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06.07.2010 15:23
"Die Flucht in Gold als sicherer Hafen hält an"
Werner J. Ullmann, Rohstoffexperte von ERA Resources, setzt weiter auf Edelmetalle
Die Jagd nach Edelmetallen geht weiter. Dieser Meinung ist Werner J. Ullmann, Rohstoffexperte von ERA Resources, und hält an einer Zielspanne von 1500 bis 1600 Dollar fest. "Die Flucht in Gold als sicheren Hafen wird anhalten. Zwar hat sich die Verschuldungskrise zuletzt etwas beruhigt, aber bei weitem nicht entschärft", sagt Ullmann. "Wenn allein Griechenland Auslöser des derzeitigen Nachfrageschubs ist, was passiert dann erst, wenn weitaus größere Volkswirtschaften wie die USA, Japan oder Großbritannien in Finanznot kommen?"

»Die Verschuldungskrise der Staatshaushalte hat Edelmetallen ein beeindruckendes erstes Halbjahr 2010 beschert. Ausgehend von einem Kurs von rund 1.125 US-Dollar je Feinunze zu Jahresbeginn erreichte der Goldpreis zwischenzeitlich einen Höchststand von gut 1.260 US-Dollar. Mit einem Plus von circa 15 Prozent legte der Silberpreis sogar noch stärker zu. Gewinnmitnahmen haben die Edelmetallpreise zu Beginn des zweiten Halbjahres zwar leicht gedrückt, aber die Preise bleiben auch in den saisonal schwachen Sommermonaten hoch.

In den USA sind 46 von 51 Bundesstaaten in einer ähnlichen finanziellen Situation wie Griechenland, die Staatsverschuldung Japans liegt bei 220 Prozent, und Großbritannien signalisierte kürzlich, bei weiteren Krisen keine unterstützenden Maßnahmen für die Bankenlandschaft mehr leisten zu können.

Kupfer nahm als führender Indikator für die weltwirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr noch eine gute Entwicklung, geriet zuletzt allerdings ebenfalls unter Abwärtsdruck. Der Verkauf neuer Eigenheime in den USA ist drastisch um 30 Prozent zurückgegangen, das Konsumentenvertrauen eingebrochen, und die Arbeitslosenquote bleibt hoch. Dies signalisiert, dass die monetären Stimulierungsmaßnahmen weitgehend ins Leere laufen. Als Folge schwächt sich aktuell auch das Wachstum in China ab. Sowohl der breite CRB-Index als auch der Ölpreis notieren unter ihren Werten zu Jahresbeginn. Für Basismetalle kann sich der Aufwärtstrend nur fortsetzen, wenn sich inflationäre Tendenzen am Markt durchsetzen oder die Konjunktur aus eigenen Kräften anzieht.

Soft Commodities entwickelten sich im ersten Halbjahr sehr uneinheitlich. Während der Zuckerpreis aufgrund der deutlichen Ausweitung der Anbaufläche in Indien stark eingebrochen ist, hat sich Kakao sehr gut entwickelt. Dessen Preis enthält ebenso wie der von Kaffee viel spekulatives Geld. Insgesamt sind die Lager verhältnismäßig schwach gefüllt. Deshalb erwarten wir für ausgewählte Soft Commodities auch im weiterenJahresverlauf Unterstützung. Insbesondere Getreide, Weizen, Mais und Soja sowie Potash besitzen Potenzial nach oben.«

(kju)
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