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17.07.2017 | 12:56

BakerSteel: Drei Gründe warum die Fed zurückrudert – und Sie Gold halten sollten

Steigende Anleiherenditen haben in den vergangenen Wochen Druck auf Gold ausgeübt und das gelbe Metall auf ein Vier-Monats-Tief absenken lassen. Kürzlich hat sich die US-Fed allerdings verhalten über ihre Politik einer gestaffelten Leitzinserhöhung geäußert. Dafür gibt es gute, drei Gründe: 1) Eine langsamer ansteigende, als ursprünglich angenommene, Inflationsrate; Zweifel in Bezug auf die Wachstumsstärke der US-amerikanischen Wirtschaft und 3) Besorgnis über die Auswirkungen von Trumps Politik auf die amerikanischen Staatsschulden.

Die letzten zwei Wochen waren für Investoren im Goldsektor von Nervosität geprägt, denn Zentralbanken auf der ganzen Welt veröffentlichten Aussagen, die eine vermeintliche Absicht, ihre Geldpolitik zu verschärfen, erkennen ließen. Dies führte zu erhöhten Anleiherenditen und damit zu Druck auf den Goldpreis. Spekulationen über die Geldpolitik der Fed, der EZB und anderen wichtigen Zentralbanken stellen seit fast zwei Jahren eine Quelle von anhaltender Volatilität für den Goldsektor dar. Jedoch scheint der „Appetit“ für höhere Leitzinsen in Wahrheit abzunehmen. Die Aussage von Janet Yellen, dass die Federal Funds Rate nicht allzu viel weiter steigen müsse, um „zu einem politisch neutralen Niveau zu gelangen", zeigt deutlich, wie vorsichtig die Fed mittlerweile im Hinblick auf weitere Anhebungen der Leitzinsen geworden ist.
Das Eingeständnis der Fed, Schwierigkeiten zu haben, den Mangel an Inflation zu verstehen, hebt einige der zugrundeliegenden Probleme der US-Wirtschaft hervor, die viele Marktteilnehmer schon seit einiger Zeit identifiziert haben. Trotz vorgeblich ermutigender Rahmendaten ist die US-Konjunkturerholung nicht so stark wie einige politische Entscheidungsträger es behaupten. Beispielsweise bleiben Erwerbsbeteiligung und die Produktivität in den USA hartnäckig niedrig, was sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Darüber hinaus verbessert sich die Situation des Defizit im US Staatshaushalt und der Schuldenlast nicht; im Gegenteil, Trumps Politikansätze scheinen beides zu verschlimmern.

Quelle: Bloomberg. Stand: 17. Juli 2017

Die ökonomischen Risiken von zu schnellen Leitzinserhöhungen werden immer deutlicher – die Zentralbanken sind jedoch unter Druck, ihre expansive Geldpolitik im Zuge der globalen Finanzkrise (sehr niedrige, bzw. Negativzinsen und Aufkauf von Anleihen) irgendwann wieder zurückzufahren. Eine "Normalisierung" der Zinssätze ist zum Teil dazu bestimmt, Bewertungsblasen zu verhindern (ein Zug, der unser Meinung nach bereits abgefahren ist); jedoch sind höhere Zinsen und eine Umkehrung von „QE“ in „QT“ („Quantitative Tapering“ = Verkauf von Anleihen im Bestand der Zentralbanken) für die Entscheidungsträger im Hinblick auf zukünftige Krisen wünschenswert, um dann erneute Zinssenkungen und neue QE-Initiativen zu ermöglichen, die mit Sicherheit erforderlich sein würden, um einer Rezession von entwickelten Volkswirtschaften zu begegnen.

Die Schwäche von Gold in den letzten Wochen scheint vorbei zu sein. Wir sind der Auffassung, dass sich der Goldpreis weiterhin innerhalb eines langfristig Richtung Hausse tendierenden Korridor bewegt. Niedrige Realzinsen, ein schwächer werdender US-Dollar, robuste Nachfrage nach physischem Gold und ein geopolitisches Risiko auf hohem Niveau sind nach wie vor wichtige Faktoren für eine Erholung des Goldsektors. Des Weiteren nähern wir uns einer Zeit im Jahresablauf, die historisch vorteilhaft für den Goldpreis ist. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das dritte Quartal fast immer als positiver saisonaler Zeitraum für Gold erwiesen, mit einer durchschnittlichen Rendite von 4% zwischen Juli und September (Quelle: Bloomberg). Daher glauben wir, dass diese Periode ein guter Zeitpunkt für Investoren ist, eine Position im Goldsektor mittels „Cost Averaging“ sukzessive aufzubauen, um die überzeugenden potenzielle Wachstums- und Diversifizierungsvorteile während dieser für die Weltwirtschaft unsicheren Zeit auszunutzen.

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