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31.01.2017 | 11:24

Natixis: Welche drei Hauptfaktoren werden dieses Jahr prägen?

Worauf müssen sich die Anleger 2017 gefasst machen? Asset Manager aus den Bereichen Aktien, Anleihen, nachhaltige Investments, alternative Investments und europäische Aktien legen dar, welche Probleme, Chancen und Überraschungen das neue Jahr für Anleger bereithalten könnte.

Ein Vorwort von Jörg Knaf, Executive Managing Director, DACH Countries, Natixis Global Asset Management

„Die 'zentrale' Rolle der Notenbanken wird 2017 ihr Ende finden, indem die Zinspolitik eine geringere und die wirtschaftliche Entwicklung endlich eine größere Rolle spielen wird. Zwar wird der Finanzsektor von steigenden Zinsen profitieren und die Bewertung einzelner Unternehmen darunter leiden, aber mehr denn je sollten Anleger auf die Umsatztreiber einzelner Firmen und Sektoren achten. Und auch die Auswirkungen von geopolitischen Ereignissen sollte man im Auge behalten. Präsident Trump hat noch vor Amtseintritt den starken Dollar kommentiert und wird alles tun, um die Märkte zugunsten der Amerikaner zu lenken. Die Politik, die 'America Great' machen soll, hat sich schon längst in diversen Sektoren bemerkbar gemacht. Um die Verlierer zu umschiffen, ist aktives Asset Management gefragter denn je.“

William NygrenPartner, Equity ManagerHarris Associates

1. Schwaches Wachstum? Seit mehreren Jahren warten wir nun darauf, dass die Weltwirtschaft wieder ähnlich stark wachsen wird wie vor der Finanzkrise. Mehrfach verkündete die Weltbank am Anfang eines Jahres, dass ein vernünftiges Wachstum vor der Türe steht. Doch im Jahresverlauf musste sie ihre Erwartungen regelmäßig nach unten anpassen. Zu den wichtigsten Begleiterscheinungen des niedrigen Wachstums gehören Zinsen nahe der Null-Prozent-Marke, Rohstoffpreise unterhalb der Schwelle, die neue Explorationsprojekte rechtfertigen würde, und unterdurchschnittliche Ergebnisse bei zyklischen Unternehmen.

2. Wachstumsdynamik? Sollte 2017 tatsächlich das Jahr werden, in dem uns das Wachstum positiv überrascht, so würden wahrscheinlich ganz unterschiedliche Branchen den Aufschwung am Aktienmarkt anführen. Deshalb favorisieren wir Unternehmen, die von höheren Zinsen und anziehenden Rohstoffpreisen profitieren dürften (also Banken und andere Finanzunternehmen sowie Energieunternehmen), und zyklische Industriewerte, deren Gewinne sich erholen dürften.

3. Unwägbarkeiten einer Trump-Administration. Ob sich das weltweite Wachstum beschleunigt oder nicht, wird entscheidend von der Politik der USA abhängen. Während eines rauen Wahlkampfs hat der spätere Sieger zahlreiche Maßnahmen versprochen, von denen manche günstig, manche ungünstig für das Wachstum wären. Wenn sich die neue Trump-Administration auf eine Steuerreform und einen Abbau von Regulierungen konzentriert, hätte dies wahrscheinlich einen signifikanten Anstieg des Wachstums zur Folge. Sollte der Fokus jedoch auf einer Beschränkung des Welthandels und einer Deportation von illegalen Einwanderern liegen, könnte dies das Wachstum schwächen. Aus unserer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Politik insgesamt wachstumsfreundlich ausfallen wird, deutlich höher. Globale Wachstumskräfte haben sich zudem über viele Jahre hinweg als stark genug erwiesen, um sich gegen verfehlte staatliche Politikansätze durchzusetzen. Als langfristige Investoren halten wir die Bewertungen von denjenigen Unternehmen, die am meisten von einem Konjunkturaufschwung profitieren würden, derzeit für attraktiv.

Eine Überraschung, die für Unruhe sorgen könnte

Eine Rückkehr des Wachstums könnte für viele Anleger zu einer unangenehmen Überraschung werden, weil damit Investments, die als risikoarm gelten, plötzlich riskanter werden könnten als Investments mit vermeintlich hohem Risiko. Die meisten Anleger bewerten das Risiko einer Aktie anhand der Wahrscheinlichkeit, dass die Gewinne von den Erwartungen abweichen, und achten zu wenig auf den Preis. Wir sagen schon seit Längerem, dass Unternehmen, die zwar eine geringe Volatilität, jedoch ein historisch hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aufweisen, riskanter sind als Unternehmen mit hoher Volatilität und einem relativ niedrigen KGV. Angesichts der niedrigen Zinsen haben sich die Aktien von stabilen, langsam wachsenden Unternehmen, die einen Großteil ihrer Gewinne als Dividende ausschütten, bei Anlegern, die mit den niedrigeren Renditen am Anleihemarkt unzufrieden sind, als Alternative zu Anleihen etabliert. Diese Unternehmen verfügten traditionell über ein unterdurchschnittliches KGV, während sie heute vergleichsweise teuer sind. Selbst wenn sich ihre Unternehmenslage wie erwartet entwickelt, besteht doch ein hohes Risiko, sollten die KGVs auf ihren langfristigen Durchschnitt zurückfallen. Doch genau mit einem solchen Rückgang ist bei steigenden Zinsen zu rechnen. Deshalb halten wir die meisten Energieversorger, Telekommunikationsanbieter sowie US-basierten Konsumgüterhersteller zur Zeit für wenig attraktiv.

Zudem würden sich Aktien in einem Umfeld mit höheren Zinsen wahrscheinlich als weniger risikobehaftet erweisen als langlaufende Anleihen, die derzeit historisch niedrige Renditen abwerfen. 2017 könnte also ein Jahr werden, das die Risikoeinschätzungen der Anleger auf den Kopf stellt.

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