30.01.2012 | 11:59
Rendite-Druck auf Investoren wegen niedriger Zinsen steigt
Investoren befinden sich weltweit im Spannungsboden zwischen der Staatsschuldenproblematik und der Suche nach Rendite. Die Finanzmärkte werden derzeit primär von Sparprogrammen, Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen und Abstufungen durch Rating-Agenturen beeinflusst. Die Nachrichtenlage führt zu einer erhöhten Volatilität an den Kapitalmärkten und bietet Investoren und Fondsanlegern attraktive Einstiegsmöglichkeiten.
Für das Jahr 2012 sieht die ERSTE-SPARINVEST ermutigende Zeichen für eine Trendwende beim Risiko-Appetit der Investoren. Die niedrigen Zinsen am Geldmarkt und bei Staatsanleihen mit erstklassigen Bonitäten lassen die Investoren nach attraktiven Anlagemöglichkeiten Ausschau halten", so ERSTE-SPARINVEST Vorstandsvorsitzender Heinz Bednar. Investmentfonds sind aufgrund ihrer Ausstattung (Sicherheit, Transparenz) besonders geeignet. Das traditionelle Bonitätseinstufung "Staaten sind besser als Unternehmen" gelte so nicht mehr: Mitunter können Unternehmen eine weitaus besser fundierte Ertragsperspektive liefern als so mancher Staat, dessen Bonität hinterfragt werde." Bednar sieht daher einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel in der Anlagestrategie privater und institutioneller Fondskunden.
Kernaussagen zum Jahresausblick 2012:
Ermutigende Signale für eine Trendwende beim Risikoappetit der Anleger
- Konsolidierungsdruck führt zu schwächerem Wirtschaftswachstum
- "Privat statt Staat": Aktien und Unternehmensanleihen durch robuste Unternehmensgewinne begünstigt
- ERSTE-SPARINVEST stärkt Nachhaltigkeit in ihren Portfolios
- Wolfgang Pinner zum Chief Sustainability Investment Officer (CSO) ernannt
Wirtschaftswachstum schwächt sich ab - tiefe Zinsen bleiben
In den entwickelten Volkswirtschaften sorgen der Konsolidierungsbedarf bei den Staaten und Banken und die niedrige Ressourcenauslastung für ein unterdurchschnittliches Wirtschafts-wachstum (2012: 1,0%). Die zu erwartenden Steuer- und Tariferhöhungen und die expansiven Zentralbankpolitiken werden den Deflationsrisiken entgegenwirken und für moderate Inflation sorgen. Die Eurozone wird laut ERSTE-SPARINVEST Chefvolkswirt Gerhard Winzer im 1. Halbjahr leicht schrumpfen, während die USA ihren moderaten Wachstumspfad halten können.
Die Emerging Markets wachsen weiterhin kräftiger als die entwickelten Volkswirtschaften (2012: 4,8%), aber nicht mehr so stark wie in den vergangen Jahren. Die für China prophezeite "harte" Landung könne vermieden werden. In einzelnen Emerging Markets sind die Risiken gestiegen. Das sieht man z.B. an den erhöhten Inflationsraten in Indien und der Türkei. In Zentral- und Osteuropa kämpfen einzelne Staaten, vor allem Ungarn, mit einer zu hohen externen Verschuldung.
Das zugrundeliegende Problem sei laut Winzer, dass die Staatsschulden stärker wachsen als die Wirtschaft. "Damit stellen der Vertrauensverlust hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Staatsschuldenentwicklung sowie die Liquiditätsbremse im Bankensektor dämpfende Faktoren für die Erholung der Weltwirtschaft dar", betont der Volkswirt.
