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22.09.2014 | 10:53

Robeco: Der Aufschwung im Euroraum nimmt Fahrt auf

„Wir erwarten ein stärkeres drittes Quartal und bleiben für die weitere Erholung der Wirtschaft im Euroraum zuversichtlich“, so Robeco-Chefvolkswirt Léon Cornelissen.

„Die beeindruckende Bondrallye setzt sich fort“, kommentiert Robeco die jüngsten Bewegungen an den europäischen Anleihemärkten. Die spiegelbildlich niedrigen Renditen signalisierten nun eine nahende Rezession. Die aber werde nicht kommen, zeigen sich die Kapitalmarktexperten zuversichtlich. „Wir erwarten ein stärkeres drittes Quartal und bleiben für die weitere Erholung der Wirtschaft im Euroraum zuversichtlich“, so Chefvolkswirt Léon Cornelissen. Robeco zufolge sollten eine Reihe von Faktoren die Konjunktur stützen. Hierzu zählen ein schwächerer Euro, gesunkene Ölnotierungen, die Impulse durch den Aufschwung in Nordamerika und last but not least die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Notenbank.

Robeco beeindruckt insbesondere das Ausmaß der unlängst von der EZB beschlossenen geldpolitischen Stimuli. „Das Ankaufprogramm für Asset Backed Securities (ABS) fällt ambitioniert aus“, urteilt Cornelissen. Obwohl der europäische Markt für diese forderungsbesicherten Wertpapiere vergleichsweise überschaubar sei, könne das Volumen des Kaufprogramms die Summe von bis zu einer Billion Euro erreichen.

Robeco schränkt allerdings ein, dass geopolitische Risiken die Erholung stören könnten. Augenscheinlich habe insbesondere die deutsche Wirtschaft unter dem Ukraine-Konflikt gelitten. „Deutsche Unternehmen investieren zurzeit nur sehr vorsichtig“, so die Beobachtung. Mittlerweile habe die Ukraine-Krise etwas an Schärfe verloren. Robeco misstraut dieser Beruhigung allerdings: „Es bleibt unklar, was die russische Führung letztendlich beabsichtigt“. Die Spannungen könnten in diesem Winter erneut eskalieren, so Cornelissen weiter. Europa sei dann im Fall eines plötzlichen Stopps russischer Gaslieferungen sehr viel verwundbarer. Basisszenario bleibe aber dennoch eine weitere De-Eskalation in den Auseinandersetzungen.

Anlagenotstand am Bondmarkt

Robeco sieht in der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin den dominierenden Faktor für die europäischen Anleihemärkte. „Die bemerkenswert tiefen Leitzinsen und die engen Risikoaufschläge (Spreads) innerhalb des Euroraums werden uns weiterhin begleiten“, prognostiziert Léon Cornelissen. Für das Privileg, dem deutschen Staat drei Jahre lang Geld zu leihen, müssten Anleger mittlerweile eine Prämie zahlen. Die gesunkenen Bondrenditen im Euroraum drückten momentan auch auf die US-Zinsen, wo Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit nur noch mit 2,5 Prozent rentierten.

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