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13.07.2017 | 11:04

Swisscanto: CoCo-Anleihen-Markt wächst und beeindruckt im 2. Quartal

Ein fortgesetzt starkes Makroumfeld in Europa und geringere politische Risiken führten zu einem weiteren beeindruckenden Quartal für den CoCo-Markt. Das gilt umso mehr, als das Quartal ungewöhnlich ereignisreich war: mit Wahlen in Frankreich und Großbritannien, der ersten Abschreibung eines CoCo-Bonds (Banco Popular) überhaupt, dem ersten Ausfall einer Zinszahlung für eine CoCo-Anleihe (Bremer Landesbank) sowie der Abwicklung zweier italienischer Banken aus Venetien.

Insgesamt wuchs der CoCo-Markt um weitere zehn Milliarden US-Dollar an. Ganze elf Neuemissionen wurden im Quartal aufgelegt und ließen das Gesamtvolumen des CoCo-Markts auf 180 Milliarden US-Dollar ansteigen. “Wir beteiligten uns an neun dieser Neuemissionen. Besonders attraktiv erschienen uns Banco Santander, Erste Bank, HSBC (in US-Dollar) und die national führende mexikanische Bank Banorte. Als Signal für die kontinuierliche Reifung des CoCo-Markts ist zu werten, dass das Bail-in der beiden ausstehenden AT1-CoCo-Bonds der Banco Popular (sowie der Tier-2-Anleihe) keine größeren Auswirkungen hatte“, so Daniel Björk, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Invest COCO.

Weiter sagt Björk: “Wir waren nicht investiert bei der Banco Popular, da uns die schwache Ertragskapazität der Bank und die niedrige Eigenkapitalausstattung angesichts drohender Kreditausfälle bedenklich erschienen. Wir hielten das Geschäftsmodell der Bank für zu wenig nachhaltig und ordneten ihren AT1-CoCo-Bonds ein entsprechend hohes Risiko zu. Auch in die Papiere der beiden Banken aus Venetien und der Bremer Landesbank waren wir nicht investiert. Besonders wichtig sind für uns bei der Anlage auf dem CoCo-Markt die Emittentenauswahl und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass der europäische Bankensektor insgesamt weiter erstarkt, nicht zuletzt infolge der zusätzlichen Aktienkapitalerhöhungen.“

CoCos mit attraktiver Performance im zweiten Quartal 2017

Der Swisscanto (LU) Bond Fund COCO verbuchte ein starkes Quartal mit einer Bruttogesamtrendite von rund fünf Prozent (abgesichert in Schweizer Franken, davon 3,5 Prozent Kursrendite und 1,5 Prozent Carry-Rendite). “Wie schon im ersten Quartal kann er damit sehr gut mit dem gesamten CoCo-Markt mithalten. Zum Vergleich: Die Benchmark BofA Merrill Lynch (BAML) CoCo Index verzeichnete im 2. Quartal 2017 eine Gesamtrendite von rund 3,6 Prozent (abgesichert in Schweizer Franken, davon 2,2 Prozent Kursrendite, 1,4 Prozent Carry-Rendite), was unter anderem einer Verengung der Credit Spreads um 45 Basispunkte (Bp) auf 375 Bp zuzuschreiben war. Der Credit Spread der Fondspositionen verengte sich um 80 Bp (und damit um 35 Bp mehr als am Gesamtmarkt) auf 410 Bp. Dass wir die CoCo-Bonds von Banco Popular gemieden hatten, wirkte sich ebenfalls positiv auf die relative Fonds-Performance aus“, so Björk.

Zur aktuellen Positionierung sagt der Manager: “Wir gewichten auf US-Dollar lautende CoCos unter. Auf Länderebene gewichten wir die stärksten spanischen und italienischen Banken über und halten eine Untergewichtung in britischen Banken. Und bei den Emittenten weist das Portfolio Übergewichtungen in den größten spanischen und italienischen Banken auf. Diese aktuelle Positionierung ergibt insgesamt für den Fonds zum Quartalsende eine Verfallsrendite von 5,8 Prozent, einen Credit Spread von 410 Bp und eine modifizierte Duration von 4,1 Jahren (vor Abzug von Gebühren und Währungsabsicherung).“

Ausblickend meint Björk: “Der CoCo-Markt wird weiter von einem Umfeld profitieren, das erstens von starkem europäischen Wachstum geprägt ist, zweitens die meisten großen europäischen Banken mit wachsenden Kapitalpuffern und guten Gewinnen zeigt sowie drittens das Kuponausfallrisiko bei CoCos mit regulatorischen Maßnahmen reduziert hat. Der durchschnittliche Spread im europäischen CoCo-Markt liegt derzeit bei rund 440 Bp und ist immer noch 40 Bp höher als das Level von 400 Punkten vom Juni 2014. Dabei ist das Makro-Umfeld heute deutlich stärker als damals, die Kapitalausstattung der Banken hat sich verbessert und der Reifegrad des CoCo-Markts hat deutlich zugenommen. Die 440 Basispunkte sehen auch im Vergleich zu EUR und US High Yield attraktiv aus. Obwohl wir am CoCo-Markt auch weiterhin Volatilität erwarten, sind die aktuellen Credit Spreads am CoCo-Markt fundamental gut unterstützt. Deshalb halten wir den CoCo-Markt für eines der attraktivsten Segmente des globalen Fixed-Income-Universums.“

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