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27.10.2014 | 11:47

Bellevue: Die Hoffnungsträger von morgen

Für die Investoren in der Gesundheitsbranche sind die Terminkalender in den Monaten September und Oktober mit einer Reihe von Fachkonferenzen gut gefüllt. Dort präsentieren Unternehmen und akademische Forschungsinstitute klinische Ergebnisse und neue wissenschaftliche Ansätze.

Dem Management-Team von BB Biotech bieten diese Veranstaltungen die Möglichkeit, sich ein Bild vom aktuellen Stand der Forschung zu machen und potenzielle neue Portfoliokandidaten zu identifizieren.

Immuntherapien in der Onkologie

In der Krebsforschung zählen Immuntherapien zu den Bereichen, in denen die Medikamentenentwicklung zuletzt die grössten Fortschritte erzielt hat. Dabei aktivieren körpereigene T-Zellen das Immunsystem, Tumorzellen zu identifizieren und zu zerstören. Sie setzen dabei genau an den Molekülen an, die es den Krebszellen ermöglichen, sich der Erkennung durch das Immunsystem zu entziehen. Sogenannte Checkpoint-Inhibitoren spielen hier eine zentrale Rolle, indem sie zentrale Mechanismen der Immununterdrückung aufheben.

Zielstrukturen für eine neue Wirkstoffklasse von Immuntherapien sind der T-Zellrezeptor PD-1 und seine Liganden PD-L1 und PD-L2. Dabei wird PD-1 direkt auf den Tumorzellen exprimiert, PD-L1 und PD-L2 dagegen auf der Oberfläche der Tumorzellen. Für den schwarzen Hautkrebs (das Melanom) sind bereits solche Checkpoint-Inhibitoren zugelassen, basierend auf den überzeugenden Ansprechraten gegenüber Chemotherapie.

Auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO), welche vom 26. bis 30. September in Madrid stattfand, wurden weitere Studienergebnisse aus dieser Therapieklasse präsentiert. Die Ansprechraten von 30% bei Bristol Meyer’s PD1-Antikörper sind zwar eindrücklich gegenüber den 10%, die man bei Chemotherapie sieht, aber absolut gesehen immer noch relativ tief. Bei denjenigen Patienten, die aber ansprechen, sieht man einen Trend von sehr dauerhaften Verbesserungen, was typisch für Immuntherapien ist. Vielleicht darf man sogar wagen, in gewissen Fällen auf eine Heilung zu hoffen – das werden allerdings erst die Langzeitdaten zeigen. Ziel ist es nun, Kombinationstherapien zu finden, worauf mehr Patienten ansprechen. Incyte und Tesaro haben dafür sehr interessante Kandidaten.

Branchenexperten schätzen das künftige Marktpotenzial für Immuntherapien auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt derzeit, dass PD-1 oder PD-L1 Antikörper in Kombination mit anderen komplementären Ansätzen verwendet werden, wie beispielsweise anderen Checkpoint-Inhibitoren. „Mit der Rekrutierung des Immunsystems für die Bekämpfung von Krebs“, so das Fazit von Lydia Bänziger, Portfolio Manager BB Biotech, „sind wir jetzt an einem Zeitpunkt angelangt, an dem die klinische Umsetzung einen Paradigmenwechsel in der Krebsbehandlung einleitet.“

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