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Ausblick

13.07.2017 | 10:22

ETF Securities: Industriemetalle übergewichten, Energie untergewichten

Für das dritte Quartal 2017 empfiehlt sich, die Allokation in US-Standardwerten und französischen Aktien anzuheben und Schwellenmarktaktien weitgehend unterzugewichten. Das antizyklische Modell von ETF-Securities rät dazu, Rohstoffe und Energie unter- und Industriemetalle, Edelmetalle und Lebendvieh überzugewichten.

Für das dritte Quartal 2017 empfiehlt sich, die Allokation in US-Standardwerten und französischen Aktien anzuheben und Schwellenmarktaktien weitgehend unterzugewichten. Das antizyklische Modell von ETF-Securities rät dazu, Rohstoffe und Energie unter- und Industriemetalle, Edelmetalle und Lebendvieh überzugewichten.

Positionen im dritten Quartal 2016

Im zweiten Quartal 2017 fiel der VIX, ein Index für die Marktvolatilität, unter die einfache Standardabweichung. Im Aktienmarkt war das Risiko gering, und die Anleger kamen wie die strategische Benchmark mit einer höheren Allokation in Aktien (55%) gegenüber Anleihen (35%) gut zurecht. Im dritten Quartal 2017 kehrte die Volatilität in ihr gewohntes Band zurück, sodass das taktische Portfolio mit jeweils 45 Prozent Aktien und Anleihen ausgewogener aufgeteilt wurde. Rohstoffe werden im strategischen wie im taktischen Portfolio immer gleich mit 10 Prozent gewichtet.

Im Aktienbereich modifizierten wir unser Modell, da wir in unserem Artikel Momentum für kurzfristige taktische Wetten, Shiller-KGV für längere Zeiträume feststellten, dass die Strategie der Rückkehr zum Mittelwert, deren auf dem Shiller-KGV beruhendes CAPE-Bewertungsmodell eine Gewinnperiode von 10 Jahren berücksichtigt, dann am besten funktioniert, wenn der Anlagehorizont länger als vier Jahre ist. Bei einem kürzeren Anlagehorizont liefert etwa das taktische Portfolio bessere Ergebnisse, wenn im Rahmen einer Momentumstrategie eine Version des CAPE-Indikators mit einer verkürzten Gewinnperiode von fünf statt zehn Jahren zum Einsatz kommt. Das Modell empfahl für das dritte Quartal die Übergewichtung von US-Standardwerten, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Dänemark, da die Bewertungen verglichen mit dem 5-Jahres-Mittel ihrer realen Gewinne erhöht blieben. Mitte 2014 hatten die Bewertungen einen Höhepunkt erreicht, sie gingen dann bis Anfang 2016 zurück und steigen seither wieder. Am anderen Ende des Spektrums reduzierte das Modell seine Allokation in Brasilien, Russland, Italien, Südafrika und Mexiko. In Italien ist die Differenz zwischen Shiller-KGV und 5-Jahres-Mittel am höchsten, was auf seinen geplagten Bankensektor und die politische Instabilität wegen der auf das nächste Jahr vorgezogenen Neuwahlen zurückgeht. Sein Aktienmarkt bleibt wahrscheinlich so lange unterbewertet, wie diese Risiken ungelöst sind.

Für das dritte Quartal 2017 empfiehlt das Anleihemodell für alle Kategorien eine neutrale Position. Im Gegensatz hierzu hatte das Anleihemodell im zweiten Quartal noch alle Anleiheklassen übergewichtet, da sich die Inflations- und Zinserwartungen in den USA und der EU am Wendepunkt befanden. Die Kreditausfallswaps (CDS) der einzelnen Anleihen schwanken nach wie vor um ihren historischen Durchschnitt.

