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10.05.2017 | 13:18

Bakersteel: Erfordert der nächste Goldbullenmarkt Aktivität?

In den vergangenen Wochen hat sich der Goldsektor nach den jüngsten Gewinnen konsolidiert. Die Volatilität im Goldaktiensektor, die durch eine Verlagerung der Anlegerstimmung in Bezug auf globale politische und wirtschaftliche Ereignisse, sowie einer potentiellen Neuausrichtung eines Goldaktien ETFs ausgelöst wurde, hat Anlegern, die einen aktiven Managementansatz verfolgen, neue Chancen gegeben.

Es ist bisher eine ziemlich wilde Fahrt für Investoren seit der Präsidentschaftswahl von Donald Trump Ende 2016 gewesen, da die Marktstimmung zwischen der Euphorie bei der Aussicht auf die sogenannte reflationäre Agenda des neuen Präsidenten, der Steuerreform und der Deregulierung auf der einen Seite und der Angst vor dem Potenzial steigender Schulden, schädigenden protektionistische Maßnahmen, sowie Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit wichtigen Handelspartnern, politischem Stillstand und Kontroversen in Washington auf der anderen Seite hin- und herschwang. Am Ende von Trumps ersten 100 Tagen im Amt, wo sich eine Reihe seiner frühen politischen Maßnahmen (z.B. neues Gesundheitsgesetz, Abschaffung von umweltpolitischen Restriktionen oder Vorschläge zu einer Steuerreform) in die Realität umsetzen, können Anleger beginnen, sich ein Bild machen, wie die USA und die Weltwirtschaft unter Trump aussehen könnte.

US-Schulden und das Ende des Zyklus eines stärkeren US-Dollars
Trump wird oft als ein unberechenbarer Präsident, anfällig für impulsive Entscheidungsfindung, dargestellt (siehe Außenpolitik in Sachen China, Syrien und Russland). Man kann aber auch der Meinung sein, dass er, was seine Dekrete und Gesetzesvorhaben angeht, sich weitgehend an seine Kampagnenaussagen hält. Während Maßnahmen wie das Flugverbot aus "Hochrisiko" -Ländern oder sein erster Versuch zur Gesundheitsreform der Erfolg fehlten, waren dies Schritte, die er von Anfang an seines Wahlkampfs propagierte. Deshalb sollte man Trump ernst nehmen, wenn er behauptet, dass der US-Dollar zu stark oder dass das Steuerniveau zu hoch sei. Anleger sollten daher erwarten, dass er diese Ziele, ob sinnvoll oder nicht ob Ihrer Folgen, aktiv verfolgen wird.

Wir betrachten das wahrscheinlichste Ergebnis des Trump-Wirtschaftsmodells als eine rasche Beschleunigung des US-Schuldenwachstums in den kommenden Monaten und Jahren, sowie eine deutliche Zunahme des Inflationsdrucks auf die US-Wirtschaft. Trumps kurzes Papier (auf einer Seite) zur Steuerreform, das letzte Woche veröffentlicht wurde, ist das vorerst letzte Beispiel konkreter Trump-Politik, welches Realität werden könnte. Es würden zusätzliche 7,5 Billionen (!) US Dollar an Verbindlichkeiten zu dem schon jetzt auf Rekordniveau liegenden Schuldenberg dazukommen – und dies zu einer Zeit, in der der Kongress gerade einen weiteren Anstieg von 1 Mrd. USD Dollar auf die Schuldenobergrenze genehmigt hat (eine Erhöhung um 5%), die nach Schätzungen bereits im September aufgebraucht sein könnte. Die nicht gegenfinanzierte Steuersenkung soll das Wirtschaftswachstum in den USA und die Wettbewerbsfähigkeit steigern; doch mit der Beschäftigung auf relativ hohem Niveau, gekoppelt mit einer geringen Produktivität in der US-Wirtschaft, werden Inflationsrisiken zurückkehren.

Natürlich sind die Auswirkungen der Trump-Steuerreformpläne auf den Finanzmärkten nach wie vor ungewiss, aber da der US-Wirtschaft ein steigender Schuldenstand, niedrige Realzinsen und Druck auf den US-Dollar droht, betrachten wir die Aussichten für Gold- und Goldaktien zunehmend positiv, da Anleger sichere Häfen, harte Vermögenswerte und Diversifikation suchen.

