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19.07.2017 | 08:06

ETF Securities: Gold profitiert von der erneuten Vorsicht der Fed

Gold-, Platin- und Silber-ETPs profitieren von der FED, auch Industriemetall-ETPs verzeichnen Zuflüsse, da ein Anstieg der weltweiten Infrastrukturausgaben möglich scheint. Rohöl-ETPs steigen, weil der weltweite Lagerbestand sinkt - der wöchentliche Markt- und Flowbericht.

(Foto: Jan-Hendrik Hein, Associate Director - Head of German Speaking Regions)

Gold-, Platin- und Silber-ETPs (A0LP78, A0N62D, A0N62F) kommt die erneute Vorsicht der Fed zugute. Bei Edelmetall-ETPs kam es in der vergangenen Woche zu Zuflüssen in Höhe von 82 Mio. USD, wovon 46,8 Mio. USD auf Gold, 23,9 Mio. USD auf Silber, 6,8 Mio. USD auf Platin und 4,1 Mio. USD auf den Edelmetallkorb entfielen. Yellens Aussagen über die Inflation hatten Zweifel geweckt, dass die Fed die Zinsen noch in diesem Jahr um einen weiteren Viertelpunkt anheben werde. So fiel die US-Gesamtinflation um 0,1 Prozent, an der Kerninflation von 1,7 Prozent änderte sich nichts. Der Goldpreis stieg infolgedessen im Lauf der Woche um 1,2Prozent. Gleich¬wohl bleiben wir vorsichtig, da das Potenzial, das wir bis Jahresende sehen, mit 2,3 Prozent gering ist. Darüber hinaus ist der Goldpreis ein treibender Faktor der Silber- und Platinpreise. Sollte sich die Nachfrage aus der Industrie nicht sichtlich erholen, wird Industrie- und Edelmetallen ihr Status als sicherer Hafen zugutekommen. „Silber hat unseres Erachtens bis Jahresende noch Potenzial, während Palladium es fast ausgeschöpft haben dürfte“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten in dieser Woche wieder Zuflüsse, da die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes ihren Anstieg in der Eurozone und den USA fortsetzten. Letztlich sind die Zuflüsse in Höhe von 31,5 Mio. USD der zunehmenden wirtschaftlichen Aktivität in den USA und der Eurozone zu verdanken, da sie die Einkaufsmanagerindizes im Juni in den USA auf 57,8 und in Europa auf 57,4 trieb. Wegen der Diversifizierungsvorteile wurden Engagements in den Industriemetall-Korb bevorzugt (24,1 Mio. USD). „Obwohl das chinesische Marktdefizit bei Industriemetallen laut World Bureau of Metal Statistics gegenüber April 2016 um 17 Prozent zurückgegangen ist, müssen sich die Infrastrukturausgaben in China und Indien verdoppeln bzw. verdreifachen, damit das BIP wie bisher weiter wächst. Dies dürfte letztlich den gesamten Komplex stützen“, so Hein.

Nach einwöchiger Pause kam es bei Rohöl-ETPs (A1N49P) wieder zu Zuflüssen, da die Lagerbestände in den USA erneut zurückgingen. Ihr Rückgang um 7,5 Mio. Barrel sorgte bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) für Zuflüsse in Höhe von 12,9 Mio. USD. Andererseits nahm die Ölförderung in den USA in der zweiten Woche in Folge zu, sodass sie nur noch 2,3 Prozent von ihrem Höhepunkt vom Juni 2015 entfernt ist. Da einige OPEC-Förderländer den Hahn offenbar wieder aufgedreht haben, meldete auch die OPEC einen Anstieg der Produktion, sodass die Vereinbarung der OPEC mit den Nicht-OPEC-Ländern gefährdet ist. „Die Einhaltung der vereinbarten Förderquoten fiel damit laut IEA auf 78 Prozent“, sagt Hein.

Der Umschwung der Anlegerstimmung traf den Euro und den US-Dollar mit voller Wucht. In der vergangenen Woche flossen aus Long-EUR-ETPs 8,6 Mio. USD ab und in Short-EUR-ETPs 3,3 Mio. USD zu. Angesichts des schwachen Inflationsdrucks und der höchsten Terminmarktposition seit über sechs Jahren bestehen beim Euro unseres Erachtens Abwärtsrisiken. „Darüber hinaus erwarten wir, dass sich die EZB auf ihrer nächsten Sitzung nicht auf Diskussionen über ein Auslaufen der geldpolitischen Lockerung einlassen wird“, meint Hein.




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