21.10.2014 | 11:40 Uhr

Goldman Sachs: „Schwellenländer-Aktien sind günstig“

Goldman Sachs: „Schwellenländer-Aktien sind günstig“
Markus Weis

Markus Weis, Executive Director bei Goldman Sachs Asset Management in Deutschland, spricht mit FundResearch über die Positionierung der Gesellschaft und attraktive Anlagechancen.

Finanzbranche Exklusiv Interview

FundResearch: Lange Zeit war Jim O’Neill das prominente Gesicht von Goldman Sachs Asset Management (GSAM). Was hat sich verändert seit er weg ist? Wer kann ihn auch im Außenauftritt ersetzen?

Markus Weis: Mit Sicherheit war und ist Jim ein genialer Stratege aber unsere Kundengelder wurden und werden von unseren erfahrenen Portfoliomanagern verwaltet und wir sind sehr dankbar, die erfolgreichsten Experten der Industrie bei uns zu haben. Wir haben zum Beispiel mit Prashant Khemka, unserem CIO für Emerging Market-Aktien, einen absoluten Kenner der Unternehmen in den Schwellenländern. Er schafft es seit Jahren immer wieder, die aussichtsreichsten unterbewerteten Unternehmen zu selektieren und beschert so unseren Investoren eine starke Wertentwicklung - ob in unserem India Equity Portfolio oder dem Growth & Emerging Market Broad Equity Portfolio.  

FundResearch: Mit den BRICs und den Next-11 hat O’Neill neue Investmentthemen geschaffen. Gibt es bei GSAM bereits ein neues Thema?

Markus Weis: Wir überprüfen ständig, welche Investmentlösungen unseren Investoren in der aktuellen Marktphase einen Mehrwert bieten. Neben unseren etablierten Strategien, wie dem Global Strategic Income Bond Portfolio, dass auch bei niedrigen und steigenden Zinsen positive Erträge generieren kann, sind aus unserer Sicht heute besonders die Anleihemärkte der Schwellenländer attraktiv. Hier haben wir vor kurzem einen sehr breit gefassten Fonds aufgelegt, der alle Segmente von Schwellenländeranleihen umfasst. So können Investoren mit dem Growth & Emerging Market Debt Blend Portfolio in Staats- und Unternehmensanleihen investieren und dabei ebenso alle Währungsmöglichkeiten ausschöpfen. 

FundResearch: GSAM ist stark im institutionellen Kundenkreis aktiv. Wollen Sie das auf dem deutschen Markt beibehalten oder werden Sie künftig auch vermehrt um Retail-Kunden werben?

Markus Weis: GSAM verfolgt eine klare Vertriebsstrategie, welche sich zum einen auf den Vertrieb an professionelle Kunden wie Dachfonds und Vermögensverwalter fokussiert, zum anderen unterstützen wir ausgewählte Vertriebspartner bei denen unser Fondsangebot ihren professionellen Beratungsansatz abrundet. Ein direktes Geschäft mit Endkunden wird es in Deutschland nicht geben.

FundResearch: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von GSAM mit unabhängigen Vermögensverwaltern und Finanzberatern?

Markus Weis: Wir legen einen großen Fokus auf die Betreuung von Vermögensverwaltern und Finanzberatern und haben hierfür ein eigenes Vertriebsteam etabliert. Das Team wird von Markus Schuwerack geleitet, der seit fast fünf Jahren bei GSAM im Vertrieb tätig ist. Unser Betreuungsangebot findet dabei großen Zuspruch, ebenso wie die Marktmeinung unseres Hauses. 

FundResearch: Bieten Sie für diese Zielgruppe auch Veranstaltungen an?

Markus Weis: Wir haben eine ganze Reihe an Veranstaltungen etabliert, bei denen Finanzprofis über unsere aktuelle Markt- und Assetklassen-Meinung informiert werden. Gerade erst haben wir in Frankfurt zu unserem Investment Forum geladen und sind mit Sprechern wie Ottmar Issing auf sehr positive Resonanz gestoßen.  Außerdem sind wir mehrmals im Jahr mit unseren interessantesten Produktideen in ganz Deutschland unterwegs. 

FundResearch: Den Deutschland-Sitz hat GSAM im Frankfurter Messeturm. Wie groß ist das Team und wie sehen die Strukturen aus?

Markus Weis: Das Team für den Fondsvertrieb haben wir in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Unser Vertriebsfokus auf Vermögensverwalter und Vertriebspartner spiegelt sich auch in den internen Strukturen wider. Wir haben zum einen unsere Vertriebsteams die nach unterschiedlichen Kundengruppen aufgestellt sind und zum anderen ein Team zur Vertriebsunterstützung, welches einen hervorragenden Kundenservice leistet. 

FundResearch: Das Marktumfeld ist durch niedrige Zinsen und zahlreiche geopolitische Krisen geprägt. Wie ist GSAM darauf vorbereitet?

Markus Weis: Den Herausforderungen von Niedrigzinsen begegnen wir durch eine ganze Reihe von innovativen Investmentlösungen. Zum einen haben wir mit unserem Global Strategic Income Bond Portfolio einen der flexibelsten Rentenfonds im Markt. Dieser Fonds investiert in die aussichtsreichsten Anleihen rund um den Globus und steuert zusätzlich die Duration. Attraktive Zinsen gibt es außerdem noch in Schwellenländeranleihen. Hier bietet unser GS Growth & Emerging Market Debt Blend Portfolio aktuell etwa vier Prozent Ausschüttung und zusätzliches Wertsteigerungspotenzial durch aktives Währungsmanagement.

FundResearch: Goldman Sachs ist für klare Ansagen und Prognosen bekannt. Welcher Markt oder welche Assetklasse ist derzeit besonders attraktiv?

Markus Weis: Wir glauben, dass die wirtschaftliche Abkühlung der Schwellenländer in den vergangenen zwei Jahren ihren Boden gefunden hat. Mit einem Wirtschaftswachstum von fünf bis sechs Prozent sind diese Länder langfristig noch immer sehr attraktiv. Daher finden wir Aktien aus den Emerging Markets am interessantesten für den mittelfristig orientierten Anleger. Die Bewertungen scheinen hier noch günstig und diese Assetklasse hat im Vergleich zu den Aktienmärkten der Industrieländer noch einiges an Aufholpotenzial. Auch die Anleihen und Währungen der Schwellenländer sind für uns wieder interessant. 

FundResearch: Und wo steht der DAX am Jahresende?

Markus Weis: Wir sehen die Entwicklung der Aktienmärkte grundsätzlich positiv und glauben, dass sowohl deutsche als auch internationale Aktien noch weiteres Kurspotenzial haben. Besonders den Kursrutsch der letzten Wochen können Anleger nutzen um ihre Positionen in Aktien weiter aufzubauen. Aber eine Prognose für die kommenden drei Monate abzugeben wäre sträflich, denn wir wissen doch alle, dass sich Aktien auf so kurze Sicht oft nicht so verhalten wie sie es vielleicht sollten.

(PD)

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Quelle: Hamburger Börse

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