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20.07.2017 | 13:30

NNIP: ESG-Investments: Bitte mehr Pragmatismus

Die zunehmende Integration ökologischer und sozialer Faktoren sowie Fragen der Unternehmensführung (ESG-Themen) in Portfolios wird von einer schier endlosen Debatte begleitet. Sie dreht sich um die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens und fester Definitionen, um verantwortungsvolles Investieren in der Breite Realität werden zu lassen.

(Foto: Adrie Heinsbroek, Leiter des Responsible Investment Teams)

Die zunehmende Integration ökologischer und sozialer Faktoren sowie Fragen der Unternehmensführung (ESG-Themen) in Portfolios wird von einer schier endlosen Debatte begleitet. Diese Debatte unter Analysten, Ratingagenturen und anderen Branchenakteuren dreht sich nicht zuletzt um die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens und fester Definitionen, die nach Meinung der Beteiligten zuerst bestehen müssen, bevor verantwortungsvolles Investieren in der Breite Realität werden kann.

Im Kern dreht sich die Diskussion vor allem darum, dass zunächst klare und quantifizierbare Definitionen von Begriffen wie „ESG“, „nachhaltige Entwicklung“, „verantwortungsvolles Investieren“ oder „Impact Investing“ notwendig sind, bevor Vermögensverwalter und Fondsmanager diese Begriffe zur Beschreibung und Abgrenzung ihrer Produkte und Strategien heranziehen können. Das ist wenig pragmatisch. Tatsache ist, dass man die ESG-Auswirkungen börsennotierter Unternehmen, von Anleiheemittenten oder öffentlichen Bauvorhaben durchaus ohne langwierige Diskussionen terminologischer Spitzfindigkeiten bewerten kann. Die semantische Analyse der voraussichtlichen gesellschaftlichen oder ökologischen Wirkung eines Investments trägt wenig zum praktischen Verständnis des tatsächlichen ESG-Potenzials bei.

Asset Manager müssen jedoch heute schon über die reinen Finanzkennzahlen hinausschauen, das erwartet die Öffentlichkeit von ihnen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die Wertentwicklung vernachlässigt. Es bedeutet, dass man die außerfinanzielle Performance (oder ihr Fehlen) unvoreingenommen prüft, um ihre wirtschaftliche Relevanz insgesamt beurteilen zu können. NN Investment Partners geht hier parallel in Theorie und Praxis vor: Auf theoretischer Ebene suchen wir nach Belegen, dass und wie die Integration von ESG-Kriterien in Investments funktioniert. Das geschieht durch unsere datenbasierten Fundamental-Analysen in enger Zusammenarbeit mit unserem wissenschaftlichen Forschungspartner European Centre for Corporate Engagement (ECCE) an der Universität Maastricht, dem weltweit führenden Research Institut zum Thema Responsible Investing.

Auf praktischer Ebene nutzen wir unsere Erkenntnisse, um tiefer fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.
Die Einbeziehung von ESG-Kriterien muss die aktuelle Debatte in Wirtschaft und Gesellschaft reflektieren, unabhängig von bestimmten Methoden oder Begriffen. Einer konstruktiven Diskussion dienlich ist, sich vor Augen zu führen, wie wichtig ESG in der Praxis ist. Themen wie Klimawandel und Kohlenstoffemissionen beherrschen die Schlagzeilen. Insofern sollte man bei Anlageentscheidungen auch Umweltaspekte im Auge behalten, allerdings ohne aus den Augen zu verlieren, warum man diese ESG-Faktoren einbezieht – um Wert zu schaffen. Wert erstreckt sich dabei nicht auf finanziellen Gewinn allein, sondern auch auf gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen.

Es geht also um einen „dreifachen Gewinn“ – finanziell, sozial und ökologisch. Dabei ist es egal, ob wir es „nachhaltige Anlagen“, „ESG-Integration“ oder „Impact Investing“, etc. nennen, wir brauchen schlicht einen klaren Blick auf die Realitäten: Die Konzentration nicht auf Begrifflichkeiten, sondern auf greifbare und relevante Faktoren verantwortungsbewussten Handelns in der Wirtschaft.


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