News

Fondsinfos

Ausblick

30.08.2017 | 11:50

ETF Securities: Agrar-ETPs - Sonderfall im Sommerloch

Bei Kaffee kam es zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Mai 2015. Rohöl-ETPs verzeichneten in der sechsten Woche hintereinander Abflüsse, da sich die Preise 50 USD/Barrel nähern. Aus Nickel flossen in der Woche 12,1 Mio. USD und im Monat 25,9 Mio. USD ab, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte.

(Foto: Jan-Hendrik Hein, Associate Director - Head of German Speaking Regions)

Wegen des Sommerlochs waren bei den Kapitalströmen im Vergleich zur Vorwoche kaum Veränderungen erkennbar.

Vor allem die Volumina leiden an der Flaute. Die Edelmetalle, die auf Bemerkungen der Vertreter der Notenbanken besonders empfindlich reagieren, entwickelten sich in der letzten Woche seitwärts. Die Anleger warteten auf das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Freitag stattfand, und entsprechend geringfügig waren mit 8,8 Mio. USD auch die Zuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78). Insgesamt flossen trotz der drohenden Zinsanhebungen seit Jahresanfang netto 338 Mio. USD in Gold-ETPs (A0N62G). Bei Short-Positionen kam es sogar zu Abflüssen, was nahelegt, dass sich die Anleger über die kurzfristigen Abwärtsrisiken von Gold keine Sorgen machen. „Heute Morgen kam Bewegung in den Goldpreis, der fast 20 USD/oz. zulegte, nachdem Nordkorea am frühen Dienstag eine Rakete über Japan geschossen hatte“, so Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Die Abflüsse aus Rohöl (A1N49P) beliefen sich in der Woche insgesamt auf 11,3 Mio. USD und seit Mitte Juli auf 225,5 Mio. USD. Unseren Beobachtungen zufolge werden Positionen trendmäßig immer dann verkauft, wenn der Rohölpreis über 50 USD/Barrel steht. Zuflüsse setzen erst dann wieder ein, wenn der Rohölpreis unter 45 USD/Barrel fällt. „Unseres Erachtens ist es wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetzt. Rohöl wird wohl auch künftig zwischen den Grenzkosten der US-Schieferölproduzenten auf der Unterseite und 55 USD/Barrel auf der Oberseite, das heißt 90 Prozent der Kostenkurve der allgemeineren Ölproduzenten, seitwärts laufen“, erläutert Hein.

Aus Nickel (A0KRJ4) in der Woche 12,1 Mio. USD und im Monat 25,9 Mio. USD ab, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte. Vergleicht man die aktuellen Preise mit den Grenzkosten, so ist Nickel eines der günstigsten Metalle. Entsprechend hinkt es den anderen Industriemetallen seit Jahresanfang hinterher. Als es in diesem Monat den Rückstand aufholte, nahmen die Schnäppchenjäger Gewinne mit. Industriemetalle schnitten im Rohstoffuniversum im vergangenen Monat mit 8 Prozent am besten ab, während sich der breitere Rohstoffkomplex unverändert zeigte. Verantwortlich hierfür sind vermutlich die Importdaten aus China. „So rechnen wir weiterhin damit, dass die Daten aus China die Erwartungen übertreffen werden, da sich viele zukunftsgerichete Datenreihen, zum Beispiel der Stromverbrauch und der Hafenumschlag, in den letzten Monaten positiv entwickelt haben“, sagt Hein.

Bei Kaffee (A0KRJT) kam es mit 8,7 Mio. USD zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Mai 2015. Trotzdem bleibt Kaffee in diesem Jahr der Nachzügler des Rohstoffbereichs. „Dass es nach dem Verbot bestimmter Pestizide zu einem Kaffeekäferbefall kam und sich eine Angebotsverknappung andeutete, änderte daran nichts“, so Hein.

Die Zuflüsse in Long-Weizen-ETPs (A2BDEA) übertrafen den Rekord nach der extreme Dürre in den USA 2013. „Erstmals seit dem Hoch 2014 erreichten die Zuflüsse in Long-Weizen-ETPS einen neuen Rekord, auch wenn der Markt nach wie vor üppig versorgt ist und die Preise durchgehend unter dem 10-Jahres-Durchschnitt notieren“, schließt Hein.

Kontakt

Videos