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15.03.2017 | 12:49

Carmignac: Wirtschaft und Politik sitzen im selben Boot...

Die Märkte mussten feststellen, dass jede politische Unwägbarkeit des Jahres 2016 zu weiteren fiskalpolitischen Maßnahmen und einer Bestätigung durch die Zentralbanken führte. Deshalb kommen wir nach wie vor in den Genuss des deutlichsten Wirtschaftsaufschwungs seit dem Ende der Finanzkrise. Der amerikanische Konjunkturzyklus ist bereits weit vorangeschritten, aber der „Trumpismus“ lässt auf eine weitere Fortsetzung hoffen.

In Europa und Japan bleibt jedoch angesichts ihres Rückstands gegenüber dem weltweiten Zyklus noch viel Luft nach oben. Die angelsächsischen Anleger bleiben gegenüber Europa weiter zurückhaltend. Denn die Wahrnehmung des politischen Risikos in Frankreich ist erstaunlicherweise stärker als Anfang 1981, als überraschenderweise François Mitterrand zum französischen Präsidenten gewählt wurde. Diese Furcht verlängert die schmerzliche Underperformance der europäischen Märkte und hat ein allmähliches Anziehen der Risikoprämie auf französische Staatsanleihen ausgelöst. Zudem zeigen technischen Marktindikatoren erste Anzeichen von Erschöpfung.

Die sich hieraus ergebenden Probleme werden – wenngleich in Europa auch nur mit Mühe – derzeit von den Aktienmärkten überwunden. Sie werden dabei von der wirtschaftlichen Realität getragen. Doch vielleicht übersehen die Märkte bei all ihrer Faszination für die politische Tagesordnung nach wie vor eines der konkretesten Risiken für 2017 und zwar: die Rückkehr der Inflation (siehe Carmignac‘s Note vom Januar „2017: Jeder Wunsch hat seinen Preis").

Die Causa Trump löst bei Beobachtern nach wie vor große Ratlosigkeit aus. Doch bei jenem Undurchsichtigen, das er verkörpert, haben wir es in Wahrheit mit einem moderaten Risiko zu tun. Zunächst durch den Modus Operandi, der wesentlich effizienter ist, als es scheint. Denn die tägliche Beschallung aus kurzen und oberflächlichen Mitteilungen beinhaltet letztlich einen großen Spielraum in der Kommunikation, da sie immer weniger wörtlich genommen wird. Zudem hat die Unerfahrenheit Donald Trumps ihn dazu gezwungen, sich in wichtigen Bereichen mit äußerst kampferprobten Experten zu umgeben, genauso wie Ronald Reagan es seinerzeit tat. Zudem ist seine wirtschaftliche Vision in keiner Weise unvorhersehbar: Donald Trump verfolgt eine recht primitive, aber kohärente Form des Merkantilismus. Hiernach steht der Staat als entscheidender Akteur im Dienste der Interessen der amerikanischen Wirtschaft und der Sanierung ihrer Handelsbilanz.

Somit ist der wirtschafspolitische rote Faden recht gut erkennbar, sowohl für die USA als auch für ihre Handelspartner. Die Reichweite der Trumpschen Agenda wird sich durch die Kontrolle durch den Kongress in Grenzen halten. Dieser ist im Hinblick auf die wichtigsten haushalts- und fiskalpolitischen Themen äußerst konservativ. Das bedeutet für die US-Amerikaner natürlich eine gesellschaftspolitische Zäsur, aber auch eine gewisse Euphorie auf wirtschaftlicher Ebene. Das Verbrauchervertrauen ist seit dem 9. November vergangenen Jahres kräftig angestiegen und was für Investitionen noch entscheidender ist: Der Optimismus mittelgroßer Unternehmen hat seit den Wahlen zum Höhenflug angesetzt und seinen höchsten Stand seit 2004 erreicht.

Wie zur Bestätigung dieser Wiederbelebung der „Animal Spirits“ stiegen die Ergebnisse der amerikanischen Unternehmen im letzten Quartal 2016 um durchschnittlich 5 Prozent. Dies ist eine Entwicklung, die in zwei Drittel der Fälle über den Erwartungen der Analysten lag.

In Europa fällt ebenfalls auf, dass bevorstehende politische Unwägbarkeiten im Jahr 2017 die Konjunkturerholung nicht beeinträchtigen: Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone hat die mehrheitlich pessimistischen Erwartungen erneut widerlegt und stieg im Februar um 1,6 Punkte. Damit liegt er mit 56 nunmehr auf einem Niveau, was es in Europa seit April 2011 nicht mehr gegeben hat. Folglich hoben Analysten ihre Erwartungen für Unternehmensergebnisse im Jahr 2017 weiter an, sodass mittlerweile mit einem Plus von durchschnittlich 15 Prozent gerechnet wird.

Noch hält die politische Lage die europäischen Märkte davon ab, die Wende der wirtschaftlichen Lage gebührend wertzuschätzen. Doch sollten sich die politischen Unsicherheiten in einigen Monaten auflösen, könnte dies ein Signal für eine kräftige Aufholjagd der Aktienmärkte und des Euro sein - um so mehr, wenn die Wahlerfolge auf sinnvollen Wirtschaftsprogrammen basieren.

Zur vollständigen Carmignac’s Note gelangen Sie hier!

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