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10.02.2017 | 09:49

Danske Invest: Robuste Weltwirtschaft: Wir haben unseren Aktienbestand aufgestockt

Danske Invests Senioranalyst Lars Tranberg Rasmussen glaubt, dass sich das globale Wachstum fortsetzen wird, und hat die Gewichtung in europäischen Aktien erhöht. In diesem Artikel erklärt er, warum.

Im Januar spiegelten die Wirtschaftsdaten erneut eine wachsende Weltwirtschaft wider, und wir erlebten abermals, dass Politik für die Weltwirtschaft eine große Rolle spielt - sowohl die Zentralbanken als auch die Politiker. Der neue amerikanische Präsident Donald Trump zog natürlich die größte Aufmerksamkeit auf sich.

Nach Trumps Wahlsieg herrschte an den Finanzmärkten großer Optimismus in Bezug auf einige angekündigte Initiativen des neuen Präsidenten. Im Januar konnten wir jedoch beobachten, wie die Bedenken im Hinblick auf Trump tendenziell zunahmen und der Optimismus der Anleger allmählich nachließ.

Insgesamt gehen wir jedoch davon aus, dass die Weltwirtschaft ihr Wachstum in einem robusten Tempo fortsetzen wird und der Aufschwung unter anderem durch das Wachstum in der verarbeitenden Industrie getragen wird. Davon sollten vor allem die europäischen Aktienmärkte profitieren, und deshalb haben wir in unseren Portfoliolösungen, die wir im Namen unserer Kunden zusammenstellen, unser Engagement in europäischen Aktien erhöht.

Im Gegensatz dazu sind wir der Meinung, dass Unternehmensanleihen über ihr Ziel hinausgeschossen sind. Sowohl in den USA als auch in Europa sind die Zinsen auf Unternehmensanleihen unserer Ansicht nach so stark gesunken, dass sie das Ausfallrisiko der Anleihen nicht mehr ausreichend kompensieren. Daher haben wir uns entschlossen, unser Engagement in Unternehmensanleihen zu reduzieren, und sind nun in beiden Regionen untergewichtet.

Insgesamt haben wir in unseren Portfolios somit Aktien im Vergleich zu unserem erwarteten langfristigen Niveau merklich übergewichtet.

USA: Wird Trump enttäuschen?

In den USA ist das Geschäftsklima nach wie vor robust. Nachdem die Unternehmen 2015 und 2016 ihre Lagerbestände abgebaut haben, hat sich diese Entwicklung umgekehrt. So trägt die Aufstockung der Lagerbestände der Unternehmen wieder positiv zum Wachstum bei. Auch der Arbeitsmarkt ist weiterhin robust. Die Arbeitslosenquote verharrt auf niedrigem Niveau, und wir rechnen mit einem weiteren Anstieg der Löhne. Das erhöht den Druck auf die amerikanische Zentralbank (Fed), ihre Geldpolitik vom aktuellen niedrigen Zinsniveau aus zu normalisieren.

Seit der Präsidentschaftswahl haben sich die Finanzmärkte darauf konzentriert, was Donald Trump in die Tat umsetzen wird, nicht zuletzt in der Steuer- und Handelspolitik. Jetzt, wo Trump sein Amt angetreten hat, sehen wir etwas klarer. Ein umfangreiches Steuerpaket erscheint nun weniger realistisch. Im Wahlkampf verkündete Trump, dass er unter anderem Steuererleichterungen durch eine höhere Besteuerung von Importen und eine geringere Besteuerung von Exporten finanzieren will. Die Aussichten, dass dieses Versprechen erfüllt wird, sind aber nicht gut, und das hinterlässt weniger Geld zur Finanzierung eines umfangreichen Steuerpakets. Somit haben die Finanzmärkte unseres Erachtens möglicherweise höhere Steuererleichterungen eingepreist, als Trump überhaupt liefern kann.

In Bezug auf die Handelspolitik hat er seine Versprechen bereits eingelöst. An seinem ersten Arbeitstag im Weißen Haus hat er den Ausstieg der USA aus den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen Trans Pacific Partnership (TPP) verordnet. Er hat auch angedeutet, dass er gegenüber Mexiko einen härten Kurs einschlagen wird - genau wie er im Wahlkampf angekündigt hatte. Unter der strengeren Handelspolitik werden unserer Ansicht nach wohl weiterhin vor allem die asiatischen Länder leiden.

EUROPA: Lockere EZB-Politik trotz steigender Inflation

Im Januar gab es in Europa weitere Anzeichen für einen allmählichen Inflationsanstieg. Vor allem in Deutschland ist die Inflation in letzter Zeit stark gestiegen, und das hat die Sorge geschürt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Straffung ihrer Geldpolitik beginnen wird. Die Zentralbank hat auch zuvor schon die Zinsen zu einem Zeitpunkt angehoben, an dem die steigende Inflation von steigenden Ölpreisen angetrieben wurde. Das war sowohl 2008 als auch 2011 der Fall.

Wir sind aber überzeugt, dass die EZB dieses Mal den Ölpreisanstieg vernachlässigen wird. Zu Monatsbeginn sagte Zentralbankchef Mario Draghi auf einer Pressekonferenz, dass wir den Effekten von beispielsweise Währungen und Öl weniger Bedeutung beimessen und uns lieber auf die zugrunde liegende Inflation konzentrieren sollen, wenn wir die Geldpolitik der EZB verstehen wollen. Daher gehen wir davon aus, dass die EZB noch einige Zeit an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird.

Im Januar gab es auch einige andere positive Daten, die das weiterhin ansehnliche Wirtschaftswachstum reflektieren. Wie in den USA ist auch in Europa insbesondere die Stärke der verarbeitenden Industrie die treibende Kraft.

CHINA: Immobilienpreise und Wachstum stabilisieren sich

Genau wie die USA und Europa profitiert auch China von einem starken Produktionssektor. Die chinesische Regierung hat nun die Preisinflation in den Griff bekommen, die im Jahresverlauf 2016 zu überhitzten Immobilienmärkten in den Großstädten geführt und das finanzielle Risiko generell erhöht hat. Die Regierung hat unter anderem Maßnahmen ergriffen, die die Kreditaufnahme und Spekulationen am Immobilienmarkt erschweren. Diese Maßnahmen haben nun zu einer fallenden Immobilienpreisinflation geführt, und im Januar zeigten die Inflationszahlen für Dezember, dass die Immobilienpreise so gut wie nicht gestiegen sind. Im Herbst 2016 sind die Preise dagegen noch um 20-30% gestiegen.

Im Januar lagen außerdem die Investitionen in Eigentumsimmobilien auf vernünftigen Niveaus. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Eingriff in den Immobilienmarkt auch den Bausektor beeinträchtigen und 2017 eine nachlassende Bautätigkeit zur Folge haben wird. Trotzdem sollte das übergeordnete Wirtschaftswachstum in China, das aktuell etwa 7% beträgt, unserer Meinung nach seitwärts tendieren, da die negativen Auswirkungen der Abkühlung am Immobilienmarkt von dem positiven Effekt des starken Produktionssektors ausgeglichen werden.

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