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10.02.2010 08:21
Nachhaltige Altersvorsorge ist gefragt
Eine aktuelle Umfrage in sechs europäischen Ländern zeigt, dass nachhaltige Kapitalanlagen (SRI = socially responsible investment) in der betrieblichen Altersvorsorge zukünftig eine größere Rolle spielen dürften.
Brigitte Miksa, Leiterin des Bereichs International Pensions bei Allianz Global Investors, sagt: "Aufgrund ihres langfristigen Anlagehorizonts und der Höhe des verwalteten Vermögens sind Altersvorsorgeeinrichtungen wichtige Wegbereiter für den SRI-Ansatz. Um die aktuelle Entwicklung, die Triebkräfte und zukünftige Trends besser einschätzen zu können, haben wir bAV-Experten aus Wissenschaft, Beratungsunternehmen, Pensionsfonds, Finanzinstituten, Verbänden und öffentlicher Verwaltung befragt. Aus dieser Expertenbefragung können wir einen Vergleichsmaßstab ableiten, an dem sich die tatsächliche zukünftige Entwicklung messen lässt."

SRI-Kriterien wichtig, auch jenseits von Aktien
Die Mehrheit der Experten (60%) denkt, dass Pensionsfonds zukünftig stärker SRI-Kriterien bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen werden. Hinter dieser Trendaussage liegen deutliche regionale Unterschiede. Während fast 90% der Befragten in Frankreich, 80% in den Niederlanden und 63% in Italien von dieser Entwicklung ausgehen, sind die Befragten in Deutschland (54%) und in der Schweiz (46%) etwas weniger optimistisch. Mit weniger als einem Drittel fällt die Zustimmung zu der These in Großbritannien am geringsten aus.

Öffentliche Meinung als Treiber
Die Befragung fördert auch zutage, dass in erster Linie die externen Interessengruppen (Gewerkschaften, Regierungen oder die öffentliche Meinung) am stärksten für die wachsende Bereitschaft von Pensionsfonds, gemäß SRI-Kriterien zu investieren, verantwortlich sind. Die öffentliche Meinung wird dabei mit durchschnittlich 78% als der bei weitem wichtigste Treiber für SRI angesehen. 64% sehen die Gewerkschaften, 46% Regierungen als wichtigen Treiber. Trotz des insgesamt positiven Ausblicks für SRI, glauben überraschend wenige Experten, dass SRI durch höhere Renditeerwartungen oder niedrigere Risiken – zwei wichtige Argumente für SRI – getrieben wird. Im Durchschnitt gaben nur 17% an, dass die Erwartung höherer Erträge sich positiv auf die Nachfrage nach SRI-Investments auswirkt. Die Befragungsergebnisse in Frankreich fallen dabei mit 20% am optimistischsten aus. Eher noch gehen die Befragten (24% im Schnitt) davon aus, dass Risikominimierung die Nachfrage nach SRI antreiben wird, wobei die Zustimmung in Frankreich mit 40% am höchsten und in Großbritannien mit 6% am niedrigsten ist.

(TB)
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