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| 07.12.2009 09:44 |
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| Wege aus der Krise |
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Nach all der Kritik an Immofonds – es gibt auch Positives: Strenge Kündigungsfristen für Institutionelle sollen die Anlageklasse wieder ins Lot bringen. |
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Normalerweise müssten Anleger die
Anbieter Offener Immobilienfonds
mit Geld überschütten. Schließlich nähren
steigende Staatsverschuldung und anziehende
Rohstoffpreise vielfach die Angst
vor Inflation. Zudem sind nach der starken
Aufwärtsbewegung an
den Aktienmärkten Rückschläge
nicht auszuschließen.
Das macht Sachwerte
interessant. Doch die Anleger
sind nervös und ziehen
Kapital ab: 81 Millionen
Euro im September, 660
Millionen im Oktober.
Wer verkauft, bezweifelt,
dass Immofonds der richtige
Schutz gegen Geldentwertung
sind. Fakt ist: Seit
Oktober 2008 verweigern der DEGI Europa, der KanAm US-Grundinvest Fonds, der Morgan Stanley P2 Value und der TMW Immobilien Weltfonds die Rückgabe
von Anteilen durchgängig. Zudem wurden der Degi
International und der AXA Immoselect
nach einer kurzen Öffnungsphase in diesem
Jahr erneut dicht gemacht. Insgesamt
sind neun Milliarden Euro eingefroren.
Auslöser für die Schwierigkeiten der
Fonds war die Finanzkrise. Sie hatte institutionelle
Investoren zum Abzug hoher
Summen veranlasst.
Das Ansehen leidet
Martin Stürner, Vorstand der Vermögensverwaltung
PEH, bezeichnet die erneuten
Schließungen als Super-GAU: "Der
Imageschaden ist immens." Stürner rät
zum Verkauf der betreffenden Fonds über
die Börse, sofern sich der Preisabschlag in
einem Rahmen von zwei bis fünf Prozent
bewegt. "Die Fonds sind dicht, weil die
Anbieter ernste Schwierigkeiten haben,
die notwendige Liquidität sicherzustellen.
Um die Anleger auszuzahlen, könnten sie
zu Notverkäufen gezwungen sein, was
angesichts der Lage am Immobilienmarkt
zu Lasten der Rendite gehen dürfte."
Stürner rät bei Immofonds generell zur
Vorsicht. "Ich will den Fonds ihre wertstabilisierende
Wirkung nicht absprechen.
Doch das Risiko, möglicherweise zwei
Jahre nicht an mein Geld zu kommen und
andere Investmentchancen zu verpassen,
steht in keinem Verhältnis
zum Ertrag." In den eigenen
Strategien setzt Stürner
als sicheren Baustein auf
deutsche Staatsanleihen.
"Deren Rendite liegt im
Schnitt gerade mal einen
Prozentpunkt unter jener
der Immobilienfonds. Dafür
sind sie jederzeit handelbar."
Anlegern wird zur Geduld geraten
Wolfgang Kubatzki ist
hier ganz anderer Meinung:
"Offene Immobilie
nfonds sind immer noch
das liquideste Immobilienprodukt", betont
der Leiter Real Estate der Feri EuroRating
Services AG. Sie seien nach wie vor das
geeignete Vehikel, um das Auf und Ab
anderer Anlageklassen auszubalancieren.
Der Experte rät Anlegern, die ihr Geld
nicht dringend benötigen, in den eingefrorenen
Produkten investiert zu bleiben.
Im kommenden Jahr will der Gesetzgeber
für diese Investorengruppe klare
Kündigungsfristen festschreiben. "Dann
wird die Anlageklasse wieder in ruhigeres
Fahrwasser zurückfinden", glaubt Kubatzki.
Allerdings seien die Zeiten des stetigen
Wachstums vorbei. Auch innerhalb der
Branche werde es Veränderungen geben.
"Die Fonds, die über einen starken Vertrieb
verfügen und deren Immobilien
überwiegend langfristig vermietet sind,
werden sich am Markt durchsetzen." Und
die Renditen? "Die dürften in den kommenden
zwei Jahren im Schnitt zwischen
drei und vier Prozent liegen."
Autor: Jörg Billina
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