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08.06.2017 | 11:46

La Financière de l’Echiquier: Blockchain – Fortschritt ohne Bedauern

Wir benutzen sie noch nicht, aber ihr Wert verdoppelte sich seit Jahresanfang und in der Wirtschaft wird sie tatsächlich mehr und mehr genutzt: Die digitale Währung Bitcoin, die bei ihrer Einführung Ende 2008 einen Wert von 0,001 Cent hatte, überschritt im vergangenen Monat die Schwelle von 2.000 Dollar. Woher kommt die Begeisterung für diese Währung, die bisher eher vernachlässigt wurde?

Einer der Gründe hängt sicherlich damit zusammen, dass die Währung in Japan als Zahlungsmittel akzeptiert wurde – eine offizielle Anerkennung für eine Währung ohne Zentralbank oder Ursprungsland, die darüber hinaus niemandem gehört. Seitdem erreicht der Bitcoin-Kurs stetig neue Rekorde: 2.760 Dollar am 25. Mai.

Bemerkenswerter als der Erfolg des Bitcoin ist aber die zugrunde liegende Blockchain-Technologie. Sie ist revolutionär, weil sie unsere Transaktionen grundlegend verändert. Mit dieser bahnbrechenden Technologie werden die vertrauensvollen Dritten (Zentralbanken, Staaten, Notare usw.), die wir für unverzichtbar hielten, schlicht und einfach überflüssig. Der unglaubliche Fortschritt, den sie darstellt, geht weit über den Finanzbereich hinaus. Neben der Nasdaq, den Banken und den Versicherungen sind auch andere Bereiche betroffen: Estland experimentiert mit notariellen Urkunden, Sony im Bildungsbereich, das französische Departement Yonne mit vernetzten Wasserzählern. Wenn wir alle Transaktionen aufzählen, dann können wir sagen, dass dieses Instrument, dessen Verlauf nicht gefälscht werden kann, ungeahntes Potenzial aufweist. Man mag eine Vorliebe für die Hefte von früher haben, aber es liegt klar auf der Hand, dass dieses sichere, allen zur Verfügung stehende Internet-Register eine immer wichtigere Rolle bei unseren Transaktionen spielen und gleichzeitig deren Kosten minimieren wird. Von der gesamten Bandbreite der Möglichkeiten kennen wir nur einen kleinen Bruchteil.

Wir erleben gerade einen dieser Momente in der Geschichte, in dem Innovation unser tägliches Leben grundlegend verändert. Die Biotechnologie revolutioniert die Medizin, die künstliche Intelligenz und die Robotik prägen allmählich unser Dasein und die Wirtschaft wird kollaborativ und dezentral. Angesichts solcher Änderungen treten instinktiv Sorgen und Abwehrreflexe auf. Wir sind geneigt, „das sanfte Licht der Öllampen“ und „den Charme der Segelschiffe“ – wie Charles De Gaulle es in einer Rede im Juni 1960 formulierte – zu vermissen. Dabei hat uns die Geschichte gelehrt: Übergänge sind schwierig aber notwendig, Zweifel und Ängste sind die schlimmsten Feinde unserer Gesellschaften. Die Arbeiter in den Seidenmanufakturen von Lyon haben diese leidvolle Erfahrung gemacht. Auch wenn man noch so sehr versucht, die Modernität mit Gewalt zu zerstören (in diesem Fall die Webstühle): Innovation ist unaufhaltsam und wir müssen lernen, mit diesem Fortschritt zu leben, der einen mitunter überfordert.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Finanzbranche? Es liegt auf der Hand, dass der Technologiefortschritt sich auf uns auswirkt und uns, ebenso wie alle übrigen Branchen, betrifft. Getreu unserer Tradition und unserer optimistischen Grundeinstellung stehen wir diesen Veränderungen positiv gegenüber. Wir nehmen die Herausforderungen und die neuen sich bietenden Perspektiven an.
Wir haben unsere Produktpalette bereits im Januar 2015 um den Fonds FCM Robotique erweitert, der in künstliche Intelligenz investiert. Seit Auflegung verzeichnete dieser eine Wertentwicklung von +25,9 Prozent(1). Das ist ermutigend. Auch die klassischeren Fonds entwickeln sich weiter dank ihrer Fähigkeit, erfolgreiche Projekte auf der ganzen Welt zu identifizieren – was zum Zeitpunkt der Auflegung des Echiquier Agressor im Jahr 1991 noch nicht möglich war.

In einer Zeit, in der Frankreich entschlossen mit der Zeit zu gehen scheint, passen die Worte des französischen Ökonomen Jean-Baptiste Say: „Wir, die wir in den Fortschritten, die wir gemacht haben, den Keim eines noch größeren Fortschritts wahrnehmen, gehen mit mehr Kühnheit und Vertrauen in die Zukunft“. Eine Begeisterung die wir teilen, wenngleich wir einen kühlen Kopf bewahren und ganz sicher nicht in einer selbstgefälligen Technomanie anlegen werden. Wir glauben stets an die Stärken der menschlichen Intelligenz und an den gesunden Menschenverstand. Beides ist unerlässlich, um die Technologie mit Weitblick in unsere Branchen, unser Leben und unsere Fondsverwaltung einzubinden.

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