03.05.2017 | 10:44 Uhr

Finanzvermittlung in die eigene Tasche

Finanzvermittlung in die eigene Tasche
Der Beschuldigte ließ sich Prämien in bar aushändigen. (Foto: pixabay)

Ein zertifizierter Vermögensverwalter veruntreut unter dem Mantel bekannter Asset-Manager jahrelang Kundengelder in Millionenhöhe. Jetzt steht die Anklage bevor.

Finanzbranche Asset Managament

Ein mittlerweile gekündigter Mitarbeiter der drittgrößten Finanzvermittlung Deutschlands, OVB Vermögensberatung AG, soll über mehrere Jahren Kundengelder veruntreut haben. Das geht aus einer Stellungnahme der ermittelnden Staatsanwaltschaft Mainz hervor. Betroffen sein sollen etwa 160 Anleger, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren bis Jahrzehnten dem Beschuldigten ihre Vermögensanlage anvertraut hatten.

Unter dem Deckmantel des international tätigen Finanzdienstleisters hatte der gegenüber den Ermittlungsbehörden geständige Vermögensberater Kundengelder in bar eingesammelt. Wie Staatsanwältin Keller verlautbarte, offerierte er seinen Kunden hohe Ertragsmöglichkeiten und nutzte teilweise offizielle Dokumente der DWS Investment S.A. Die Summe der veruntreuten Gelder beläuft sich auf etwa drei Millionen Euro. Eine genaue Erfassung des Schadens wird dadurch erschwert, dass der Vermögensberater, um den Anschein den Lauterbarkeit aufrecht zu erhalten, zeitweise fiktive Zinserträge an die Geschädigten auszahlte. 

Der Beschuldigte war seit 1989 bei der OVB angestellt, 2004 schloss er eine Ausbildung zum Certified Financial Consultant ab. 

Die OVB wies in diesem Zusammenhang alle Verantwortung von sich. Ihre Finanzvermittler seien auf Provisionsbasis selbstständig unterwegs. Der kriminellen Energie einzelner stehe das Unternehmen aller internen Sicherheitsvorkehrungen zum Trotz relativ ausgeliefert gegenüber. Den Beratern sei es untersagt Gelder direkt von den Kunden anzunehmen. Alle Beitragszahlungen hätten per Lastschrifteinzug erfolgen sollen. Es habe weder in der persönlichen Supervision, noch in der protokollierten Buchführung  Anhaltspunkte gegeben, die auf Unregelmäßigkeiten habe schließen lassen, so die OVB. 

Erst als sich die Beschwerden über den Beschuldigten im März 2016 bei der OVB häuften, flog der Betrug auf. Weil der Beschuldigte keine Aufklärung der gemeldeten Vorfälle liefern konnte, kündigte die OVB dem Berater fristlos, und erstattete Anzeige wegen Verdachts auf Betrug, Urkundenfälschung und Untreue. 

Die Kunden vermutlich den finanziellen Schaden selbst tragen müssen - der Beschuldigte hat sich für insolvent erklärt.

(DW)

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