Porträt

Kontakt

15.02.2018 | 10:30

ODDO BHF AM: Strategie 2018 - Ein gutes Jahr für Risikowerte

Zum Auftakt des neuen Jahres präsentiert sich das Wachstum an allen großen Märkten überaus dynamisch. Auch in 2018 dürfte sich Risikofreude für Anleger auszahlen. Doch es gibt auch ein paar kritische Punkte bei dieser Markteinschätzung.

Für die USA erwarten wir ein über Potenzial liegendes Wachstum. Hier könnten die Steuerreformen das BIP-Wachstum um 0,3% steigern. In diesem Umfeld dürfte die US-Notenbank an ihrem geldpolitischen Normalisierungskurs festhalten und auf die drei 2017 bereits erfolgten Zinserhöhungen 2018 mindestens drei weitere Zinsschritte folgen lassen. Dies sollte die langfristigen Zinsen nach oben treiben, ohne jedoch die Rally bei Risikowerten aus dem Tritt zu bringen.

Die EZB hinkt der Fed in Sachen Zinserhöhungszyklus hinterher. Ihre Politik dürfte weiterhin unterstützend bleiben, d.h. vorerst ist keine Zinserhöhung in Sicht. Erste Drosselungen der Anleiheankäufe sind aber bereits eingeleitet. Angesichts des weiterhin kräftigen, über Potenzial liegenden Wachstums wird die Eurozone der Markt sein, den es 2018 zu beobachten gilt. Es bleibt abzuwarten, wie sich etwaige Risiken im Umfeld der italienischen Wahlen und das Ergebnis der langwierigen Koalitionsverhandlungen in Deutschland auf das Marktumfeld auswirken werden.

Angesichts eines für die Schwellenländer prognostizierten BIP-Wachstums von 4,5% können Anleger hier weiterhin auf gute Erträge hoffen. In Japan dürften steigende Investitionsausgaben für öffentliche Infrastruktur für positive Impulse sorgen. In China ist mit einer leichten Abschwächung zu rechnen, da die Regierung den Kreditboom so behutsam wie möglich einzudämmen versucht und Kapazitätsüberschüsse in der Industrie abbauen muss.

Auch 2018, so unsere Überzeugung, dürfte sich (wie schon 2017) Risikofreude für Anleger auszahlen. Dennoch gibt es ein paar Punkte, die unsere langfristige Markteinschätzung beeinflussen könnten. Neben einer möglichen Wachstumsabschwächung in China könnten auch Handelsschocks durch protektionistische Maßnahmen – eigentlich bereits für das erste Jahr der Trump-Präsidentschaft erwartet – vor den US-Mid-Term-Wahlen im November wieder zum Thema werden. Wachsende geopolitische Risiken in Nordkorea und Iran könnten die optimistische Anlegerstimmung trüben. Für den Moment jedoch stehen Anleger lediglich vor der Qual der Wahl zwischen diversen Anlageoptionen.

Werden europäische Aktien 2018 weiter zulegen?

Europa, und insbesondere die Eurozone, sehen wir als beste Option für Aktienanleger. Hier feuert die Wirtschaft in Deutschland auf allen Zylindern und ist zumindest in einigen der südeuropäischen Nachzügler auf Erholungskurs. Indikatoren zu Verbrauchervertrauen und Geschäftsklima tendieren nach oben. Auch die Industrieproduktion zieht an. Ein besonders schlagendes Argument für den Kauf europäischer Aktien ist jedoch ihre Bewertung. Mit den in den letzten drei Jahren boomenden US-Aktienmärkten konnte Europa nicht Schritt halten. In 2017 ist dieser Abstand noch gewachsen, abzulesen am KGV im Stoxx Europe 600, das aktuell 18% niedriger ist als im entsprechenden US-Index, dem S&P 500. Zudem bieten in Europa Aktien gegenwärtig im Durchschnitt eine im Vergleich zur Anleiherendite höhere Dividendenrendite. Da der durchschnittliche Gewinn je Aktie am europäischen Aktienmarkt aktuell 15% unter dem Niveau von 2007 liegt, ist noch viel Luft nach oben.

Eurozone: Verbrauchervertrauenund BIP

In einem wachstumsstarken Umfeld bieten europäische Standardwerte enormes Aufholpotenzial trotz Gegenwind in Form eines starken Euro. Wir sind überdies überzeugt, dass sie von der US-Steuerreform profitieren werden. Zwei Jahre nach Ausbruch des Diesel-Skandals ist es nun an der Zeit, den Automobilsektor wieder in den Blick zu nehmen. Alle deutschen Autohersteller wiesen für das letzte Jahr Rekordumsätze aus und sind weiterhin attraktiv bewertet. Auch Banken dürfte die Konjunkturbelebung Rückenwind geben. So werden sie von steigenden Langfristzinsen profitieren und bieten nicht nur ein hohes Wachstumspotenzial, sondern auch hohe Dividenden.

AktienUSA & Europa: Durchschnittl. KGVs

Sollten Anleger in US-Aktien investiert bleiben?

Unsere Antwort lautet ja. US-Unternehmen können auch weiterhin ihre Versprechen einlösen. So ist die Gewinnwachstumsdynamik unverändert intakt und die Bewertungen präsentieren sich im Vergleich zum Zinsniveau angemessen. Zumindest kurzfristig dürfte die kurz vor Weihnachten verabschiedete Steuerreform durch Senkung der Unternehmenssteuer von 35% auf 21% für Wachstumsimpulse sorgen. Die Reform wird nicht nur Gewinne und Löhne, sondern auch ausländische Investitionen in US-Firmen und die Repatriierung von Gewinnen ankurbeln. Darüber darf jedoch der langfristige Negativeffekt für das US-Haushaltsdefizit nicht vergessen werden. Zunächst jedoch ist die Reform für die US-Konjunktur positiv. Unsere Präferenz liegt hier weiterhin auf dem Technologiesektor, da die Gewinnmargen hier höher sind als am US-Aktienmarkt insgesamt. Zur Portfoliodiversifizierung mit defensiven Aktien empfiehlt sich der Gesundheitssektor.

Was ist mit den Schwellenländern?

Schwellenländer bieten weiterhin ein robustes Wachstumsumfeld. Für Anleger besteht somit kein Anlass, der Region den Rücken zu kehren. Selbst eine Konjunkturabkühlung in China ist kurzfristig nicht beunruhigend, da dies in Einklang mit dem Bestreben der Regierung steht, die Wirtschaft zu stabilisieren. Die attraktivsten Aktien in den Schwellenländern werden von der wachsenden Verbrauchernachfrage der neu entstandenen Mittelklasse profitieren.

Die vollständige Investmentstrategie "Es bleibt prickelnd ..." können Sie hier herunterladen.

Fonds im Fokus

Veranstaltungen