23.02.2012 | 17:14 Uhr

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 23.02.2012 - 17.00 Uhr

Deutschland trotzt dem Abschwung in Europa

MÜNCHEN/BRÜSSEL/FRANKFURT - Die deutsche Wirtschaft lässt sich von der Euro-Schuldenkrise und düsteren Konjunkturaussichten die Stimmung nicht verderben. Zwar sagte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel der Eurozone für das laufende Jahr eine Rezession vorher. Ausnahme: Deutschland, hier erwarten die Experten ein leichtes Wachstum. Die deutschen Unternehmen sind denn auch weiter zuversichtlich: Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte das vierte Mal in Folge.

EU-Kommission sieht 2012 leichte Rezession im Euroraum

BRÜSSEL - Die EU-Kommission prognostiziert für den Euroraum eine leichte Rezession im laufenden Jahr. Für 2012 rechnet sie mit einer um 0,3 Prozent schrumpfenden Euro-Wirtschaft, wie die Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Im Herbst vergangenen Jahres war sie noch von einem Wachstum um 0,5 Prozent ausgegangen. Die Unsicherheit angesichts der Schuldenkrise sei nach wie vor hoch, begründet die Kommission ihre reduzierte Prognose. Währungskommissar Olli Rehn sieht jedoch Anzeichen für eine Stabilisierung. Nach einer schwachen ersten Jahreshälfte erwartet die Kommission im zweiten Halbjahr ein moderates Wachstum.

Athener Parlament billigt Schuldenschnitt

ATHEN - Das griechische Parlament hat das Gesetz für einen Schuldenschnitt gebilligt. Für das Gesetz stimmten am Donnerstagnachmittag die Fraktionen der Sozialisten und der Konservativen im Block, wie das Präsidium des Parlaments mitteilte. Die beiden großen Regierungsparteien haben eine Zwei-Drittel-Mehrheit im 300-köpfigen Parlament. Am Freitag soll den Banken und anderen Geldinstituten dann das offizielle Angebot zum Schuldenschnitt gemacht werden, wie das Finanzministerium mitteilte.

USA: FHFA-Hauspreisindex steigt im Dezember stärker als erwartet

NEW YORK - Die Preise von US-Einfamilienhäusern sind im Dezember stärker als erwartet gestiegen. Der entsprechende Hauspreisindex habe zum Vormonat um 0,7 Prozent zugelegt, teilte die Federal Housing Finance Agency (FHFA) am Donnerstag in New York mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Im Vormonat war der Hauspreisindex noch um revidierte 0,7 Prozent gestiegen. In einer ersten Schätzung war ein Anstieg von 1,0 Prozent ermittelt worden.

'HB': Berlin stemmt sich weiter gegen ESM-Aufstockung

DÜSSELDORF - Die deutsche Regierung bleibt einem Zeitungsbericht nach bei ihrer strikten Ablehnung, den dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM aufzustocken. "Dem deutschen Engagement sind Grenzen gesetzt. Diese ergeben sich schon aus dem Umstand, dass Deutschland selbst einen strikten Sparkurs befolgen muss, um die nationale Schuldenbremse einzuhalten", zitiert das "Handelsblatt" (HB, Freitagsausgabe) aus dem Entwurf eines Entschließungsantrags. Dem Bericht zufolge wollen Union und FDP wollen den Antrag in der kommenden Woche im Bundestag verabschieden. Internationaler Währungsfonds und Europäische Kommission drängen darauf, die finanzielle Schlagkraft des ESM zu erhöhen.

Rom und Madrid wollen in der Krise voneinander lernen

ROM - Italien und Spanien wollen in der Wachstums- und Schuldenkrise voneinander lernen und direkte Informationen vor allem über ihre Reformen des Arbeitsmarktes austauschen. Das hat Italiens Regierungschef Mario Monti nach einem Gespräch mit seinem spanischen Amtskollegen Mariano Rajoy am Donnerstag in Rom betont. In beiden Ländern gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit.

Kauder: Merkel durch Präsidenten-Frage nicht geschwächt

BERLIN - Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht Kanzlerin Angela Merkel durch das Gerangel der Koalition um die Präsidentenkandidatur von Joachim Gauck nicht geschwächt. "Sie hat die Kandidatensuche zu einem vernünftigen Ende geführt, die uns manch schwierige Diskussion erspart. Auch das ist gut angesichts der Herausforderungen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem Online-Dienst des Magazins "Focus".

London erhofft sich von Olympia nachhaltigen Tourismusboom

LONDON - Die Olympischen Spiele sollen London einen nachhaltigen Touristenboom bringen. In den fünf Jahren nach Olympia werden 1,1 Millionen zusätzliche Besucher erwartet, teilte der Londoner Tourismusverband am Donnerstag mit. Die Gäste sollen der britischen Hauptstadt Mehreinnahmen in Höhe von 650 Millionen Pfund (rund 770 Mio. Euro) bescheren. Zunächst soll aber 2012 selbst mit den Feiern zum 60. Thronjubiläum der Queen Anfang Juni und den Spielen (27. Juli bis 12. August) das "aufregendste Jahr in Londons Geschichte" werden, wie Sandie Dawe vom Verband VisitBritain sagte.