Aktives Management während einer Zeit der Ungewissheit
Als Goldsektor-Spezialist verfolgt Baker Steel einen Bottom-up, wertorientierten Ansatz zur Aktienauswahl. Wir glauben, dass der Erfolg dieses Ansatzes uns positiv von Wettbewerbern differenziert. Während unser Erfolg mittel- bis langfristig auf qualifizierte Unternehmen mit guten Vermögenswerten und bewährten Managementteams angewiesen ist, beeinflussen kurzfristige Faktoren den Markt, welche aktive Manager ausnutzen können.

Die jüngste Erwartung einer Neuausrichtung des GDXJ ETF, aufgrund antizipierter regulatorischer Anforderungen, ist eine solche Chance. Der GDXJ ist ein passiver Fonds, der einen Index von kleinen und mittelgroßen Goldgesellschaften nachbildet und der bei steigenden Zuflüssen in die Situation kommen kann zu hohe Volumina in gewissen Werten zu halten. Mit der Spekulation über die möglichen Änderungen der ETF-Konstituenten weit vor der wirklichen Umsetzung haben Trader, nicht unerwartet, versucht, diese angenommene Umstrukturierung vorwegzunehmen, d.h. Werte zu kaufen, die möglicherweise dem ETF hinzugefügt werden und jene zu shorten, die wahrscheinlich verkauft werden. Das Ergebnis in den vergangenen Wochen war eine beträchtliche Volatilität bei den betroffenen Beständen und in einigen Fällen sind dadurch Anomalien entstanden. Die Kombination der Volatilität, die durch den Handel um die antizipierte ETF-Neuausrichtung entstanden war und die relative Unterbewertung vieler Goldaktien nach der jüngsten Korrektur in diesem Sektor, macht das derzeitige Umfeld für aktive Investmentmanager sehr interessant, z.B. Aktien von grundsätzlich attraktiven Unternehmen nachzukaufen, die ausschließlich aus technischen Gründen korrigiert haben.

Die nächste Phase des Goldbullenmarktes?
Wir glauben, dass wir uns einer kritischen Periode in Bezug auf den Goldpreis nähern; hervorgehoben durch eine Wimpel-Formation, wie in der Tabelle unten angezeigt. Ein Ausbruch könnte anstehen, und Anleger müssen darüber nachdenken, ob der Goldpreis nach oben oder unten ausbricht. Angesichts der globalen Schuldenstände, der niedrigen Realzinsen und des geopolitischen Risikos weltweit, glauben wir grundsätzlich, dass ein Ausbruch nach oben den Beginn der nächsten Phase bei der Erholung von Gold, die im Dezember 2015 begann und sich zu einem neuen Bullenmarkt für das gelbe Metall entwickelt, markieren kann.

Wird der Goldpreis ausbrechen?

Quelle: Bloomberg. Stand 4. Mai 2017.

Ein Ausbruch nach oben würde die zunehmenden Risiken für das globale Finanzsystem widerspiegeln. Die steigende Verschuldung, eine darauf abgestimmte Geldpolitik und eine reflationäre ökonomische Agenda in den USA dürften den US-Dollar unter Druck setzen, während höhere Inflation ein wahrscheinliches Ergebnis darstellt, da Politiker versuchen, Schulden zu verwalten und gleichzeitig die Wirtschaftstätigkeit zu stimulieren, während Zentralbanken in der derzeitigen Situation hoffen, dass Schulden real durch, „kontrollierte“, Inflation abgebaut werden können.

In der Zwischenzeit werden wir kurzfristig eine kontinuierliche Volatilität auf der Grundlage makroökonomischer und geopolitischer Nachrichtenströme sehen, z.B. laufende Spekulationen weiterer Zinserhöhungen durch die Fed – das nächste Mal im Juni.

Die Marktbedingungen für Gold- und Goldaktien wirken unserer Meinung nach zunehmend unterstützend, weil Anleger zunehmend mit politischer Unsicherheit und undurchsichtigen Konjunkturaussichten konfrontiert sind. Wir glauben, dass eine Allokation zu Gold, bzw. Goldaktien, an diesem Punkt im Erholungszyklus erhebliche potenzielle Aufwärtsbewegungen sowie eine effektive Diversifizierung unter der Annahme von erhöhter Volatilität an breiten Aktien- und Rentenmärkten bietet.

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