26.09.2014 | 13:00 Uhr

Provisionsverbot: „Closed architecture“ wahrscheinlich

Provisionsverbot: „Closed architecture“ wahrscheinlich

Die Auswirkungen eines Provisionsverbotes sind für die Fondsbranche gravierend. Großbritannien dient als Beispiel.

Anlageberatung Regulierung Provision

Allein die Möglichkeit, dass Provisionen verboten werden könnten, versetzt einen Teil der Finanzbranche in Panik. Zu Recht, wie eine aktuelle Studie nun zeigt. Der luxemburgische Fondsverband Alfi hat vom Researchinstitut Fundscape untersuchen lassen, wie sich das Provisionsverbot auf den britischen Markt ausgewirkt hat. 

In Großbritannien trat das Provisionsverbot 2013 Kraft. Seitdem habe es zwar keine Bremsspuren im Fondsabsatz gegeben, so die Studie. Jedoch sei es zu Verschiebungen innerhalb der einzelnen Vertriebskanäle gekommen: Da viele Banken das Beratungsgeschäft für Privatkunden einstellten, da diese keine Honorare zahlen können oder wollen, ging der Bankenvertrieb stark zurück. Daher kritisieren die Studienautoren die Aufsicht, diese Entwicklung nicht gesehen und Alternativen angeboten zu haben. Gleichzeitig sei in Großbritannien aber das beratungsfreie, lediglich ausführende Geschäft mit Fonds über Broker angestiegen. Der Vertrieb über freie Berater blieb stabil. Diese hätten zudem einen großen Anteil, daran, dass britische Investoren inzwischen verstärkt zu Indexfonds, Dachfonds oder Produkten mit Risikosteuerung greifen.

Allerdings räumen die Autoren ein, dass sich die Ergebnisse nicht so einfach von Großbritannien auf Kontinentaleuropa übertragen lassen. Denn die Vertriebsstrukturen unterscheiden sich grundlegend. Der Vertrieb über unabhängige Berater auf dem Festland markiert gegenwärtig einen Anteil von nur elf Prozent, während Banken im Retailgeschäft auf 45 Prozent kommen – in Deutschland sogar auf 73 Prozent. Bankeigene Asset Manager kontrollieren zudem einen großen Teil des deutschen Fondsmarktes. Das sei in Großbritannien anders, so die Autoren. Als mögliche Folgen eines Provisionsverbotes erwarten sie daher eine Rückkehr zur sogenannten geschlossenen Architektur. Dies könne dazu führen, dass nur noch Produkte der eigenen Fondstöchter von Banken angeboten würden.

Die Präsentation der Studie im Video

(PD)

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Quelle: Hamburger Börse

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