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06.09.2017 | 10:05

Kames Capital: Quantitative Easing dürfte an Popularität verlieren

Am morgigen Donnerstag findet die Sitzung der Europäischen Zentralbank statt. Mario Draghi wird sich dennoch zurückhalten. Anleger sollten nicht mit einem Ende des Quantitative Easing rechnen.

(Foto: Sandra Holdsworth, Co-Managerin des Kames Absolute Return Bond Global Fund, zur morgigen Sitzung der Europäischen Zentralbank)

"Diejenigen von uns, die die europäische Geldpolitik genauer verfolgen, haben den ganzen Sommer geduldig gewartet, dass Mario Draghi einige Hinweise darauf gibt, wie sich die Politik in der Eurozone entwickeln wird. Zum Leid der Beobachter hat sich Mario Draghi mit Äusserungen zurückgehalten - trotz positiver Wirtschaftsdaten, die in den letzten zwei Monaten veröffentlicht wurden. Nun hoffen wir, dass das Warten mit der morgigen Sitzung der EZB ein Ende hat. Am Donnerstag wird Mario Draghi die Ergebnisse vorstellen, eine Erklärung abgeben und Fragen beantworten. Er wird auch die jüngsten Prognosen der EZB für das Wirtschaftswachstum und die Inflation in der Eurozone bekannt geben. Erwartungen sind da, dass Mario Draghi erste Absichten signalisieren wird, das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten im kommenden Jahr zurückzufahren. Wir gehen davon aus, dass Entscheidungen über das Tempo der Änderungen und weitere Details erst im Verlaufe des Jahres kommuniziert werden – wahrscheinlich deshalb weil dies im Vorfeld der Wahlen in Deutschland zu Kontroversen führen könnte.

Es ist kein Geheimnis, dass der Mangel an deutschen Bundesanleihen, welche der EZB für Käufe zur Verfügung stehen, ein Problem darstellt. Eine blosse Verringerung der Käufe dürfte dies nicht lösen. Um mit den Asset-Käufen auch 2018 fortzuführen – evtl. auf einem tieferen Niveau – muss das Public Sector Purchase Programm von den Verteilschlüsseln mehr als je zuvor abweichen. Dies bedeutet, dass zu Lasten von Bundesanleihen mehr französische und italienische Anleihen gekauft werden müssen. Dadurch dürfte das Quantitative Easing-Programm, das in Deutschland aufgrund der Risiken sowieso niemals sehr populär war, nochmals an Popularität verlieren."

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