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21.04.2017 | 16:25

Metzler: Wahl in Frankreich wichtig für Zukunft der EU

Die Präsidentschaftswahlen in Frankreich am Sonntag sind von herausragender Bedeutung, da die französische Bevölkerung implizit über die Zukunft der EU und der Europäischen Währungsunion abstimmt. Der hohe Anteil an noch unentschiedenen Wählern bedeutet, dass der Ausgang sehr unsicher ist.

Sollte sich das Wahlergebnis jedoch im Rahmen der Umfragen bewegen, wäre der Ausgang des zweiten Wahlgangs deutlich weniger unsicher und besser prognostizierbar, da bisher keine Umfrage eine Mehrheit für Marine Le Pen im zweiten Wahlgang zeigte.

Bisher scheint Bundesbankpräsident Weidmann noch keine Mehrheit im EZB-Rat für eine etwas weniger expansive Ausrichtung der Geldpolitik der EZB gefunden zu haben. Die EZB-Sitzung (Donnerstag) und die anschließende Pressekonferenz dürften daher ohne größere Neuigkeiten verlaufen.

Die Wirtschaftsdaten in der Eurozone sprechen jedoch eindeutig für ein baldiges Ende der Negativzinspolitik der EZB. So dürfte die Inflation (Freitag) in der Eurozone im April wieder auf 2,0 % gestiegen sein und die Kern¬inflation von 0,7 % auf 1,1 %. Der überraschende Rückgang der Kerninflation auf 0,7 % im März hing nur mit den volatilen Preisen von Pauschalreisen in den Osterferien zusammen. Auch die Konjunkturdaten dürften Stärke zeigen mit höheren Werten für den ifo-Index (Montag) und dem europäischen Geschäftsklimaindex (Donnerstag). Zudem sind die stetige Verbesserung der Kreditvergabe (Freitag) und die hohe Kreditnachfrage (EZB Bank Lending Survey, Dienstag) weitere Argumente für eine etwas restriktivere Geldpolitik.

USA mit guten Aussichten nach schwachem ersten Quartal

In den USA scheint sich das Muster der vergangenen Jahre zu wiederholen: Obwohl die Daten saisonal bereinigt sind, wuchs die US-Wirtschaft in den vergangenen Jahren immer im ersten Quartal schwach und beschleunigte sich in den folgenden beiden Quartalen. Offensichtlich gibt es Probleme mit den Verfahren der saisonalen Bereinigung, die auch in diesem Jahr nur ein Wirtschaftswachstum (Freitag) von 1,0 % im ersten Quartal 2017 zulassen könnten. Nichtsdestotrotz sind die Konjunkturperspektiven nach wie vor gut, wie ein hohen Konsumentenvertrauen (Dienstag und Freitag) sowie steigende Neubauverkäufe (Dienstag) zeigen dürften. Entscheidend für den Ausblick sind jedoch die Investitionsausgaben, die im vergangenen Jahr noch sehr schwach waren und sich zuletzt langsam erholten. Ein weiterer Anstieg der Auftragseingänge (Donnerstag) für Investitionsgüter wäre daher ein wichtiges Signal. Immerhin steigen schon in den vergangenen Monaten die tatsächlichen Investitionsausgaben der Unternehmen auf globaler Ebene merklich, nachdem sie noch im vergangenen Jahr stark gefallen waren.

Nur auf Basis steigender Unternehmensinvestitionen kann ein tragfähiger Aufschwung entstehen.

In Japan scheint sich langsam eine Trendwende bei der Lohnentwicklung abzuzeichnen. So geht der Rückgang der Arbeitslosenquote (Freitag) mit steigenden Löhnen einher.

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