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29.01.2016 | 16:31

Metzler: Abschwung oder nur Wachstumspause?

Mit dem Abschwächen des globalen Wirtschaftswachstums und dem weiteren Verfall der Rohstoffpreise sind die Risiken für einen weltweiten Wirtschaftsabschwung gestiegen. Steht eine nur zeitweilige Wachstumspause bevor oder aber eine Abschwächung der Weltwirtschaft?

Das globale Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im vierten Quartal deutlich, und die Rohstoffpreise sanken in den vergangenen Wochen merklich. Zweifellos sind in diesem Umfeld die Risiken eines globalen Abschwungs gestiegen. Die veröffentlichten Konjunkturdaten stehen derzeit mit zwei Szenarien im Einklang – sie könnten eine temporäre Wachstumspause signalisieren als auch ein Abschwungsszenario.

Vor diesem Hintergrund wird sich der Fokus auf die weltweiten Einkaufsmanagerindizes der Industrie (Montag) richten, vor allem aber auf die Einkaufsmanagerindizes des Dienstleistungssektors (Mittwoch). Bisher wuchs der Dienstleistungssektor weltweit solide und blieb immun gegenüber der Schwäche der Industrie.
Darüber hinaus werden die Einkaufsmanagerindizes aus China die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eine erneute Verschlechterung dürfte die chinesische Regierung unter Zugzwang bringen, ein größeres Konjunkturpaket aufzulegen.

Ein moderates Wachstum der US-Konsumausgaben (Montag) im Dezember sowie ein weiterer Anstieg der Auto-Verkäufe in den USA (Dienstag) dürften zeigen, dass der dortige Konsument eine anhaltende Stütze der US-Wirtschaft ist – es sollte daher ein Wirtschaftswachstum von etwa 2,0 % in diesem Jahr möglich sein. Dagegen hat sich der Arbeitsmarkt in den USA (Freitag) im Januar vermutlich enttäuschend entwickelt. Grund dafür ist das starke Beschäftigungswachstum in den Vormonaten aufgrund der warmen Temperaturen, das im Januar einen Rückpralleffekt erwarten lässt. In der Eurozone entwickelte sich der Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr sehr positiv, wie ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenquote (Dienstag) im Dezember vermutlich bestätigen wird. Auch die Auftragseingänge in Deutschland (Freitag) dürften sich mit einem Anstieg von etwa 1,0 % gegenüber dem Vormonat im Dezember verbessert haben.

Die Bank von England (Donnerstag) wird sich in diesem von großer Unsicherheit geprägten Umfeld wahrscheinlich zurückhalten und jeden Hinweis auf eine etwaige Leitzinserhöhung vermeiden.

Insgesamt sprechen die Konjunkturdaten mehrheitlich für das Szenario einer Wachstumspause, zumal die chinesische Regierung immer noch genügend Spielraum hat, die Wirtschaft zu stimulieren. Die starke Unsicherheit ist jedoch ein Indiz dafür, dass die großen Zentralbanken die Geldpolitik weiter lockern werden und dass die US-Notenbank erst einmal bis September abwarten wird, bevor sie eine weitere Leitzinserhöhung beschließt.

Autor: Edgar Walk, Chefvolkswirt des Metzler Asset Management

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