SPD wirft Merkel geschönte Zahlen bei Griechenland-Rettung vor

BERLIN - Die SPD hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, bei der Griechenland-Rettung mit Zahlen zu tricksen. "Die Kanzlerin versucht, mit geschönten Zahlen zu Griechenland eine Zustimmung des Bundestages zu erreichen", sagte SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). "Die Kanzlerin benötigt für diese Entscheidung eine eigene Mehrheit, sonst ist sie gescheitert", meinte auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, in der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag).

Parlament in Athen untersucht mögliche Statistik-Manipulationen

ATHEN - Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss soll in Athen untersuchen, ob die Zahlen zum griechischen Staatsdefizit 2009 manipuliert worden sind. Dies beschloss in der Nacht zum Donnerstag mehrheitlich das griechische Parlament laut einer Mitteilung. Damit folgte es einer Einschätzung des für Finanzverbrechen zuständigen Athener Staatsanwaltes Grigoris Peponis: Er hegt den Verdacht, Griechenlands Staatsdefizit sei auf Druck von Politikern Ende 2009 von 12 auf 15,4 Prozent künstlich erhöht worden. Spekulationen zufolge sollte damit der EU entgegengekommen werden.

Deutschland: Private Insolvenzen nur leicht rückläufig

HAMBURG - Trotz der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist die Zahl der privaten Insolvenzen in Deutschland nur leicht zurückgegangen. Im vergangenen Jahr meldeten gut 136.000 Bundesbürger Privatinsolvenz an, teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag in Hamburg mit. Das sind 2,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. "Aufgrund einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote mit dem tiefsten Stand seit 20 Jahren hätte der Rückgang stärker ausfallen müssen", sagte Geschäftsführer Norbert Sellin.

Italien: Verbrauchervertrauen steigt deutlich stärker als erwartet

ROM - In Italien hat sich die Verbraucherstimmung im Februar deutlicher aufgehellt als erwartet. Der entsprechende Index habe von 91,6 Punkten im Vormonat auf 94,2 Zähler zugelegt, teilte das italienische Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mit. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg auf 92,1 Punkte gerechnet. Im Januar lag die Konsumstimmung nach revidierten Daten bei 91,8 Punkten (zuvor 91,6 Punkte).

Maschinenbau beendet Aufholjagd - Stagnation erwartet

FRANKFURT/MAIN - Die rasante Aufholjagd im deutschen Maschinenbau ist vorerst beendet. Nach einem schwachen Jahresschluss 2011 hat der Branchenverband VDMA seine Prognose für 2012 gekappt. Statt einem Plus von vier Prozent bei der Produktion erwartet Verbandspräsident Thomas Lindner nun nur noch Stagnation. Erhebliche Unsicherheiten vor allem in Europa und eine abflachende Konjunktur in China hätten zu der neuen Einschätzung geführt, sagte Lindner am Donnerstag in Frankfurt. Auch 2011 hat die Schlüsselindustrie ihren Zielwert verfehlt. Die Produktion legte um zwölf Prozent zu. Der VDMA hatte bis zuletzt ein Plus von 14 Prozent prognostiziert.

Containerumschlag: Welthandel zieht wieder an

ESSEN - Der Welthandel hat zur Jahreswende wieder zugelegt. Das zeigt ein neuer Containerumschlags-Index, den das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) künftig im Monatstakt veröffentlichen werden. Im Januar erreichte das Barometer 111,1 Punkte und legte damit im Monatsvergleich um 0,9 Zähler zu. Im November hatte es noch bei 107,7 gelegen. In den Index gehen die Daten von 72 internationalen Häfen ein. Da der internationale Handel zu einem wesentlichen Teil auf dem Seeweg abgewickelt wird, lassen die Containerumschläge zuverlässige Rückschlüsse auf den Welthandel zu. Bisherige Berechnungen des Indikators bestätigen laut RWI und ISL seine Aussagekraft.

Steuerboom vorerst vorbei - Nur Sondereffekte verhindern Minus

BERLIN - Der Steuerboom ist nach der Konjunkturflaute vorerst beendet. Erstmals seit Juli 2010 sind die Steuereinnahmen von Bund und Ländern wieder gesunken. Im Januar ging das Aufkommen ohne reine Gemeindesteuern gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4 Prozent zurück, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten aktuellen Monatsbericht des Finanzministeriums hervorgeht.

EU-Kommission pocht auf Aufstockung des Euro-Krisenfonds

BRÜSSEL - Ungeachtet der ablehnenden Haltung Deutschlands pocht die EU-Kommission auf eine Aufstockung des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM. "Die EU-Kommission sieht deutlich die Notwendigkeit, die finanziellen Brandschutzmauern der Europäischen Union weiter zu stärken", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe niedriger als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche niedriger als erwartet ausgefallen. Im Wochenvergleich verharrte der Wert bei 351.000, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf 355.000 Anträge gerechnet. Der Vorwochenwert wurde um 3.000 auf 351.000 Anträge nach oben korrigiert. Im aussagekräftigeren Vier-Wochen-Schnitt fiel die Zahl von 366.000 auf 359.000.

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Volkswirtschaft

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