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20.01.2017 | 16:05

Metzler: Finanzmärkte anfällig für Turbulenzen - Rückkehr des politökonomischen Risikofaktors wahrscheinlich

Die Kurszuwächse an den Aktienmärkten haben sich in der jüngsten Vergangenheit von gestiegenen politisch-ökonomischen Risiken nicht ausbremsen lassen. Das könnte sich künftig ändern.

Die Konjunkturdaten geben derzeit wenig Anlass zur Sorge. Die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA sorgte im November vergangenen Jahres für einen massiven Stimmungsumschwung – erst an den Finanzmärkten und nun auch bei den Geschäftsklima- und Konsumentenvertrauensindizes. So dürften die Einkaufsmanagerindizes (Dienstag) in den USA und in Europa im Januar gestiegen sein, der ifo-Index (Mittwoch) dürfte sein hohes Niveau gehalten haben. Die gute Stimmung sollte sich auch zunehmend auf das Ausgabeverhalten der Konsumenten und Unternehmen übertragen haben. Wir erwarten, dass die US-Auftragseingänge (Freitag) im Dezember merklich gestiegen sind und die US-Wirtschaft (Freitag) im vierten Quartal über 2 % gewachsen ist.

Trotz der guten Konjunktur besteht ein großes Risiko, dass der Jahresauftakt an den internationalen Aktienmärkten schwierig werden wird und das erste Quartal 2017 mit einer negativen Wertentwicklung endet. So könnte sich mit der Inauguration von Donald Trump der Fokus wieder auf die problematischen Aspekte seines Regierungsprogramms wie protektionistische Schritte richten - umso mehr, als steigende Inflation und Zinsen im ersten Quartal eine weitere Belastung sind, da die Zentralbanken in diesem Umfeld eher über restriktivere Schritte nachdenken, als weitere Lockerungen in Aussicht stellen werden.

Bis 2011 haben die Aktienmärkte sehr sensibel auf eine Zu- oder Abnahme der politökonomischen Risiken reagiert – ablesbar an der bis dahin hohen Korrelation zwischen dem VIX-Index (erwartete Volatilität am US-Aktienmarkt in den nächsten 30 Tagen) und einem Indikator der politischen Unsicherheit (siehe Grafik). Im vergangenen Jahr sank jedoch untypischerweise der VIX-Index trotz einer Zunahme der politökonomischen Unsicherheiten. Die starke Abschwächung der Korrelationsbeziehung in den letzten Jahren dürfte nicht zuletzt der Interventionspolitik der großen Notenbanken geschuldet sein, die jedoch aufgrund steigender Inflationsraten im Jahr 2017 weniger Spielraum für Interventionen haben. Insgesamt könnte daher der politökonomische Risikofaktor in den kommenden Wochen wieder für Unruhe an den Aktienmärkten sorgen.

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