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16.05.2017 | 08:10

Capital Group: Europäische Aktien - unterschätzt und unterbewertet

Europas Strukturprobleme – wie schwaches Wachstum und mögliche politische Instabilität – sind noch nicht vorbei. Sie hatten starken Einfluss darauf, wie Investoren europäische Aktien sehen.

Bei der Capital Group achten wir hingegen darauf, wo ein Unternehmen seine Umsätze erzielt und nicht, wo es seinen Hauptsitz hat. Nach dieser Klassifikation erzielen die europäischen MSCI-Unternehmen insgesamt über 50% ihres Umsatzes außerhalb Europas.

Vielen dieser Unternehmen sind die europäischen Strukturprobleme bewusst, sodass sie ihre Geschäftsmodelle entsprechend angepasst haben. Europäische Pharma-, Konsumgüter- und Automobilunternehmen – und in Einzelfällen auch Internetfirmen – haben interessante Märkte in Asien gefunden (vor allem in China), aber auch in den USA. Daher ist es nicht einfach, mit europäischen Aktien ausschließlich in Europa zu investieren. Erfolgreiche europäische Unternehmen sind nicht selten erfolgreiche Exporteure und weltweit aktive Branchenführer. Wer hingegen ausschließlich in die europäische Wirtschaft investieren will, muss auf Titel mit einer niedrigen Marktkapitalisierung setzen, was nicht viele klassische Investoren tun.

Chancen für Schnäppchenjäger?
Die derzeitigen Strukturprobleme in Europa haben die Bewertungen europäischer Aktien gedrückt (vgl. die ersten beiden Abbildungen). Daraus können sich Chancen für einzelwertorientierte Investoren ergeben – denn erfolgreiche Unternehmen, die weltweit Umsätze und Gewinne erzielen, sind vielleicht ebenfalls günstig bewertet.
So existiert ein mittelgroßes spanisches Pharmaunternehmen, das biologische Blut- und Plasmaprodukte entwickelt, herstellt und vertreibt – und aufgrund der hohen Weltnachfrage nach Plasma international tätig ist. Dennoch litt es wesentlich stärker unter der europäischen Schuldenkrise als seine Wettbewerber aus anderen Ländern, da Spanien seinerzeit von Investoren verschmäht wurde. Die europäischen Strukturprobleme führten zu einem Ausverkauf spanischer (wenn nicht europäischer) Aktien. Dazu zählten auch Titel von Unternehmen, die aufgrund ihrer Geschäftsmodelle nicht allein von Europa abhängig waren. Der Ausverkauf führte zu einer Kaufgelegenheit.
Unserer Ansicht nach gibt es in einem gut diversifizierten Portfolio viele überzeugende Gründe für europäische Aktien. Beispielsweise verkaufen Daimler und BMW deutlich mehr Autos außerhalb Deutschlands – und Europas – als an ihren Heimatmärkten. Seit Beginn der internationalen Finanzkrise 2008 haben sich viele Aktien europäischer Unternehmen mit großem US-Geschäft gut gehalten, auch weil die USA der Motor der Weltwirtschaft sind.

„Wir investieren deshalb in Unternehmen und nicht in Volkswirtschaften“, sagt Jody Jonsson, Aktienportfoliomanagerin bei der Capital Group. „Wo auch immer Sie investieren – stets werden Sie sich mit den Themen Wirtschaftswachstum, Politik und politischer Wandel befassen müssen. Doch es gibt Chancen, trotz der politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten mancher Länder und Regionen.“


Gründe für Optimismus
Auch wenn die Capital Group auf Unternehmen und nicht auf Volkswirtschaften setzt, kann eine gute Konjunktur nicht schaden. Seit vielen Monaten hat die Euroraum-Wirtschaft die Erwartungen übertroffen; sie war erfolgreicher als prognostiziert (vgl. Abbildung unten). Es gibt Anzeichen dafür, dass sich das europäische Wirtschaftswachstum verbessert, wegen der expansiven Geldpolitik und der extrem niedrigen Zinsen. Der Euroraum mit seinen 19 Mitgliedern hat sich seit der Rezession 2012/2013 stark erholt. Der Euroraum-Einkaufsmanagerindex, ein guter Indikator für das zukünftige Wirtschaftswachstum, signalisiert für die kommenden Monate sogar noch mehr Wachstum. 2016 ist das Euroraum-BIP um 1,7% gestiegen (vgl. erste Abbildung auf Seite 4) und damit etwa so stark wie das US-BIP. Erstmals seit der internationalen Finanzkrise hat der Euroraum mit den USA Schritt gehalten.

Europa: Unterbewertet? Zweifellos unterschätzt



Einzelwertideen finden
Bei der Capital Group interessieren uns vor allem Einzelwertideen für interessante Unternehmen. Der Markt funktioniert aber manchmal anders. Während wir das Anlageuniversum in erster Linie als eine Gruppe von Unternehmen ansehen, wird es an den Märkten oft als eine Einheit betrachtet und entsprechend investiert. Daher können wir mit unserem internationalen Ansatz attraktive Anlagemöglichkeiten finden, wo immer sie entstehen. Da andere Assetklassen immer höher bewertet erscheinen, können Anlagen in Europa nicht nur für Diversifikation sorgen, sondern auch interessant für Investoren auf der Suche nach günstig bewerteten, international erfolgreichen Unternehmen sein. Seit seiner Auflegung vor 15 Jahren sind sie der Schwerpunkt unseres European Growth and Income Fund (vgl. Abbildung unten).

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