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20.04.2017 | 11:15

Degroof Petercam: Wahlstress sorgt für Schwankungen an den Rentenmärkten

Die Umfragehochs von Marine Le Pen im Wahlkampf sorgen für Verunsicherung bei Rentenanlegern. Folge: Die Renditeabstände zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen schwanken stark. Aktives Fondsmanagement kann sich die schwankenden Zinsabstände zunutze machen.

Marine Le Pen lässt die Spreads springen

Der Wahlkampf um das Präsidentenamt in Frankreich zeigt eines ganz deutlich: Immer dann, wenn die rechtsnationale Kandidatin Marine Le Pen in Umfragen stark zulegen kann, gehen die Kurse von französischen Staatsanleihen in die Knie. Umgekehrt steigt die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen. Eine Untersuchung von Degroof Petercam Asset Management zeigt, dass sich in den vergangenen zwei Jahren die Spreads, also der Renditeabstand zwischen französischen Staatsanleihen und Bundesanleihen, stark ausdehnten, wenn die Umfragewerte von Marine Le Pen in die Höhe schossen. In der Regel waren es jeweils zirka 10 Basispunkte. Im Januar 2017, als die Vorsitzende des Front National ihr konkretes Wahlprogramm vorlegte, betrug der Renditeabstand kurzzeitig sogar über 40 Basispunkte (siehe Grafik).

„Anleiheinvestoren reagieren in der Regel sehr sensibel auf politischen Stress. Die hohe Verunsicherung für die Kapitalmärkte, die von einem Wahlsieg Marine Le Pens ausgehen würde, spiegeln die starken Schwankungen des Renditeabstands zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen wider“, sagt Peter de Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam Asset Management - und ergänzt: „Auch die derzeit hohen geopolitischen Unsicherheiten sowie Diskussionen um eine Reduzierung des expansiven geldpolitischen Programms der Europäischen Zentralbank befeuern die Nervosität von Anleiheinvestoren“.

Schwankungen an den Anleihemärkten sind dem Rentenchef des belgischen Vermögensverwalters zufolge aber nicht unbedingt negativ zu werten, da sie für aktive Fondsmanager, und damit auch für Fondsanleger, durchaus gute Gelegenheiten bieten können.

Mit Optionsstrategien das Zinsrisiko hedgen

Die Risiken, die von schwankenden Anleihenotierungen und dementsprechend schwankenden Anleiherenditen ausgehen, lassen sich im Rahmen eines aktiven Fondsmanagements gezielt nutzen, wie zum Beispiel über Short-Options-Strategien auf liquide Zinsfutures. So lassen sich einerseits Zinsänderungsrisiken abfedern und andererseits zusätzliche Einnahmequellen aus Stillhalterprämien generieren. Ähnliches gilt für das Kreditrisiko, welches mit Anleiheinvestments verbunden ist und sich schnell steigern kann, sobald angenommene Basisszenarien fehlerhaft erscheinen. „Es kommt darauf an, derivative Absicherungsstrategien über einen Zeithorizont zwischen 6 und 12 Monaten stets gut zu planen und dabei alle möglichen Eventualitäten im Auge zu behalten“, betont Peter de Coensel.

Dazu zählt natürlich auch ein eventueller Sieg von Marine Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Unmittelbar vor dem ersten Wahlgang am 23. April liegt Le Pen nach wie vor in etwa gleich auf zum rechtsliberalen und parteiunabhängigen Emmanuel Macron, dem unter den verbleibenden 10 Bewerbern um das Präsidentenamt die größten Chancen eingeräumt werden. Alles deutet darauf hin, dass es zwischen Le Pen und Macron am 7. Mai zu einer Stichwahl kommen wird. Da der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich also bis zur letzten Sekunde hoch spannend bleibt, sollte sich diese Spannung auch am Rentenmarkt widerspiegeln.

Der Marktkommentar als PDF-Dokument.

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