Für einen funktionierenden Währungsraum in der Eurozone sieht Winzer die Voraussetzungen noch nicht gegeben. Dazu würden eine Fiskal- und Transferunion mit föderalen Anleihen, eine gemeinsame Wirtschaftspolitik und ein "Lender of Last Resort" (eine Art letzten Anker für Banken und Staaten) gehören. Eine koordinierte Wirtschaftspolitik sei "bitter nötig", um der prozyklischen Fiskalpolitik entgegenzuwirken und die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone zu bekämpfen. Die Geldpolitiken werden weiterhin aufgrund des schwachen Wirtschafts-wachstums, der restriktiven Fiskalpolitik, des schwachen Finanzsektors und der Struktur-reformen sehr expansiv sein. Das bedeute Leitzinsen nahe null, eine Ausweitung der Zentralbankbilanz, Liquiditätsbereitstellung für Banken und Staaten und eine transparente Kommunikation. In den Emerging Markets funktioniere die konventionelle Geldpolitik noch. Damit sei in einigen Ländern aufgrund der Konjunkturabschwächung mit moderaten Zinssenkungen zu rechnen.
Ausblick Aktien- und Anleihenfonds 2012: Motto "Privat statt Staat"
Das Schuldenproblem in den entwickelten Volkswirtschaften wird die Märkte auch 2012 in Atem halten. Daraus resultiert eine hohe Nachfrage nach kreditsicheren Staatsanleihen (zB deutsche Bundesanleihen, US-Staatsanleihen), obwohl sich die Renditen auf historischen Tiefständen befinden und die Papiere kaum noch Erträge liefern: "Der Druck auf die Investoren ihre Anlageziele zu erreichen wird immer größer", betont Harald Egger, Bereichsleiter der Investment-Division in der ERSTE-SPARINVEST. Er geht davon aus, dass sich die Risikobereitschaft erhöhen werde. Dies umso schneller und nachhaltiger, je "milder" die angesagte Rezession in Europa ausfalle. Von der hohen Staatsverschuldung weitgehend unbeeindruckt zeigt sich die Lage bei den Unternehmen, wenngleich sich eine Abschwächung der Konjunktur in Europa bereits am Horizont erkennen lasse. Egger: "Die Unternehmen präsentieren sich in einer robusten Verfassung und wirtschaften sehr profitabel".
Die ERSTE-SPARINVEST setzt daher in ihren Portfolios verstärkt auf Fonds mit Schwerpunkt Unternehmensanleihen, wobei sowohl im Investment Grade (Rating bis BBB) als auch im High Yield Sektor interessante Kandidaten wahrgenommen werden. Gute Chancen rechnet sich Egger ebenso für Staatsanleihen der Emerging Markets aus. Diese befänden sich ungeachtet der Probleme in Europa und in den USA auf einem langfristigen Wachstumspfad und profitierten von einer weiteren Verbesserung ihrer Kreditwürdigkeit. Zusätzlich dürften die Währungen der Länder aufgrund der von den Zentralbanken der Eurozone und in den USA geschaffenen Liquidität gegenüber dem Euro und dem US-Dollar aufwerten.
Im Auftrieb befinden sich seit Ende des Vorjahres auch die Börsen. Auch wenn das Wachstum in den USA heuer mit rund 2% moderat ausfallen werde, lieferten die Vereinigten Staaten einen besseren Ausblick als die Europäer. In den Aktienfondsportfolios der ERSTE-SPARINVEST sind daher Aktien aus Nordamerika übergewichtet, europäische Werte werden neutral bewertet und japanische Aktien sind - verglichen mit dem MSCI World - untergewichtet. In den Emerging Markets sieht man Aktien aus Russland und Brasilien als besonders aussichtsreich. Auf Branchenebene favorisiert die ERSTE-SPARINVEST -- Rohstoff-, Energie- und Gesundheitswerte. Auch der IT-Sektor und Konsumwerte könnten ein Comeback feiern. Last but not least spreche die massive Ausweitung der Zentralbankbilanzen für einen weiter steigenden Goldpreis, so Egger.
Aktuelle Fondsempfehlung der ERSTE-SPARINVEST
ESPA VINIS STOCK GLOBAL (AT0000858428)
Der größte in Österreich gemanagte nachhaltige Aktienfonds ESPA VINIS STOCK GLOBAL orientiert sich am Weltaktienindex MSCI World. Die in Frage kommenden Titel werden in einem vierstufigen nachhaltigen Investmentprozesses ausgewählt. Das Investment-Universum wird im Hinblick auf Umwelt-, Stakeholder- und Corporate Governance-Kriterien gefiltert, über die Aktienauswahl wird letztendlich in einem Beirat entschieden.
