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04.11.2014 | 10:00

Swisscanto: Wirtschaftsdynamik vorerst stärker als Aktienmärkte

Anfang Oktober reagierten die Aktienmärkte wegen schlechterer Wachstumsaussichten der Euroländer und deren Ausstrahlungskraft auf die Weltwirtschaft mit einer kräftigen Konsolidierung.

Diese negativen Wachstums-Revisionen wurden in der zweiten Oktoberhälfte durch bessere Erwartungen überholt. Wir behalten unser Übergewicht bei Aktien mit einem Schwerpunkt in Europa bei. Regionale Gewichtungen verschieben wir aus Bewertungsgesichtspunkten leicht in Richtung von Japan und den Emerging Markets zulasten der USA. Unsere Entscheidung wird durch den deutlich gesunkenen Rohölpreis, eine gute Unternehmens-Berichtssaison und saisonale Aspekte unterstützt. Dennoch sind kräftige Konsolidierungen bei Aktien trotz der sorgfältig vorbereiteten US-Zinswende jederzeit möglich.

Ölpreis: 25 Prozent tiefer innerhalb weniger Monate

An der Tankstelle freuen wir uns alle: Die Spritkosten sind so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr. Ein Überangebot am Ölmarkt ist für den Preisrückgang beim Öl verantwortlich. Das mag politische Gründe haben und deshalb kurzlebig sein. Empirisch nachgewiesen ist, dass ein Preisrückgang von zehn US-Dollar der Weltwirtschaft einen Wachstumsimpuls von 0,4 Prozent pro Jahr gibt. Der aktuelle Preisrückgang um 25 US-Dollar könnte das Wachstum der Weltwirtschaft also um ein ganzes Prozent anschieben.

Zunehmende Volatilität: Rückkehr zu Normalität

Die zunehmende Volatilität der Aktienkurse wird von vielen Anlegern als belastend und als Vorbote eines Einbruchs empfunden. Wir nehmen diese Zunahme der Volatilität eher als Normalisierung wahr und erwarten in absehbarer Zeit weitere Konsolidierungen mit anspringender Volatilität - ähnlich wie im abgelaufenen Monat. Der SMI (Swiss Market Index) legt seit Jahresbeginn 6,3 Prozent zu, die Kursspanne von 8874/8057 Punkten wurde allein im Monat Oktober durchmessen. Die Volatilität erreichte zwischenzeitlich einen Wert von knapp 22 und liegt aktuell beim SMI mit 15,3 wie bei allen wichtigen Aktienindizes immer noch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.

Anleihen: US-Notenbank womöglich "behind the curve"

Kaum konsolidiert der Aktienmarkt, fließt abermals Geld in sichere Staatsanleihen. Trotz der bereits eklatanten Überbewertung sanken deshalb die Renditen sicherer Staatsanleihen erneut (aktuell: zehn Jahre: CHF 0,49 Prozent, EUR 0,81 Prozent, USD 2,30 Prozent). Im Oktober hat die US-Notenbank ihre dritte Runde des Kaufs von US-Staatsanleihen wie geplant beendet. Wir erinnern: Der Auslauf von QE1 und QE2 war jeweils noch Wasser auf die Mühlen von Börsenpessimisten. Diesmal könnte die US-Notenbank angesichts starken US-Wachstums (3,5 Prozent annualisiertes Wachstum im 3. Quartal) und niedriger US-Arbeitslosenquote (5,9 Prozent) mit Zinserhöhungen zu spät dran ("behind the curve") sein, um die Inflation(serwartungen) im Zaum zu halten. Wir möchten nicht "behind the curve" sein - und haben uns deshalb für die bevorstehende Zinswende schon seit geraumer Zeit positioniert.

Währungen: Weiter US-Dollar long

Bei den Währungen werden keine Änderungen vorgenommen. Die wichtigste Botschaft: Unsere US-Dollar-long-Position behalten wir bei, weil wir schon im Vorfeld einer ersten US-Zinserhöhung von einer weiteren Aufwertung des USD ausgehen.

Aktien: Aufholprozess nach Konsolidierung

In den USA wird die Kurserholung durch starke wirtschaftliche Daten - vor allem durch hohes US-Konsumentenvertrauen - unterstützt. Da gilt abermals: "Never bet against the US consumer". Gleichzeitig sind US-Aktien jedoch schon recht teuer. In Europa schwenkten die Börsen auf Erholungskurs, als die Zahlen wichtiger Einkaufsmanager-Indizes gut ausfielen. Deflationsängste sind mit Veröffentlichung der neuesten Inflationsdaten (0,4 nach 0,3 Prozent) etwas in den Hintergrund getreten.

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