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21.06.2017 | 10:18

Anlegen in Technologie: Kurzer Leitfaden zur Entwicklung

Die Technologie von morgen führt uns in eine intelligente, automatisierte, robotergesteuerte Welt. Der technologische Wandel hat in praktisch jedem Wirtschaftssektor zu Innovationen geführt. Anlagechancen haben sich rapide verstärkt und befinden sich auf dem besten Weg in den Investment-Mainstream.

Die moderne Welt hat ihren Ursprung in der industriellen Revolution, die Anfang des 18. Jahrhunderts in Grossbritannien einsetzte.1 Der technologische Fortschritt dieser Ära legte das Fundament für alle weiteren Entwicklungen.

Die industrielle Revolution war der Startschuss für rasche technologische Veränderungen, die sich im 18. und 19. Jahrhundert fortsetzten. Manuelle Fertigung gehörte plötzlich der Vergangenheit an und wurde von maschineller Produktion abgelöst. Fabriken und Produktionsanlagen wurden gebaut, und die Arbeit von Pferden und Eseln wurde von Dampfmaschinen und Wasserrädern geleistet. Wenig später kamen das Telefon und die Elektrifizierung hinzu.

Nach der industriellen Revolution – der Weg zur Automatisierung

Die renommierte, auf Technologieentwicklung spezialisierte Wissenschaftlerin Carlota Perez identifiziert vier grosse technologische Umwälzungen nach der industriellen Revolution: das Zeitalter von Dampfmaschinen und Eisenbahn (1829), das Zeitalter von Stahl, Strom und Schwermaschinenbau (1875), das Zeitalter von Öl, Automobil und Massenproduktion (1908) sowie das Zeitalter von Informationstechnologie und Telekommunikation (1971).2

Die heutige «postindustrielle» Wirtschaft stützt sich weniger auf Fertigung als auf Dienstleistungen, welche Humankapital – Wissen und Know-how – und Technologie verbinden. Fabriken werden zunehmend durch Büros ersetzt, und Arbeiter werden zunehmend durch besser ausgebildete Angestellte ersetzt. Zur Unterstützung einer neuen, wissensbasierten Wirtschaft steigt das Bildungsniveau auf breiter Front.

In Grossbritannien, dem ersten industrialisierten Land der Welt, machte der Produktionssektor 1948 noch 48 % der britischen Wirtschaft aus. Im Jahr 2014 war er auf blosse 14 % geschrumpft. Der Dienstleistungssektor hingegen wuchs von 46 auf 79 %.3 Andere G-7-Länder haben einen ähnlichen volkswirtschaftlichen Strukturwandel durchgemacht.

In jüngster Zeit hat der technologische Wandel in praktisch jedem Wirtschaftssektor zu Innovationen geführt. Musikindustrie, Fluggesellschaften und Presse waren seismischen Verschiebungen ausgesetzt. Finanzdienstleister werden durch Fortschritte in der Finanztechnologie effizienter. Selbst im Bildungssektor kam es zu disruptiven Entwicklungen: Massive Open-Online-Courses (MOOC) sorgen hier für die flächendeckende Verbreitung von Fernunterricht.

Hinzu kommt das Thema Big Data: riesige Datensätze, die durch ausgefeilte Computerprogramme analysiert werden können, um auf diese Weise Trends, Merkmale und Verlaufsmuster zu ermitteln. Unternehmen und Regierungen beziehen Informationen zum menschlichen Verhalten, welche ihnen bei der unternehmerischen und politischen Entscheidungsfindung helfen.

Das verarbeitende Gewerbe entwickelt sich weiter, menschliche Arbeitskraft wird durch Robotik und Automatisierung ersetzt. In den vergangen fünf Jahren haben 75 % der kleineren und 97 % der grösseren Industriebetriebe auf die eine oder andere Art in Automatisierung investiert.4

Welches sind die Treiber künftiger technologischer Umbrüche?

Wir befinden uns mitten in einer weltweiten demografischen Umwälzung. Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung steigt, die Geburtsraten sinken, und die durchschnittliche Lebenserwartung erhöht sich. Die Nachfrage nach Automationssystemen für das Heim sowie nach neuen Medizin- und Transporttechnologien wird steigen, damit den Bedürfnissen einer älteren Bevölkerung Rechnung getragen werden kann. Die Automation der Altenpflege verbreitet sich nirgendwo schneller als in Japan, wo der demografische Trend am deutlichsten ausgeprägt ist.

Insbesondere zwei technologische Fortschritte dürften enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft haben: das Internet der Dinge (IdD) und die künstliche Intelligenz (KI).

Gewöhnliche Alltagsgegenstände werden mit künstlicher Intelligenz aufgeladen und über das Internet miteinander verbunden, bis so etwas wie ein Schwarmbewusstsein entsteht – das IdD. Durch diesen Datenaustausch entwickeln die Gegenstände «Intelligenz» und handeln proaktiv und reaktiv auf menschliche Signale. Wir sehen bereits heute, dass intelligente organisatorische Instrumente sowie die Art und Weise, in welcher die menschliche Arbeitskraft eingesetzt wird, die Arbeitswelt fundamental verändern. In Zukunft werden KI und IdD unser Leben vermutlich revolutionieren.

Intelligente Kühlschränke werden uns Bescheid geben, wenn wir Lebensmittel einkaufen müssen. Intelligente Heizsysteme werden die Temperatur gemäss unseren Verhaltensmustern oder den Witterungsbedingungen regeln. Roboter werden unsere Nahrungsmittel anbauen, sich um unsere alten Menschen und Kinder kümmern und chirurgische Eingriffe durchführen, deren Schwierigkeit unsere heutigen Möglichkeiten übersteigt. KI wird unsere Transportsysteme steuern, unsere Gesundheit überwachen und unsere sozialen Netzwerke verwalten.

Schlusswort

Viele Menschen haben das Automobil zunächst nicht ernst genommen, weil sie dachten, das Pferd könne als wichtigstes Transportmittel niemals ersetzt werden. Ganz ähnlich war in jüngerer Vergangenheit die Reaktion auf Fernsehapparate, Mikrowellengeräte, Mobiltelefone, PCs und das Internet.

Die Technologie von morgen führt uns in eine intelligente, automatisierte, robotergesteuerte Welt. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren rapide verstärkt und befindet sich auf dem besten Weg in den Investment-Mainstream.

All das begann vor über 200 Jahren mit der industriellen Revolution.

Die thematische Fondspalette von Credit Suisse Asset Management demonstriert unsere fundierte Kenntnis der strukturellen Kräfte, die auf unsere Wirtschaft einwirken, und derjenigen Unternehmen, die darauf eingestellt sind, von diesem Wachstumspotenzial zu profitieren.

Hier erfahren Sie mehr – vor allem über unsere Robotik- und Sicherheitsportfolios.

Quellen:
1 Clark, Gregory: The secret history of the Industrial Revolution.In: faculty.econ.ucdavis.edu/faculty/gclark/papers/secret2001.pdf

2 Perez, Carlota: Technological revolutions and techno-economic paradigms. In: technologygovernance.eu/files/main/2009070708552121.pdf

3 Office for National Statistics (ONS): An International Perspective on the UK – Gross Domestic Product. In: webarchive.nationalarchives.gov.uk/20160105160709/ http://www.ons.gov.uk/ons/dcp171766_360847.pdf

4 Spend Matters Network: Manufacturers investing in automation due to supply chain pressures. In: spendmatters.com/2016/06/24/manufacturers-investing-in-automation-due-to-supply-chain-pressures/

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