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17.04.2018 | 10:16

Baker Steel: Gold glänzt, aber wie lange?

Die Wirtschafts- und Marktbedingungen für Gold haben sich seit einiger Zeit verbessert, u.a. getrieben durch Erwartungen steigender Inflation, einen sich abschwächenden US-Dollar und weiterhin niedrigen Realzinsen.

Dazu kommen Risiken wie die weltweit hohe staatliche und private Verschuldung, vermehrte Sorgen über einen möglichen Handelskrieg zwischen China und den Vereinigten Staaten und die rasante Zunahme geopolitischer Spannungen in den letzten Wochen, u.a. die Reaktion der USA, Großbritannien und Frankreich auf die Chemiewaffenangriffe des syrischen Regimes. Viele dieser Entwicklungen sind besorgniserregend, stellen aber auf der anderen Seite Gründe dafür dar, dass der Goldpreis in eine neue Phase eintreten könnte.

In einem für Gold unterstützendem Umfeld hat sich der Goldpreis im Jahr 2018 bisher in einer engen Bandbreite bewegt und die Obergrenze von rund 1.360 US-Dollar pro Unze mehrere Male getestet. Die erhöhten geopolitischen Spannungen in den letzten Wochen im Zusammenhang mit dem Syrienkonflikt haben die Nachfrage nach Gold als „Sicherer Hafen“-Anlage weiter angekurbelt, angetrieben von den Sorgen der Anleger über eine weitere Eskalation und von der konfrontativen Rhetorik der USA und Russlands. Während die wachsende Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Großmächten nicht unbedingt ein überzeugendes langfristiges Argument für Investitionen in Gold ist, dienen solche geopolitischen Ereignisse als Erinnerung an den Wert von „Sicherer Hafen“-Vermögenswerten und als mögliche Katalysatoren für einen Ausbruch des Goldpreises.

Marktvolatilität durch zunehmende Bedrohung einer militärischen Konfrontation und Handelskrieg

Die globalen Aktienmärkte gaben nach und der US-Dollar schwächte sich weiter ab, als die USA und ihre Verbündeten ihre Reaktion auf den gemeldeten Chemiewaffenangriff in der syrischen Stadt Douma vorbereiteten, was in gezielten Raketenschlägen gegen das syrische Regime am Wochenende gipfelte. Diese Maßnahme wirft die Befürchtung auf, dass die USA in eine möglicherweise langwierige und kostspielige militärische Intervention verwickelt werden könnten. Noch besorgniserregender ist aber die Gefahr einer direkten Konfrontation zwischen dem Westen und Russland. Präsident Putins Regierung hatte zuvor ihre Absichten zum Schutz und zur Unterstützung des syrischen Regimes vor militärischen Vergeltungsmaßnahmen für den mutmaßlichen chemischen Angriff deutlich gemacht. Dies ist die jüngste Episode in der fortschreitenden Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Die Ermordung eines ehemaligen russischen Geheimdienstoffiziers im Vereinigten Königreich im März löste bereits einen diplomatischen Riss aus, während dazu die laufenden Ermittlungen gegen die russische Einmischung in US-Wahlen die Beziehungen belasten.

Das Wiederaufleben der Syrien-Krise kommt in einer sensiblen Phase für die globalen Märkte, in der sich die Folgen des anhaltenden Handelsstreits zwischen den USA und ihren Handelspartnern ausbreiten. Dies erhöhte in den vergangenen Wochen die Volatilität an globalen Aktienmärkten, da Anleger mit den Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und den internationalen Handel zu kämpfen haben. Die Nachfrage nach „Sicherer Hafen“-Vermögen ist angestiegen, was durch erhöhte Zuflüsse in Goldanlageprodukte unterstrichen wird. Der World Gold Council berichtete vergangene Woche, dass Gold-ETFs im März insgesamt 22,5 Tonnen Gold benötigten, getrieben vor allem von einem Wiederaufleben der Nachfrage aus den USA.

Insgesamt unterstützt das makroökonomische Umfeld den Goldsektor zunehmend

Geopolitische Faktoren sind ein wichtiger kurzfristiger Treiber für den Goldpreis und einer, der in den Finanzmedien eine beträchtliche Berichterstattung erfährt; eine breite Palette von wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst die Aussichten für den Goldsektor jedoch in nachhaltiger Weise. Vor allem die makroökonomischen Fundamentaldaten für Gold haben sich in den letzten Monaten deutlich verbessert.

Anhaltend niedrige Realzinsen, hohe öffentliche und private Schuldenstände, sowie das Ende des US-Dollar-Festzyklus sind langfristige Unterstützungsfaktoren für Gold, während neue Treiber wie die Rückkehr von Inflation und eine steigende Volatilität an den globalen Aktienmärkten potenzielle Katalysatoren für ein Engagement im Goldsektor darstellen können. Nachdem der Goldpreis einige Monate in einer engen Spanne gehandelt wurde, steht eine wichtige Phase für den Goldsektor bevor, da eine Reihe von Markt- und makroökonomischen Faktoren auf eine mögliche Erhöhung des Goldpreises hindeuten. Interessanterweise haben bspw. die Analysten von Goldman Sachs in den letzten Wochen ihre Goldprognose geändert und prognostizieren nun, dass das Metall in den kommenden Monaten aufgrund einer Dislokation zwischen Gold- und US-Zinsen, steigender Inflation und einem erhöhten Aktienrisiko "outperformen" wird.

Neben den positiven Aussichten für das gelbe Metall haben sich auch die Aussichten für Goldminen deutlich verbessert. Seit dem Abschwung 2011-2015 im Goldsektor haben viele Goldproduzenten Managementreformen durchlaufen, Kostenkontrollen durchgeführt und Kapitaldisziplin zur Verbesserung der Gewinnmargen und Kostenprofile ausgeübt. Wir sind der Ansicht, dass diese Veränderungen, zusammen mit einem verstärkten Fokus auf Dividendenzahlungen ausgewählter Unternehmen, dazu geführt haben, dass der Goldaktiensektor deutlich investierbarer geworden ist als viele Jahre zuvor. Während Goldaktien in den letzten Monaten weitgehend unter dem Wert von physischem Gold lagen, hat eine Auswahl von Unternehmen ermutigende Ergebnisse und Renditen erzielt. Wir sind der Ansicht, dass die derzeitige Disparität der Aktienkursentwicklung zwischen den Goldproduzenten eine Chance für aktive Investmentmanager darstellt - mit dem Potenzial, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen; insbesondere dann, wenn der Goldsektor seinen Erholungszyklus fortsetzt.

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