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22.05.2017 | 15:38

Credit Suisse: Das sind die Supertrends der Kapitalanlage

Angesichts der hohen Bewertungen vieler Vermögenswerte wenden sich Anleger thematischen Anlagen zu, die von langfristigen gesellschaftlichen Trends proftieren. Die Credit Suisse Supertrends identifiziert die Themen, die in den kommenden Jahren eine dominierende Rolle spielen und Anlagegelegenheiten bieten.

Unzufriedene Gesellschaften in einer multipolaren Welt

Aufgrund zunehmender Ungleichheiten in den westlichen Ländern und Frustration über die wahrgenommene oder tatsächliche Unfähigkeit des politischen Establishments, die gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen, fordern die Wähler der desillusionierten Mittelschicht Veränderungen. Die Folge sind Regierungen mit einem starken Mandat für eine Politik, die darauf abzielt, die Binnenwirtschaft zu stärken, Arbeitsplätze im Inland zu schaffen und einige der dringlichsten Probleme der westlichen Mittelschicht zu lösen.

Die Jahre der Hyperglobalisierung haben die Ungleichheiten zwischen den Ländern zwar verringert, innerhalb der Länder aber verstärkt. Dies hat zu einer gesellschaftlichen Ernüchterung geführt, die den derzeitigen politischen Wandel in vielen westlichen Ländern antreibt. Wir rechnen mit einer Phase, die von einer Wirtschaftspolitik mit Schwerpunkt auf inländische Konsumenten sowie auf eine Umverteilung des Wachstums auf Sektoren mit hoher inländischer Beschäftigung geprägt ist. Dies dürfte die Aufmerksamkeit auf nationale Champions und Marken, Verteidigung und Sicherheit sowie Konsumenten in den Schwellenländern lenken – Bereiche, aus denen sich unseres Erachtens über mehrere Jahre hinweg Anlagethemen ergeben werden.

Desillusionierte westliche Mittelschicht

Seit der Finanzkrise 2008 haben die Ungleichheiten weltweit zugenommen, allerdings weniger zwischen den Ländern als vielmehr innerhalb dieser und vor allem in den Industrienationen. Der wirtschaftspolitische Mix aus steuerlichen Sparmassnahmen und sehr lockerer Geldpolitik, den die meisten Industrieländer zur Bewältigung der Krise verfolgen, erwies sich für die westliche Mittelschicht als besonders nachteilig. Infolge der Rezession war die Arbeitsmarktlage geprägt von beharrlich hohen Arbeits- losenquoten und stagnierenden Löhnen – eine Situation, die durch die ìHyperglobalisierung und umwälzende Technologien noch verschärft wurde. Dadurch fanden sich viele Haushalte der Mittelschicht nach der Krise in einer dauerhaft schlechteren Position wieder. In starkem Gegensatz dazu nahm das Vermögen der wohlhabendsten 1% der Haushalte gleichzeitig deutlich zu, wodurch innerhalb der westlichen Mittelschicht allgemein der Eindruck entstand, in den letzten acht Jahren selbst am schlechtesten abgeschnitten zu haben.

Zudem nahm die Frustration eben dieser Mittelschicht über die augenscheinliche Unfähigkeit der politischen Elite, die wesentlichen Probleme anzugehen, immer weiter zu. Sorgen bereiteten dabei zum Beispiel der scheinbar unkontrollierte Migrationsstrom und die Zunahme von Terrorismus. Als Folge machten sich viele Bürger in den Industrieländern für einen politischen Wandel stark, dessen Auswirkungen nun immer deutlicher zutage treten. In Grossbritannien stimmte die Mehrheit der Wähler für den Austritt aus einer von vielen als entfremdet wahrgenommenen Europäischen Union. In den USA wurde ein politischer Aussenseiter zum Präsidenten gewählt, der mit politischen Traditionen brechen will. In der Eurozone gibt es ein hohes Mass an Unterstützung für Politiker, die bestehende wirtschaftliche und soziale Probleme angehen. Ebenso wird von den neu gewählten Regierungen erwartet, dass sie ihre Wahlversprechen auch umsetzen. Daher dürften in den nächsten vier bis sieben Jahren wirtschaftspolitische Massnahmen mit dem Ziel ergriffen werden, die Mittelschicht der westlichen Industrieländer versöhnlich zu stimmen.

Eine zweite wichtige Branchengruppe umfasst Automobil- und Flugzeughersteller, die viele inländische Arbeitskräfte beschäftigen. Der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffsektor dürfte ebenso wie Detail- und Grosshändler von «Buy Local»-Initiativen pro tieren. Angesichts der demografischen Trends in Europa gilt der Gesundheitssektor in der Region als Jobmotor für junge Arbeitskräfte mit höherem Bildungsstand. Laut dem ìNSHSS Scholar 2016 Millennial Career Survey ist der Gesundheitssektor zudem ein bevorzugter Arbeitgeber unter Millennials. Nationale Marken stellen unterdessen eine Erweiterung nationaler Champions dar. Diese Marken geniessen einen hohen Bekanntheitsgrad und Wiedererkennungswert, zeichnen sich durch eine globale Reichweite aus und werden mit nationalen Champions in Verbindung gebracht. Die Unternehmen verfügen daher über vielfältige Einnahmequellen und einen loyalen Kundenstamm, der selbst bei höheren Preisen infolge protektionistischer Massnahmen der Marke die Treue hält. Nationale Marken sind von Bedeutung, da sie von politischer Lobbyarbeit profitieren. Die meisten nationalen Marken sind in den Konsumgütersektoren vertreten.

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Die Studie können Sie in voller Länge hier herunterladen.

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