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26.02.2017 | 13:56

Capital Group: Warum Japan einen zweiten Blick lohnt

Japanische Aktien waren 2016 sehr volatil, aber für Investoren bedeutet Unsicherheit immer auch Chancen. Seung Kwak, Portfoliomanager bei der Capital Group, erklärt warum sich ein Blick auf japanische Unternehmen lohnt.

• Japan durch Wirtschaftsreformen mittel- bis langfristig wachsen dürfte

• Japanische Aktien von steigenden Unternehmensgewinnen und höheren Bewertungen profitieren können

• Unsere Strategie für japanische Aktien durch den Multi-Manager-Ansatz im Zeitablauf stabilere Erträge erzielen kann

Auch wegen der schwachen Wirtschaft Japans waren die Investoren im letzten Jahr eher zurückhaltend. Glauben Sie, dass die Antideflationspolitik von Premierminister Shinzō Abe funktioniert?

Ich denke, dass die Abenomics auf einem guten Weg sind, auch wenn andere das anders sehen. Lassen Sie mich mit dem ersten Pfeil beginnen, der Geldpolitik. Einige meinen, dass die Inflation trotz der sehr expansiven Politik weit unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Bank of Japan (BoJ) bleiben wird. Aber es gibt Grund zur Hoffnung.
Die Kern-Kern-Inflation, also die Inflation ohne Nahrungsmittel und Energie, lag in den letzten Jahren über null. Und die Gesamtinflation ist zwar niedrig, dürfte aber nach und nach steigen. Einige der größten Hindernisse, wie der schwache Ölpreis und der stärkere Yen, verschwinden allmählich. Auch der enge Arbeitsmarkt und der damit verbundene Lohnanstieg könnten für steigende Konsumgüterpreise sorgen.

Hinzu kommt, dass die Inflationserwartungen weltweit steigen, weil die Trump-Administration eine wachstumsfreundliche Politik plant.

Wirklich wichtig ist aber, dass die BoJ nach wie vor alles tut, um Japan aus der Deflation zu führen. Im letzten Jahr hat sie die Zinsen unter null gesenkt und begonnen, die Zehnjahresrenditen japanischer Staatsanleihen zu steuern, damit die Zinsstrukturkurve steiler wird. Wir gehen davon aus, dass die Notenbank die japanischen Zehnjahresrenditen bei etwa 0% lassen wird, bis sich die Inflation der Zwei-Prozent-Marke nähert.

Auch der zweite Pfeil, die Fiskalpolitik, ist vielversprechend. Letztes Jahr verschob die Regierung eine zweite Verbrauchssteuererhöhung. Außerdem verabschiedete sie ein 28-Billionen-Yen- Wachstumsprogramm mit Investitionen in die Infrastruktur und die Entwicklung ländlicher Regionen. Dieses Maßnahmenpaket wird nach und nach umgesetzt und Wirkung zeigen.

Besonders wichtig für die langfristigen Aussichten Japans ist der dritte Pfeil, die Wachstumsstrategie. Auch hier gibt es Fortschritte. Beispielsweise ist die Regierung Abe auf der Angebotsseite aktiv geworden, um für mehr Wachstum zu sorgen. Am Arbeitsmarkt fördert sie „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, um die Lohnunterschiede zwischen Zeitarbeitern und Festangestellten zu verringern. Zudem ermutigt sie die Unternehmen, mehr Frauen, ältere Menschen und ausländische Mitarbeiter einzustellen. Dadurch dürfte das Arbeitskräfteangebot steigen.

Hinzu kommen Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung. Die Regierung fördert Innovationen in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Fabrikautomation, Internet der Dinge und Medizinforschung. Zugleich wird auch die Corporate Governance in Japan immer besser, nicht nur formal, sondern tatsächlich. Dadurch dürften sich die Managementqualität und die Investitionspolitik verbessern, sodass die Wirtschaft hoffentlichauch mehr investiert.

Wie gesagt: Wir sind zuversichtlich, dass die Abe-Regierung ihr Wachstumsprogramm umsetzen kann, zumal sie viel öffentliche Unterstützung genießt. Die Reformen dürften Japans Wachstumspotenzial mittelfristig steigern.

Sprechen wir über die japanischen Unternehmen. Die Gewinnaussichten haben sich verbessert. Wird das sobleiben?

Ich gehe davon aus, dass die Unternehmensgewinne über 2017 hinaus hoch bleiben. Die Wirtschaft erholt sich – in Japan und weltweit. Auch der Yen hat wieder abgewertet. All dies ist für binnenorientierte Unternehmen und Exporteure gleichermaßen günstig. Steigende Umsätze und mehr Rentabilität könnten das Gewinnwachstum über die Zehn-Prozent-Marke steigen lassen.

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