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03.07.2017 | 11:44

Danske Invest: „Bei Nachhaltigkeit fordern wir ein starkes Engagement von Unternehmen“

Immer mehr Anleger investieren in grüne Anleihen, die auf eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes abzielen. „Wir aber möchten in puncto Nachhaltigkeit noch erheblich weitergehen“, sagt Andreas Dankel von Danske Invest. Wohin genau, verrät der leitende Fondsmanager für Unternehmensanleihen hier.

Die Zahl der institutionellen und privaten Anleger, die nachhaltig investieren, steigt kontinuierlich. Gerade grüne Anleihen – die vor allem durch eine Reduzierung der CO2-Emissionen zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen – haben in den vergangenen Jahren deutlich an Beliebtheit hinzugewonnen, auch weil sie im Hinblick auf die ausgeschütteten Zinsen die Renditeerwartungen vieler Investoren erfüllten.

Bei grünen Anleihen steigen sowohl Angebot als auch Nachfrage. Dies bewerten wir positiv. Aber wir möchten noch erheblich weitergehen und unseren Schwerpunkt in Sachen Nachhaltigkeit nicht nur auf den CO2-Ausstoß beschränken.

Hohe Anforderungen an nachhaltige Investments

Daher wurde vor einem Jahr der Fonds Danske Invest SICAV European Corporate Sustainable Bond Class A aufgelegt, der auf breiter Basis in europäische Unternehmensanleihen mit nachhaltigem Profil anlegt. Hierzu zählen zum Beispiel Unternehmen, die neue nachhaltige Technologie, Wasseraufbereitungssysteme und Biotechnologie entwickeln.

Vom UN Global Compact werden zehn Kriterien in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und die Bekämpfung von Korruption aufgelistet. Darauf basierend werden von uns mehrere Branchen aussortiert. Die Waffen-, Alkohol- und Tabakindustrie sind Beispiele für Segmente, denen wir kategorisch fern bleiben.

Anschließend müssen alle Unternehmen, in deren Anleihen wir investieren, die Richtlinien des Global Compacts der Vereinten Nationen befolgen.

Nachhaltige Möglichkeiten in verschiedenen Branchen

Im folgenden Schritt untersucht unser Fondsmanager-Team die Unternehmen auf Branchenebene und analysiert, wie sie im Hinblick auf die so genannten ESG-Kriterien aufgestellt sind. Dabei geht es insbesondere um Fragen zum Umweltschutz, zu den Arbeitsbedingungen und wie die Geschäftsleitung mit dem Kapital der Investoren umgeht. Mindestens 90 Prozent des Portfolios müssen aus Unternehmen bestehen, die über eine ESG-Bewertung verfügen, die hinsichtlich der betreffenden Branche über dem Durchschnitt liegt.

Außerdem können bis zu zehn Prozent des Fonds aus Unternehmen von der so genannten Watch List bestehen. Das sind Gesellschaften, die noch nicht über dem ESG-Durchschnitt liegen, oder Unternehmen mit relativ hohen CO2-Emissionen, bei denen aber erhebliche Veränderungen zu verzeichnen sind. Und es kann auch Emittenten betreffen, die auf bestimmte Arten von Kontroversen geprüft wurden.

Höhere Rendite durch High Yield

Das Fondsmanagement hat zudem die Möglichkeit, bis zu 25 Prozent im High-Yield-Segment zu investieren. Zwar besteht hierbei ein höheres finanzielles Risiko, aber es sind auch höhrere Zinsen als bei Investment-Grade-Anleihen möglich. Denn wir sind davon überzeugt, dass es klug ist, Unternehmen nicht per definitionem auszuschließen, nur weil ihre Bilanz etwas schwächer als der Durchschnitt ausgefallen ist. Zum einen, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, zum anderen,

um eine gute Rendite zu erzielen, weil die Zinsen normalerweise sinken, wenn ein Unternehmen bei ESG besser bewertet wird.

Wir sind aktivistische Investoren

Aus diesem Grund nehmen wir die Unternehmen laufend genau unter die Lupe. Falls die Entwicklung in die falsche Richtung geht, wird die Geschäftsführung angesprochen, und es wird versucht, in persönlichen Gesprächen Änderungen herbeizuführen. In Bezug auf Unternehmen, die auf der Watch List stehen, sind die Anforderungen sogar noch strenger. Denn uns ist wichtig: Wir fordern deutliche Zeichen einer Verbesserung und ein starkes Engagement seitens des Unternehmens.

Sollten versprochene Verbesserungen ausbleiben, nimmt das Fondsmanagement Stellung dazu, ob es weiterhin richtig ist, in die zugehörigen Anleihen zu investieren. Insgesamt ist der Fonds bei Unternehmensanleihen von circa 75 mittelgroßen und großen Gesellschaften in Europa engagiert.

Zusammenfassung:

  • Der Fonds legt den Schwerpunkt auf die ESG-Bewertung der Unternehmen. Mindestens 90 Prozent der Unternehmen müssen über eine ESG-Bewertung verfügen, die über dem Durchschnitt für die betreffende Branche liegt.

  • Die Branchen Tabak, fossile Brennstoffe, Rüstungsindustrie, Pornografie und Glücksspiel werden vom Fonds von vornherein ausgesondert. Jedoch können Unternehmen, die innerhalb der oben genannten Branchen nur sehr begrenzt tätig sind, in den Fonds aufgenommen werden. (Die Einnahmen aus Alkohol dürfen dabei höchstens fünf Prozent, aus dem militärischen Bereich und Waffen bis fünf Prozent, aus Glücksspiel bis fünf Prozent, aus Tabak bis fünf Prozent, aus fossilen Brennstoffen bis fünf Prozent und aus Pornografie bis ein Prozent betragen).

  • Der Fonds konzentriert sich insbesondere auf Unternehmen, die bei neuen Trends im Bereich Nachhaltigkeit Vorreiter sind.

  • Das Team hinter dem Fonds ist proaktiv tätig und ist bestrebt, die Unternehmen davon zu überzeugen, ihre Tätigkeit auf nachhaltigere Weise auszuüben.

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