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Fonds im Fokus

01.03.2017 | 17:17

AXA IM: Wachstum in einem schwierigen Umfeld durch externe Mittelzuflüsse

Trotz eines schwierigen Umfelds ist die AXA Investment Managers Gruppe (AXA IM) auch 2016 stark gewachsen. Mit 56,4 Mrd. EUR waren die Nettomittelzuflüsse noch nie höher.

Das verwaltete Vermögen betrug Ende Dezember 2016 717 Mrd. EUR, 7% mehr als 2015 (669 Mrd. EUR). Die Nettomittelzuflüsse (Net New Money), das verwaltete Vermögen (Assets under Management), der Umsatz und der bereinigte Gewinn sind kontinuierlich gestiegen:

* Ohne AXA Private Equity, das im September 2013 verkauft wurde, und den beim Verkauf realisierten Nettogewinn.

Andrea Rossi, CEO von AXA IM, zu den Ergebnissen: „2016 war ein turbulentes Jahr, vor allem aufgrund der politischen Entwicklungen. Die Märkte reagierten darauf mit starken Schwankungen, mit direkten Folgen für unsere Kunden und unser Geschäft. Vor diesem Hintergrund freut es mich besonders, dass wir im letzten Jahr weiter stark gewachsen sind. Unser Geschäftsmodell hat sich als tragfähig erwiesen, und was am wichtigsten ist: Die Kunden würdigen, dass wir sie dabei unterstützen, ihre Langfristziele unabhängig von Marktentwicklungen zu erreichen.“

Statistische Angaben

Das verwaltete Vermögen von AXA IM betrug Ende Dezember 2016 717 Mrd. EUR, 7% mehr als 2015. Der Zuwachs stammt vor allem aus den mit 56,4 Mrd. EUR höchsten Nettomittelzuflüssen der Unternehmensgeschichte, 35% mehr als 2015. 38,5 Mrd. EUR der Nettomittelzuflüsse entfallen auf die asiatischen Joint Ventures.Der Umsatz lag bei 1.207 Mio. EUR und war damit 2% niedriger als 2015, vor allem aufgrund niedrigerer Gebühreneinnahmen durch den Abfluss von Vermögen, das wir für Friends Life gemanagt hatten. Die Handelskosten stiegen um 12 Mio. EUR. Ohne Friends Life lag der Umsatz bei 1.189 Mio. EUR, 2% mehr als 2015. Ähnlich ist es beim bereinigten Gewinn, der gegenüber 2015 um 4% auf 225 Mio. EUR sank. Ohne Friends Life stieg er allerdings um 8%.

Im April 2015 wurde Friends Life von Aviva übernommen. Von Anfang an wollte Aviva mit der Fusion unter anderem dadurch Synergieeffekte realisieren, dass zuvor ausgelagerte Vermögensverwaltungsverträge wieder eingegliedert wurden. Laut Aviva bot die Übernahme die Möglichkeit, das verwaltete Vermögen von Aviva Investors durch die Eingliederung der britischen Assets von Friends Life zu steigern. 2016 wurden 30 Mrd. EUR abgezogen, im September 2016 dann weitere 15 Mrd. EUR. Die Abflüsse waren seit längerer Zeit absehbar; wir hatten sie in der strategischen Planung bereits berücksichtigt. Derzeit verwaltet AXA IM für Friends Life noch immer rund 1 Mrd. EUR.
In Folgenden zum Vergleich die wichtigsten Kennziffern für 2016 und 2015 ohne Friends Life. Alle Daten Stand Dezember 2016, falls nicht anders angegeben:

Wachstum und Übernahmen stärken Angebot

2016 haben wir unser Angebot weiter ausgebaut, u.a. durch die Übernahme von Eureka Funds Management (einem der führenden unabhängigen australischen Immobilienverwalter); die Gründung eines Private-Equity-Teams für Immobilien mit den Strategien Equity Infrastructure und Opportunities; und AXA IM Chorus, ein neues Team in Hongkong, das sich auf liquide Total-Return-Strategien konzentriert. Außerdem haben wir verschiedene neue Strategien aufgelegt, u.a. für kurzlaufende High-Yield-Anleihen, Linker mit kurzer Duration, Loans, Infrastructure Debt und europäische Core-Immobilien. Hinzu kam eine Smart-Beta-ESG-Strategie für Aktien.

