27.10.2014 | 13:58 Uhr

FRweekly-briefing: Grünes Licht für den DAX?

FRweekly-briefing: Grünes Licht für den DAX?

Immer zu Wochenbeginn informiert FundResearch über aktuelle Markteinschätzungen und -ausblicke.

Marktausblick Aktienmarkt Börse Dax Konjunktur Volkswirtschaft

7,6 Prozent – so stark hat der Deutsche Aktienindex seit Mitte Oktober zugelegt. Oder anders ausgedrückt: Es ging um 600 Punkte nach oben. Das ist ordentlich, wenn man sich seine Entwicklung über das gesamte bisherige Jahr anschaut. Denn von Januar bis Ende September ging es für das Leitbarometer um 0,8 Prozent nach unten. Stehen die Zeichen für den DAX also wieder auf Grün? Ja, meint Claudia Windt, Börsenexpertin der Helaba: „Es ist die Erkenntnis, dass Konjunktursorgen im Fall der USA überzogen waren und dass der Euroraum – mit der Erholung der Einkaufsmanagerindizes – um eine Rezession herumkommt.“ Gleichzeitig sei die Hoffnung gestiegen, dass die US-Notenbank Fed eher später als früher an der Zinsschraube drehen werde.

Helaba: „Technische Schwächezeichen beim DAX“

Mit den Ergebnissen des Bankenstresstests falle zudem eine weitere Unsicherheitsquelle weg, meint Bernd Fernow, Analyst LBBW. Außerdem habe die Berichtssaison einen „konstruktiven Verlauf“ genommen. Doch Fernow warnt vor zu viel Euphorie: „Bei Kursanstiegen werden genügend Verkäufer bereitstehen, um den Elan zu bremsen.“

Diese Warnung nehmen die technischen Analysten gerne auf. Für Christian Schmidt von der Helaba ist es längst nicht ausgemacht, dass es für den DAX weiter nach oben geht: Lagen die Tagesschlusskurse am Donnerstag noch deutlich über den Eröffnungskursen, hielten sich am Freitag Bullen und Bären die Waage. „Diese Konstellationen werden in der Regel als Schwächezeichen interpretiert“, erläutert Schmidt. „Daher muss verstärkt mit einem Test der Unterstützungen im Bereich von 8.903 und 8.880 Zählern gerechnet werden.“ Sollte sich der Aufwärtsimpuls jedoch fortsetzen, so bilde die Marke von 9.123 Punkten den nächsten massiven Widerstand.

HSBC: „DAX schlägt sich Richtung Norden durch“

Jörg Scherer, Charttechniker bei HSBC Trinkaus, ist optimistischer als Schmidt. Zwar habe zu Wochenschluss die 200-Stunden-Linie bei 9.091 Punkten einen weiteren Durchmarsch verhindert. „Erst ein Sprung über diese Glättungslinie ebnet den Weg für weitere Kursgewinne“, so Scherer. Dieser sei aber gar nicht unwahrscheinlich. Und sollte es dazu kommen, rutsche das Tief vom April bei 9.167 Punkten zusammen mit der oberen Begrenzung des Abwärtsgaps vom Oktober bei 9.186 Zählern in den Fokus. „Die Vorzeichen, dass der deutsche Leitindex sich weiter in Richtung Norden durchschlägt, stehen dabei gut.“

Gespannt schauen die Marktteilnehmer in dieser Woche in die USA. Dort steht die Notenbanksitzung an. Sintje Boie von der HSH Nordbank rät den Notenbankern, sich nicht beirren zu lassen: „Es war zu erwarten, dass der Aufschwung in den USA nicht völlig reibungslos abläuft. Mit jeder nicht ganz so positiven Nachricht ist aber nicht gleich die komplette geldpolitische Ausrichtung in Frage zu stellen.“ Seiner Ansicht nach deuteten die Konjunkturindikatoren auf einen soliden Aufschwung hin. Ein Schlingerkurs der Fed führe daher nur zu höherer Unsicherheit an den Finanzmärkten.

(PD)

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