24.02.2012 | 10:26 Uhr

Fundament für Wachstum in Asien wird breiter

Fundament für Wachstum in Asien wird breiter
Foto: Thomas Gerhardt, Edmond de Rothschild

Sinkende Inflationsraten und steigender Konsum lassen Investments in Emerging Markets attraktiv erscheinen.

Innerhalb der vergangen zwei Monate hat sich das wirtschaftspolitische Umfeld in Asien signifikant verändert. Wurden Investoren in den vergangenen 18 Monaten noch von einer enorm hohen Inflation abgeschreckt, so ist diese jetzt flächendeckend auf dem Rückzug. In Indien sank die Teuerungsrate, die zuletzt bei über zehn Prozent lag, auf sechs Prozent. In China, Indonesien und anderen asiatischen Staaten sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten.

Thomas Gerhardt, Head of Emerging Markets bei Edmond de Rothschild Asset Management erkennt darin eine große Chance: "Der Rückgang der Teuerung eröffne den Zentralbanken neues Potential, die Zinsen sukzessive zu senken." Dies wurde zum Teil bereits getan. China hat seine Politik der geldpolitischen Expansion fortgesetzt und die Mindestreserve gelockert. Dieser Trend werde nach Meinung von Gerhardt im Jahresverlauf weiter anhalten.

Asien bleibt eine Wachstumslokomotive par excellence. Dies liege auch daran, dass es neben China weitere Volkswirtschaften, wie Indonesien, Thailand, die Philippinen oder Malaysia geschafft haben, dauerhaft hohe Wachstumszahlen zu erzielen. "Im Durchschnitt sollten die aufstrebenden Länder Asiens in den nächsten Jahren dreimal so hohe Wachstumsraten wie die etablierten Volkswirtschaften erzielen", prognostiziert Gerhardt. Zudem seien die hohen Wachstumsraten nicht mehr ausschließlich auf die Exportwirtschaft zurückzuführen, sondern in zunehmendem Maße auch auf den Konsum. Dadurch verbreitere sich die Basis des volkwirtschaftlichen Wachstums zusehends, was positiv bewertet werden könne. Durch den steigenden privaten Verbrauch hätten es viele asiatische Ökonomien in den vergangenen Jahren geschafft, eine zahlungsfähige Mittelschicht aufzubauen, die zu dem immer besser gebildet sei, was zu höheren Einkommen führte. Die junge, leistungsfähige Bevölkerung investiere immer mehr in Konsumgüter wie Autos, Reisen, Luxus- oder Elektronikartikel. Unterstrichen werde dieser Trend durch eine verstärkte Zuwanderung in die wachstumsstarken Metropolen. Seit diesem Jahr lebten in China erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land.

Für eine „besonders effiziente Partizipation“ am asiatischen Potential setzt Edmond de Rothschild Asset Management mit dem Edmond de Rothschild Asia Leaders auf einen Anlagestil, der sich stark an den dominierenden Wachstumsthemen orientiert. Von den asiatischen börsengehandelten Unternehmen sollen jene Aktien herausgefiltert werden, die über ein nachhaltig überdurchschnittliches Wachstum verfügen. Ziel ist es, das vor allem konsumnahe Aktien, aber auch Unternehmen aus dem Sektor Infrastruktur, Finanzindustrie, der Energiegewinnung sowie der Elektrotechnik Gewinne erzielen. 

2011 waren noch viele Investoren von den asiatischen Aktienmärkten enttäuscht. Rückläufige Kurse führen nun bei weiter steigenden Gewinnen dazu, dass die Bewertungskennziffern deutlich günstiger erscheinen. Anfang 2011 notierten viele Konsumtitel noch bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 30 und fielen zwischenzeitlich bis auf 15. Trotz des guten Börsenstarts 2012, so Edmond de Rothshild, sei das KGV vieler Firmen bislang nur auf 20 gestiegen. Zugleich räumt der Asset Manager den selektierten Aktien aus den genannten Sektoren ein Wachstumspotential von 25 Prozent ein. Für Unternehmen, die ein nachhaltiges Gewinnwachstum anstreben, sei dies eine günstige Bewertung. Zudem seien andere Kennzahlen wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis oder der freie Cashflow ermutigend. Eine zunehmend effizientere Marktaufsicht, steigende Transparenz und sinkende Transaktionskosten, erhöhten die Attraktivität für Investoren, ihren Investmentradius zu erweitern und in Emerging Markets zu investieren. Bei den "Corporate-Governance-Richtlinien" seien die Unterschiede zu den USA und Europa kaum noch vorhanden. Um das Risiko des falschen Einstiegszeitpunktes zu minimieren, empfiehlt Gerhardt einen Investmenthorizont von fünf Jahren und mehr: "In Emerging Markets zu investieren heißt aber auch, in eine erfolgversprechende Investmentstory zu investieren." Dies zahle sich erst nach einer gewissen Zeit aus.

(PD)

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