Neben den Aktivitäten in Australien und Hongkong haben wir weitere Schritte unternommen, um unser Angebot zu internationalisieren. So haben wir eine Niederlassung in Mexiko für interne und externe Kunden gegründet und unsere Niederlassung in Japan erweitert, einem für uns strategisch wichtigen Markt mit hohem Wachstum. Seit Dezember hat AXA IM eine Zulassung der chinesischen Behörden als vollständig ausländisches Unternehmen (Wholly Foreign-Owned Licence, WFOE). Damit können wir ein eigenständiges Geschäft in China aufbauen und chinesischen Anlegern Auslandsanlagen anbieten. Wir sind damit einen entscheidenden Schritt weiter auf dem Weg zu unserer für 2017 geplanten Niederlassung in Schanghai, mit dem wir das erfolgreiche Joint Venture mit AXA SPDB ergänzen wollen. Auch verschiedene europäische Länder entwickelten sich weiter dynamisch. Wir haben wichtige Mandate gewonnen, u.a. ein Mandat über 10 Mrd. EUR von ING in den Niederlanden. Hinzu kamen solide Nettomittelzuflüsse in der Schweiz, Italien, Spanien und Frankreich.

Andrea Rossi weiter: „Trotz des herausfordernden Umfeldes haben wir 2016 weiter in Wachstum investiert. Wir haben auf Internationalisierung gesetzt und Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelt, mit denen wir unseren Kunden helfen, ihre Langfristziele zu erreichen. Auch für 2017 suchen wir aktiv nach weiteren Wachstumschancen und wollen weiter durch eigene Innovationen und gezielte Übernahmen expandieren.“

Langfristig brauchen die Kunden mehr als nur Produkte

Wir wollen unseren Kunden genau das bieten, was sie brauchen – und zwar auf Weltklasseniveau. Wir streben deshalb nicht nur eine hohe Anlagenrendite an, sondern sehen uns als Partner unserer Kunden. Wir wollen ihre langfristigen Ziele verstehen, antizipieren und erfüllen. Aus diesem Anspruch erwuchsen 2016 mehrere Initiativen zur finanziellen Bildung. So haben wir u.a. einen umfassenden Onlinekurs (Massive Open Online Course, MOOC) über Assetmanagement geschaffen, wir haben in Partnerschaft mit der National Skills Academy for Financial Services in Großbritannien ein freies Online-Tool zur Weiterbildung in Altersversorgungsfragen entwickelt und Bildungskampagnen für Privatkunden in Frankreich und Italien gestartet. In den letzten 18 Monaten haben wir erheblich in Marketing, Kommunikation und Kundenservice investiert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Fonds- und Privatkunden, um unsere Vertriebspartner besser zu unterstützen. Wir werden diesen Kurs weiter fortsetzen und durch unsere Digitalstrategie flankieren.

In der Digitalstrategie beschäftigen wir uns u.a. mit dem Thema Big Data. 2016 haben wir weiter untersucht, wie wir unsere Investment-, Vertriebs- und Betriebsprozesse effizienter machen können. Gemeinsam mit mehreren Fintechs arbeiten wir in diesen drei Bereichen an Machbarkeitsstudien. Wir wollen verstehen, welchen Mehrwert wir mit Big Data für unsere Kunden schaffen könnten. Zu den wichtigen Forschungsvorhaben zählen dabei die Analyse von Verhaltensdaten, ein Projekt mit Partnern zum besseren Verständnis des Einflusses von Nachrichten und anderen Signalen auf den Markt sowie Projekte im Bereich Maschinenlernen und Automatisierung.

„Als aktiver Manager müssen wir nach unserer Überzeugung mehr tun, als nur Produkte anzubieten”, so Andrea Rossi. „Wir wollen, dass Investieren verständlicher wird. Deshalb teilen wir unser Wissen und unsere Kompetenz. Wir wollen damit unseren Kunden helfen, die richtigen Anlageentscheidungen für ihre Langfristziele zu treffen. Das bedeutet auch, dass wir es für unsere Kunden einfacher machen müssen. Wir investieren in Personal und Technologie, damit man mit uns zusammenarbeiten kann, und um die Entwicklung der Anlegererwartungen und globale Trends zu antizipieren. Ganz besonders wichtig ist das im Publikumsfondsgeschäft, einem unserer Schwerpunkte, in dem wir eng mit unseren Vertriebspartnern zusammenarbeiten. Es ist aber auch am institutionellen Markt wichtig. Dort bieten wir unseren Kunden nicht nur Lösungen, sondern auch zusätzliche Dienstleistungen an, z.B. branchenführende Empfehlungen zur Solvency-II-Berichterstattung oder Unterstützung bei der ESG-Integration.“

