherung gelten. Die Finanzaufsicht muss die Einhaltung kontrollieren."
Um mehr über die Risikobereitschaft von Anlegern zu erfahren, nimmt der Bundesverband der Verbraucherschützer zurzeit an einem Forschungsprojekt der Universität Mannheim teil. Der dortige Lehrstuhl für Bankbetriebslehre hat einen Online-Test für Verbraucher zur Überprüfung des Sicherheitsbewusstsein in Sachen Kapitalanlagen entwickelt. Die Ergebnisse der anonymen Tests werden gesammelt und sollen den Forschern Einsichten in das Verhalten von Anlegern bringen. Der Link zum Test
(vs)
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