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Fonds im Fokus

22.09.2014 | 10:12

AXA: Großbritannien wird nach dem Referendum ein anderes Land sein

Die Finanzmärkte richten ihr Augenmerk nun auf ein mögliches Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU. Das Referendum könnte zudem die Chancen für eine ähnliche Abstimmung in Katalonien erhöhen – obwohl die verfassungsrechtlichen Hürden dort hoch sind.

Nach dem „Nein“ der schottischen Bevölkerung zu einer Unabhängigkeit der Region am vergangenen Donnerstag, reagierten die Finanzmärkte zunächst mit einer Erleichterungsrally. Dennoch dürfte das Referendum auch längerfristig Auswirkungen auf die Politik in Großbritannien und der EU haben – dies schreiben AXA-Chefvolkswirt Eric Chaney und Ökonom David Page in einem aktuellen Research-Papier von AXA Investment Managers. Obwohl ein Auseinanderfallen Großbritanniens vermieden worden sei, seien die politischen Folgen des Referendums beträchtlich. „Die Märkte dürften nicht ohne Weiteres zu den Niveaus vor dem Referendum zurückkehren“, erklären die Experten. „In den vergangenen zwei Wochen hat sich das Vereinigte Königreich aufgemacht zu fundamentalen verfas-sungsrechtlichen Änderungen. Die dadurch ausgelösten politischen Verwerfungen und die damit einhergehende Unsicherheit dürften auch in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten ihre Spuren hinterlassen.

Weil die Regierung den Schotten zudem eine stärkere Dezentralisierung versprochen habe, könnten auch anderswo in Großbritannien Kräfte erstarken, die auf Dezentralisierung setzen – etwa die EU-skeptische UK Independence Party (UKIP). „Aus volkswirtschaftlicher Sicht dürfte sich der Fokus nun auf die Möglichkeit eines weiteren Referendums verlagern – auf die Abstimmung über einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU“, erläutern die Experten. „Dies könnte in den nächsten Jahren auf Investments lasten.“ Schließlich hätten die Märkte nun erlebt, wie stark Populismus im Vorfeld einer solchen Entscheidung rationale ökonomische Erwägungen überlagern könne.“ Chaney und Pa-ge rechnen daher damit, dass die Marktteilnehmer einem Ausstieg Großbritanniens aus der EU, dem so genannten „Brexit“, eine höhere Wahrscheinlichkeit zumessen als vor dem Referendum in Schottland.

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