Unser antizyklisches Rohstoffmodell reduziert für das dritte Quartal die Gewichtung aller Energierohstoffe außer Rohöl der Sorte WTI. Bei Rohöl der Sorte Brent und Benzin nimmt es sogar eine Short-Position ein. Dies entspricht unserer Auffassung, dass Rohöl in einer Spanne von 40 bis 55 USD/Barrel verharrt, solange die OPEC zusammen mit anderen Ländern versucht, den Anstieg der globalen Ölförderung zu verhindern. Andererseits erhöht das Modell die Allokationen in Kupfer, Zink und Blei, während es Aluminium und Zinn short verkauft. Da Kupfer wahrscheinlich das neunte Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit beenden wird, sollte seine fundamentale Situation den Preis stützen. Das Modell ersetzt im dritten Quartal ferner die Untergewichtung aller Edelmetalle außer Palladium durch alleinige Übergewichtung von Palladium, verkauft aber Palladium genau in dem Moment short, in dem wir die Rally für übertrieben hielten. Schließlich hebt das Modell die Gewichtung von Lebendvieh an, während es bei Mais und Magerschwein short geht.

Portfolioentwicklung

Das taktische Portfolio besitzt im Vergleich zum traditionellen ausgewogenen 60/40-Portfolio und der strategischen Benchmark die geringste Volatilität, sodass dessen Sharpe-Ratio auf 0,61 steigt, während die Sharpe-Ratio des 60/40-Portfolios 0,51 und die des strategischen Portfolios 0,40 beträgt.

Das taktische Portfolio übertrifft die 60/40-Benchmark seit Januar 2005 jährlich um 0,5 Prozent und die strategische Benchmark um 0,9 Prozent.

Die einzelnen Anlageklassen des taktischen Portfolios können ihre jeweiligen Pendants im 60/40-Portfolio und in der strategischen Benchmark schlagen. So liegen die Anleihekomponente im Schnitt um 0,5 Prozent, die Aktienkomponente um 0,3 Prozent und die Rohstoffkomponente um 4,5 Prozent vorne. Dies unterstreicht die Effizienz unserer fundamental orientierten Modelle, insofern sie die Risiko-Rendite-Profile der Anlageklassen und des Portfolios verbessern.

Das taktische Portfolio bietet außerdem mehr Schutz vor Kursrisiken. Seine maximale Verluststrecke beträgt nur -25,4 Prozent, während die 60/40-Benchmark und die strategische Benchmark auch schon ein Minus von 33,0 Prozent beziehungsweise 37,0 Prozent aufholen mussten.

Schließlich kann sich das Portfolio verglichen mit den beiden Benchmarks schneller erholen. Es kehrte zum letzten Höchststand innerhalb von 2 Jahren zurück, während die Benchmarks 3 Jahre benötigten.

Methoden des Portfolios

Unsere strategische Benchmark folgt einer Long-only-Strategie mit 60 Investments in drei Vermögensklassen, das heißt, mit 25 Rohstoff-, 28 Aktien- und 7 Anleihepositionen. Die nachstehenden Startgewichtungen beruhen

  • im Rohstoffbereich auf dem Bloomberg Commodity Index,
  • im Aktienbereich auf dem MSCI AC World Index und
  • im Anleihebereich auf den Barclays Anleiheindizes.

Das strategische Portfolio ist ein Mischportfolio bestehend aus 55 Prozent Aktien, 35 Prozent Anleihen und 10 Prozent Rohstoffen. Seine Gewichtungen werden monatlich an die genannten Benchmarks angepasst.Unser taktisches Portfolio versucht, seine strategische Benchmark zu schlagen, indem es von fundamental orientierten Modellen Gebrauch macht, in denen sich unsere Expertise in den jeweiligen Anlageklassen sowie unsere Meinung über die Weltwirtschaft niederschlagen. Die Bestandteile des taktischen Portfolios werden monatlich an die Gewichtungen angepasst, die die folgenden Modelle festlegen:

  • Das Aktien-Anleihe-Handelsmodell legt die Gewichtungen von Aktien und Anleihen auf der Ebene der Vermögensklasse fest, während Rohstoffe im Portfolio jederzeit mit 10 Prozent vertreten sind.
  • Die Gewichtung der Aktien ergibt sich aus dem CAPE-Modell, das heißt dem Shiller-KGV.
  • Die Gewichtung der Anleihen wird vom Anleihemodell bestimmt.
  • Für die Gewichtung der Rohstoffe ist das antizyklische Modell verantwortlich.

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