Verantwortliches Investieren

Wir glauben, dass wir durch Verantwortliches Investieren (Responsible Investment, RI) nachhaltig und langfristig Mehrwert für unsere Kunden schaffen und die Gesellschaft positiv beeinflussen. AXA IM hat in allen großen Assetklassen RI-Kompetenz. Je nach Kundenanforderung können wir individuelle Lösungen anbieten, von der Risikovermeidung bis zum sozialen Fortschritt. 2016 haben wir die ESG-Integration (ESG: Environment, Social, Governance = Umwelt, Soziales, Governance) weiter vorangetrieben. Inzwischen beträgt das von uns verwaltete Vermögen mit ESG-Integration 400 Mrd. EUR. Wir haben außerdem eine Reihe wichtiger RI-Mandate gewonnen (ESG Euro Credit der Nippon Life, wir arbeiten auch mit Big Society Capital in Großbritannien an deren Staatsanleihenportfolio).
Dazu Andrea Rossi: „Bei AXA IM ist Verantwortliches Investieren eine ethische Grundhaltung, keine Nische. Mit den Kunden arbeiten wir daran, Verantwortliches Investieren in ihre Portfolios zu integrieren, sodass es zu ihren Zielen passt. Als aktive Investoren glauben wir fest daran, dass sich Verantwortliches Investieren von der Nische zum Standard entwickeln wird. Dafür werden sowohl die Gesetzgeber als auch die Kunden sorgen. Die neue politische Landschaft in den USA kann diese Entwicklung vielleicht bremsen, aber nicht aufhalten. Wir wollen Verantwortliches Investieren auf ein neues Niveau heben und damit unseren Kunden und der Branche helfen, die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen zu meistern. Das bedeutet, dass wir Verantwortliches Investieren weiter in unser Geschäft integrieren und gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten wollen. Deshalb haben wir uns 2016 öffentlich sieben Ziele gesetzt, mit denen wir einen positiven Beitrag für Gesellschaft und Umwelt leisten wollen. Dazu zählt auch unsere Selbstverpflichtung, bis 2030 75% unserer Immobilien als umweltfreundlich zertifizieren zu lassen.“

Was kommt 2017? Und was danach?

„Wachstum und Inflation sind zurück“, so Laurence Boone, Head of Research bei AXA IM. „2017 dürfte ein weiteres Jahr voller Herausforderungen werden – und zwar nicht nur aufgrund der vielen Unbekannten wie Trump oder der anstehenden Wahlen in Europa, sondern auch wegen der (etwas) höheren Zinsen. Die weiter expansive Geldpolitik im Zusammenspiel mit einer besseren Inlandskonjunktur wird das Wachstum weiter stützen, wenn exogene Schocks ausbleiben. Wir erwarten, dass das Weltwirtschaftswachstum von 3,1% in 2016 auf 3,4% in 2017 steigt. In diesem Umfeld sind die wichtigsten Themen für Anleger die Rückkehr der Inflation und die steigenden Zinsen.

Kurzfristig wird die Situation für Anleger durch steigende Zinsen in einem weiterhin unsicheren Umfeld komplizierter. Bei der Asset-Allokation setzen wir deshalb auf gute Fundamentaldaten statt günstiger Bewertungen – und auf eine aktivere Asset-Allokation, wenn die Zinsen steigen. Langfristig ist die Lage günstiger. Wir rechnen mit Wachstum, allerdings weniger starkem als vor 2008. Die Laufzeitprämien dürften steigen, allerdings ebenfalls weniger stark als vor der Krise.“
Andrea Rossi fasst zusammen: „2016 war ein herausforderndes Jahr für Anleger, und 2017 birgt ebenfalls große Unsicherheiten. Unser wichtigstes Ziel ist weiterhin, unsere Kunden durch Analysen, Investmentkompetenz und Service zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, für die Zukunft zu investieren. In einem sich wandelnden Markt wollen wir unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Asset-Allokation anzupassen, und ihnen genau die Lösungen anbieten, die sie brauchen. Unser konsequentes Wachstum in den letzten fünf Jahren ist eine solide Basis für die weitere Expansion 2017 – trotz des starken Drucks durch Gesetzgeber und Gebührenwettbewerb. Höchste Priorität haben für uns weiter die Mittelzuflüsse, insbesondere im Publikumsfondsgeschäft. Wir werden hier weiter in Wachstum investieren, sowohl intern als auch nach Möglichkeit extern.“

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