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08.06.2017 | 14:07

Swisscanto: CoCo-Anleihen-Markt bleibt attraktiv – trotz jüngstem Ereignis

Die EZB hat gestern bekannt gegeben, dass die spanische Banco Popular an die Santander verkauft werden muss. Konkret erlebt der CoCo-Markt damit seinen ersten Ausfall in seiner Geschichte. Die Attraktivität des CoCo-Markts ist aber nach diesem Vorfall weiterhin gegeben.

(Foto: Björk Daniel, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Invest COCO)

Gestern Abend hat die Europäische Zentralbank (EZB) – in ihrer Funktion als Aufsichtsbehörde der Banken im EU-Raum – bekannt gegeben, dass die spanische Banco Popular an die Santander verkauft werden muss. “Der Grund für diese Entscheidung liegt in der Tatsache, dass die EZB überzeugt ist, dass Banco Popular nicht überlebensfähig ist und dementsprechend abgewickelt wird. Die Liquiditätssituation der Banco Popular war so angespannt, dass sie zukünftig nicht mehr in der Lage gewesen wäre, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Konkret erlebt der CoCo-Markt damit seinen ersten Ausfall in seiner Geschichte. Die beiden ausstehenden CoCo-Bonds werden – wie das Aktienkapital auch – auf null abgeschrieben. Die ausstehenden T2-Bonds (welche relativ zu CoCo eine höhere Seniorität genießen) werden in Aktienkapital umgewandelt, also faktisch wird auch diese Kapitalstruktur auf null abgeschrieben“, so Daniel Björk, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Invest COCO.

Auswirkungen auf die Fondspositionierung

“Wir haben keine Positionen in Banco Popular. Damit wird unser CoCo-Fonds nicht von diesem Ausfall in Mitleidenschaft gezogen. Wir beobachteten den Emittenten über die vergangenen Jahre immer sehr genau und sind immer wieder zur Überzeugung gekommen, dass die offerierten Kupons (welche mit teilweise 11,5 Prozent zu den höchsten im Universum gezählt haben) nicht ausreichen, um eine Investition zu erlauben. Der Hauptgrund für unsere skeptische Haltung war immer, dass wir nie von der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodelles der Bank überzeugt waren“, sagt Björk.

Weiter meint der Fondsmanager: “Die Analyse der Geschäftsmodelle ist unser Hauptfokus im Anlageprozess und dieser Ausfall der Banco Popular unterstreicht die Richtigkeit unseres Ansatzes. Der Ausfall eines CoCos wird also nicht durch den eigentlichen Triggerpoint verursacht, vielmehr sind es die Aufsichtsbehörden, welche proaktiv Banken schließen, um einen Flächenbrand zu verhindern. Dabei stützen sie sich ebenfalls auf ihre Analyse der Geschäftsmodelle und der kurzfristigen Liquiditätssituation, die eigentliche Eigenkapitalunterlegung der Banco Popular würde nämlich noch immer den geltenden Vorschriften genügen.“

Auswirkungen auf den CoCo-Markt

Zum Markt allgemein sagt Björk: “Dieser Ausfall scheint zurzeit isoliert auf den Emittenten Banco Popular beschränkt zu sein, einen breiten Einfluss auf den CoCo-Markt erwarten wir nicht. Wir gehen davon aus, dass sich der Markt in Zukunft verstärkt die Frage stellen wird, welche Emittenten ausreichend kapitalisiert, diversifiziert und nachhaltig aufgestellt sind, um den zukünftigen Herausforderungen zu genügen. Dies wird sich auch in den Risikoprämien niederschlagen und so entstehen für uns als aktiver Manager Möglichkeiten, von diesen Unterschieden zu profitieren. Dabei ist es eben auch sehr wichtig, dass man sich auch tatsächlich aktiv auf dem Markt bewegen kann.“
Das Fazit von Björk lautet: “Die Attraktivität des CoCo-Markts ist auch nach diesem Vorfall weiterhin gegeben. Keine andere Fixed Income-Alternative offeriert ähnlich hohe Kompensationen des Risikos. Dabei ist das Risiko im Bereich der CoCos vordergründig am höchsten, jedoch muss berücksichtigt werden, dass zum Beispiel Bonds mit höherer Seniorität bei einer Intervention der Behörden ebenfalls vollständig abgeschrieben werden, jedoch ist dort die Kompensation einiges tiefer. CoCos von Emittenten mit nachhaltigen Geschäftsmodellen sind in der Kombination mit einem aktiven – auf Emittentenanalyse fokussierten – Investitionsansatz unverändert interessant.“

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