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19.09.2017 | 13:08

ETF Securities: Gewinnmitnahmen bei Industriemetallen

Nach den hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Bei Industriemetallen kam es erneut zu Abflüssen. Landwirtschafts-ETPs zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren.

(Foto: Jan Hendrik-Hein)

Nach den auf Gewinnmitnahmen beruhenden hohen Abflüssen verzeichneten Edelmetalle (A0N62H) in der vergangenen Woche wieder Zuflüsse, und zwar in Höhe von 29 Mio. USD. Hauptnutznießer waren die Silber-ETPs (A0N62F), in die 25 Mio. USD flossen. Da die Gold-Silber-Ratio derzeit 75 beträgt, liegt die Vermutung nahe, dass Silber immer noch attraktiver als Gold bewertet ist. Außerdem ist die CFTC-Zahlen zufolge bisher überkaufte Silber-Position nun zum langfristigen Durchschnitt zurückgekehrt. Aus makroökonomischer Sicht fielen die jüngsten Daten uneinheitlich aus, wobei die Erwartungen im Allgemeinen verfehlt wurden. Dass die Fed die Zinsen in dieser Woche anheben könnte, wird praktisch nicht erwartet, wenngleich die Erwartungen für eine Zinsanhebung im Dezember nun auf 50 Prozent gestiegen sind, da man die Delle für vorübergehend ansieht. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Fed ihre Strategie der „gemäßigten Straffung“ weiterverfolgen und in diesem Jahr nur noch einmal die Zinsen anheben wird, da sie die Konjunktur am liebsten mit Hilfe negativer Realzinsen stützen würde“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Die im Zuge von Hurrikan Irma erwartete Angebotsverknappung führte bei Rohöl-ETPs (A0KRJX) zu Abflüssen in Höhe von 15 Mio. USD – und bei Energie-ETPs mit einer höheren Gewichtung von Benzin zu Zuflüssen in Höhe von 19 Mio. USD. Hurrikan Katrina hatte aufgrund der Raffinerieausfälle eine Benzinverknappung und damit eine kurzlebige Erholung der Benzinpreise zur Folge. Das jüngste Stimmungshoch auf dem Rohölmarkt ist wahrscheinlich eine Folge der Prognose der internationalen Energiebehörde, die in der letzten Woche die erwartete Rohölnachfrage aufgrund des geschwächten US-Dollar für 2017 nach oben korrigierte. „Die vermutete konsequentere Einhaltung der OPEC-Fördergrenzen kam den Preisen ebenso zugute“, so Hein.

Bei Industriemetallen (A0SVX7) kam es erneut zu Abflüssen, die sich in der letzten Woche auf 118 Mio. USD und im gesamten Monat auf 272 Mio. USD beliefen. Anfang September standen die Industriemetalle gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent und gegenüber dem Jahresanfang um 22 Prozent höher. Seither kommt es zu Verkäufen, die unseres Erachtens auf Gewinnmitnahmen beruhen. Obwohl die Investitionen bald wieder anziehen werden, rechnen wir in Anbetracht der langen Vorlaufzeiten bei der Erkundung und Entwicklung von Minen damit, dass das Angebot knapp bleiben und der Markt kurzfristig nicht ins Gleichgewicht zurückfinden wird. Dennoch ist die aktuelle Rally bedroht, da das starke Momentum in einen Preisverfall übergehen könnte. In der Vergangenheit folgte auf Phasen, in denen die Handelsvolumina Chinas steil anstiegen, stets eine Korrektur. „Bei solchen Kursrückgängen handelte es sich aber gewöhnlich nicht um einen nachhaltigen Abschwung, sondern um eine Chance, die Trendfolger aus dem Markt zu drängen und den Blick wieder auf die fundamentale Situation zu richten“, erläutert Hein.

Landwirtschafts-ETPs (A0KRKB) zogen in der letzten Woche Gelder in Höhe von 25 Mio. USD an, sodass sich die Zuflüsse seit Jahresanfang auf 248 Mio. USD summieren und unter den Subsektoren des Rohstoffbereichs am höchsten ausfallen. „Auch wenn aus North Dakota und Russland gemeldet wird, dass die Weizenernte äußerst ertragreich ausfällt, wurden Weizen- und andere Landwirtschafts-ETPs gekauft – nach unserer Überzeugung eine Folge der Preisschwäche, aber auch der NOAA-Prognose, dass die Wahrscheinlichkeit einer La-Niña-Wetterlage zunimmt“, sagt Hein.

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