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14.08.2017 | 14:49

BakerSteel: Gold als “sicherer Hafen”

Eine militärische Konfrontation zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten wäre auf humanitärer Ebene katastrophal und würde sich sicherlich verheerend auf die Weltwirtschaft auswirken. Eine ausgehandelte De-Eskalation der Krise scheint möglich, aber der Vorfall erinnert daran, dass das steigende geopolitische Risiko ein Treiber für den Goldpreis ist, da Anleger in diesen Umständen sichere Vermögenswerte suchen.

Politisch Interessierte und Investoren beobachteten die kriegstreibende Rhetorikspirale zwischen Donald Trump und Kim Jong Un letzte Woche mit zunehmender Besorgnis. Die Warnung des US-Präsidenten, dass die USA mit "Feuer und Wut" regieren würde, sollten die Provokationen Nordkoreas nicht nachlassen, sowie für die Warnung des nordkoreanischen Diktators, dass die nächsten Raketentests seines Landes die amerikanische Pazifikinsel Guam zum Ziel hätten, gossen weiteres Öl in die Krisenflamme.

Während die Spannungen eskalierten stieg der Goldpreis im Laufe der letzten Woche um 2,4% (in US-Dollar) und erreichte in der in der Spitze 1.289 US$ pro Unze. In ähnlicher Weise erzielten Goldaktien starke Gewinne, da Anleger durch eine Allokation in diesem Sektor Schutz vor Kurseinbrüchen in anderen Bereichen des Kapitalmarktes suchten. Der Goldpreis ist zum Zeitpunkt des Schreibens von dem Niveau Ende letzter Woche wieder etwas zurückgegangen; jedoch scheint es unwahrscheinlich, dass dieser auf ein Vorkrisen-Level zurückfällt, insbesondere vor dem Hintergrund von US- und südkoreanischen Militärübungen nächste Woche, die oben beschriebene Spannungen wieder anfachen könnten.

Quelle: Bloomberg. Stand: 11. August 2017.

In Reaktion auf die kriegstreiberischen Aussagen bezüglich der koreanischen Halbinsel fielen Aktienmärkte weltweit, aber Gold konnte seine uralte Rolle als Versicherungspolice für Investoren erfüllen. Während die Aussicht auf eine direkte militärische Konfrontation zwischen den beiden Nationen und ihren Verbündeten an dieser Stelle noch unwahrscheinlich erscheint, hebt die Situation die Bedeutung der Diversifikation hervor; vor allem in einer Zeit, in der die globalen Aktienmärkte auf Höchstkursen stehen. Golds typische negative Korrelation zu den meisten finanziellen Vermögenswerten macht es zu einem hochwirksamen Portfolio-Diversifizierer in Zeiten geopolitischer oder wirtschaftlicher Krisen.

Wir glauben, dass ein steigendes geopolitisches Risiko einen zusätzlichen Einfluss auf das ohnehin überzeugende Kaufargument für den Goldsektor hat, der sich in einer Erholungsphase befindet, die einem längeren Bärenmarkt folgt, der im Dezember 2015 endete. Die Realzinsen, ein wichtiger Treiber für den Goldpreis, bleiben weiterhin Nahe dem historischen Tiefstand trotz des Verschärfungszyklus der US Fed. Die sogenannte "Normalisierung" scheint vorerst fast schon beendet ehe sie richtig begonnen hat, da enttäuschende US-amerikanische Wirtschaftsindikatoren wie ein Mangel an Inflation und geringer Produktivität den Appetit der politischen Entscheidungsträger für künftige Zinserhöhungen reduziert haben. Darüber hinaus dürften steigenden US-Schulden und die bevorstehende Schuldenobergrenze auch zukünftig den US-Dollar belasten, ein unterstützender Faktor für Gold. Wichtig ist, dass der Goldsektor kontinuierlich von der robusten Nachfrage und der Angebotsdynamik untermauert wird. Investornachfrage nach Gold ETFs steigt, vor allem in Europa. Schmucknachfrage in Indien und China bleibt stark, während Zentralbanken weiterhin Netto-Käufer von Gold sind.

Was auch immer das Ergebnis der aktuellen koreanischen Krise sein wird, geopolitische Risiken werden kurz- und mittelfristig weiterhin aufflackern, und wir glauben, dass die Risiken für Anleger durch die derzeit erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit, die zum Teil unüberlegte Rhetorik von Weltführern, einer von einigen Medien praktizierten Sensations-Berichterstattung und das Wiederaufleben von Rechts- und Linkspopulismus dazu führen wird, dass Anleger Ihre Diversifizierungsbemühungen verstärken werden.

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