Fondsinfos

Fonds im Fokus

15.11.2017 | 10:54

Capital Group: Das Glas ist halb voll

Interessante Chancen an den internationalen Märkten zu finden, hat heute etwas von einer Achterbahnfahrt. Populismus und die neue protektionistische Rhetorik gefährden allmählich den Welthandel. An den Emerging Markets herrschte schon immer politische Unsicherheit. Jetzt ist sie auch in den Industrieländern ein Thema. Hinzu kommen die Folgen der unkonventionellen Geldpolitik. Investoren haben also ausreichend Gründe, nervös zu sein.

Aber Noriko Chen, Aktienportfoliomanagerin bei der Capital Group, ist überzeugt, dass es trotz der zahlreichen Unsicherheiten noch immer viele Chancen gibt. Man muss sich nur die Mühe machen, sie zu finden. „Das Wachstum wird auf längere Sicht zweifellos nachlassen“, meint Chen, „aber noch immer wachsen einige Unternehmen schneller als ihr Mitbewerber.“

Frau Chen verbringt die Hälfte ihrer Zeit damit, Produktionsstätten und Fabriken zu besuchen. Sie macht sich vor Ort ein Bild von den Unternehmen – zusammen mit den Analysten. Sie sagt, dass sich ihr Research und die Methode der Portfoliokonstruktion auch im aktuellen Umfeld nicht geändert haben.

„Die Welt hat sich verändert. Deshalb haben politische Faktoren für uns jetzt mehr Gewicht“, sagt sie, „aber die Art und Weise, wie ich mir ein Unternehmen ansehe, ist die gleiche wie immer.

Seit über 25 Jahren analysiert Chen asiatische Infrastruktur-, Baustoff- und Bauunternehmen, aber auch Öl- und Gasunternehmen und Raffinerien. Dieser vielfältige Hintergrund hat ihr geholfen – in einer Welt, in der es darauf ankommt, genauso viel über die Umsätze eines Unternehmens zu wissen wie über den Währungsraum, in dem es aktiv ist, ganz zu schweigen von der politischen Stimmung.

Unter den folgenden Unternehmen findet sie interessante Chancen:

Unternehmen mit einer guten Position am Heimatmarkt

„Wenn Sie früh erkennen, ob ein Unternehmen in seiner Region erfolgreich sein kann, und nicht nur in seinem Heimatland, haben Sie einen einzigartigen Vorteil“,
so Noriko Chen.

Etwa ein Drittel der Exporte aus den Industrieländern gehen in die Emerging Markets, aber fast die Hälfte des Handels der Emerging Markets findet mit anderen Emerging Markets statt. Deshalb sind mehr regionale Marktführer entstanden.

„In Asien beispielsweise sind dies Unternehmen wie Samsung Electronics, Thai Beverage, Universal Robina und Naspers“, sagt sie.

Aber auch Unternehmen aus Ländern mit starken Binnenmärkten lohnen aus ihr Sicht einen Blick. Sie nennt Indien als Beispiel für ein Land, dass man analysieren sollte. Dennoch: Ein Unternehmen sollte mehrere Zielmärkte haben und eine Geschäftsleitung, die in andere Länder expandieren will. Dann ist es vor den Schwankungen gefeit, die Firmen ausgesetzt sind, die ausschließlich an ihrem Heimatmarkt aktiv sind. Denn hier können Wirtschaft und Aktienmärkte volatiler sein“, sagt Noriko Chen.

Technologieunternehmen mit hohen Markteintrittsschranken

„Markteintrittsschranken werden weiter für Mehrertragschancen sorgen“, meint Frau Chen. „Denken Sie an die Halbleiterindustrie, in der in den letzten fünf Jahren eine Konsolidierung stattgefunden hat. Die Unternehmen in diesem Sektor sind gewachsen. Deshalb sind auch ihre Investitionen und der Wert ihres geistigen Eigentums gestiegen.
„Die jetzt höheren Markteintrittsschranken in verschiedenen Technologiebranchen sind für die Unternehmen ein erheblicher Vorteil. Das gilt vor allem, wenn sie wichtige Produkte entwickeln, auf die sich allmählich immer mehr Branchen verlassen“, meint Frau Chen.

Branchen mit hohen Markteintrittsschranken erzielen nicht automatisch hohe Gewinne, aber sie sind ein Stück weit gegen den Wettbewerb geschützt.

Innovative Unternehmen, die in einem Bereich mit hohen Markteintrittsschranken aktiv sind, könnten interessant sein.

Unternehmen mit hohen Cashflows

Im aktuellen Investmentumfeld gibt es kaum etwas Besseres als Unternehmen, die hohe Cashflows erwirtschaften. Innovative internationale Anbieter von Gesundheitsleistungen und Arzneimittelhersteller sind ein sehr gutes Beispiel. Die Weltbevölkerung wird immer älter, auch in Zukunft.

„Wenn ein Unternehmen unabhängig von der Konjunktur hohe Cashflows erzielen kann, werde ich als Aktionär an den damit getätigten Investitionen beteiligt und kann ordentliche Gesamterträge erzielen“, meint Noriko Chen, die für ihre Investments mindestens fünf Jahre Haltedauer anstrebt.

„Solche Unternehmen kann ich noch immer finden.“

News

Kontakt